Broken Flowers (2005)
Broken Flowers (2005)
Oder: Get a life, man!
Don Johnston (Bill Murray) ist ein armes Schwein. Lustlos lebt der Junggeselle im Luxus seines Reichtums, und als ihn seine attraktive Freundin Sherry (Julie Delpy) verlässt, scheint ihn nicht mal mehr das zu stören. Sein einziger Freund ist sein Nachbar Winston (Jeffrey Wright), ein hart arbeitender Äthiopier mit Frau und fünf Kindern. Winstons Familie scheint das einzige zu sein, was Don ab und zu noch aufheitert.
Just am Tag der Abreise Sherrys trudelt ein anonymer, rosa Brief ein, in dem die Autorin einräumt, vor zwanzig Jahren von Don geschwängert geworden zu sein. Sie hätte einen Sohn geboren, und diesen alleine aufgezogen. Nun sei der inzwischen 19-jährige aber auf der Suche nach seinem Vater, vermutet die Unbekannte. Er wäre nämlich unter einem bizarren Vorwand in den Urlaub gefahren.
Selbst der Brief scheint Don nicht besonders aus seinem Dahingelebe zu reissen, er redet sich ein dass ihn jemand an der Nase herum führen will. Diesen Gedanken teilt Winston allerdings gar nicht mit ihm. Er drängt Don, ihm eine Liste mit möglichen Frauen zu geben, die von ihm damals ein Kind eingefangen haben könnten. Nach langem Zögern wird dies auch gemacht, und Winston recherchiert Adressen, Landkarten, mietet Leihwagen und bucht Flüge, damit sein Freund seine ehemaligen Sweethearts aufsuchen kann. Dieser sträubt sicher allerdings dagegen, aber als er sieht dass Winston schon wirklich viel Zeit in die Aktion gesteckt hat, begibt er sich schweren Herzens am nächsten Morgen auf den Weg.
Was folgt ist ein Roadtrip quer durchs Land um vier seiner ehemalige Flammen aufzusuchen. Ohne jegliche Ankündigung an deren Haustür zu klingelnd, wird Don jedes Mal aufs Neue überrascht, und beginnt sich Fragen über sich, die Vergangenheit und die Gegenwart zu stellen.
Kinofilm-Rating
Grand Prix-Preisträger von Cannes? Acht von zehn Punkten bei IMDb? Hmmm... also diese Meinung kann ich leider nicht teilen. Ich fand den Film, kurz gesagt, langweilig. Obwohl Regisseur und Autor Jim Jarmusch nur zweieinhalb Wochen brauchte, um das Drehbuch zu schreiben, liegt es nicht einmal an einer schlechten Story. Bill Murrays Miesepeter-Mimik ist anfänglich sogar noch amüsant, und auch Winston ist irgendwie ein cooler Typ.
Es sind jedoch die unerträglich langen Szenen, die meine Gedanken während des Films abschweifen liessen. Die herrlich sarkastische Art Bill Murrays, die ich so liebe, ist gänzlich abwesend. Bis auf zirka zehn Sekunden, als er mit einem Töchterchen Winstons herumalbert, ist sein Gesicht mimiklos und gelangweilt. Und dieser Herr soll so im Film auch noch ein Frauenheld sein? Ja, klaro.
Einzig Sharon Stone als erste Ex Dons Reise bringt ein wenig Sonnenschein in die sonst düstere und regnerische Atmosphäre des Films. Das andauernde betretene Schweigen des Hauptcharakers führt ab und zu zwar zu amüsanten Situationen, beginnt aber recht schnell zu nerven und verleiht dem Film eine Langatmigkeit. Dann das ewig gleiche Lied, wenn Don im Auto fährt. Oder die superlangsamen Fadeouts wenn er im Flugzeug sitzt. Man sieht etwa zehn Mal das Mapquest-Logo auf den Karten, die Wilson ausgedruckt hat, und zwar so dass man den Eindruck fetter Schleichwerbung nicht los wird. Alles Sachen, die mir auf den Geist gingen. Das einzige Spannende ist, wie wohl die nächste Ex lebt und was sie wohl sagen wird, wenn Don plötzlich vor der Tür steht. Meine Hoffnung verlagerte sich dann bald einmal auf einen wenigstens guten Schluss. Wie sagt man so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt...
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4.2 Sterne (77 Bewertungen) | 13 Kommentare



