Brick (2005)
Brick (2005)
Oder: Wer wars?
Brendan (Joseph Gordon-Levitt) findet die Leiche einer jungen Frau in einem versteckten Bächlein. Es ist die seiner Ex Emily (Emilie de Ravin), die ihn vor zwei Tagen noch per Telefon panisch um Hilfe bat und dabei für Brendan unverständlich von einem "Pin" und einem "Brick" sprach. Der intelligente High School Schüler versteckt die Leiche der Frau, die ihm das Herz gebrochen hat, und erforscht auf eigene Faust an der Schule, wer hinter dem Mord stecken könnte.
Mit zynischer Dreistigkeit klappert der Outsider Brendan die verschiedenen Cliquen auf dem Pausenplatz ab, mit denen Emily in Kontakt gewesen sein könnte. Die verbal agressive Kara (Meagan Good) von der Theatergruppe weiss mehr als sie zugibt. Der hitzköpfige Mustang-Fahrer Tugger (Noah Fleiss) scheint einen Jungen, der "Pin" genannt wird, zu kennen. High School Queen Laura (Nora Zehetner) organisiert exklusive Parties, die auch von Emily besucht worden sind. Der einzige, der sicher auf Brendans Seite steht, ist "The Brain" (Matt O'Leary), der ihm in der Bibliothek jeweils seine neuesten Erkenntnisse zum Fall auftischt.
DVD-Rating
Brick wurde an vielen (meist unabhängigen) Filmfestivals vorgeführt und sahnte diverse Preise ab. Sogar beim "Sundance Festival" durften die Macher einen Spezialpreis entgegen nehmen. Und das absolut verdient. Denn Brick fasziniert und packt. Die schön spannende Detektivstory wird von hervorragend aufgelegten Schauspielern vorgetragen und vor allem Joseph Gordon Levitt darf sich hiervon ein grosses Stück Lob abschneiden.
Der junge Mann, den wir noch als Ausserirdischer aus 3rd Rock from the Sun kennen, hat sich zu einem etablierten Darsteller in der Independent-Szene entwickelt und kommt regelmässig mit kleineren, aber qualitativ hochstehenden Filmen ins Kino. Schön, dass er sich nicht von Hollywood verbraten lässt, sondern seinen eigenen Weg geht. Aber trotzdem wünsche ich ihm einen Film, der auch mal so richtig beworben wird, damit man seine Leistung auch ausserhalb der Arthouse-Kinos beachtet.
Die meisten der Darsteller sind nicht so bekannt, dass man sie grad auf der Strasse erkennen dürfte. Allerdings beim genaueren hinsehen reihen sich da Filme wie Alpha Dog, Frailty oder die uns allen wohlbekannte Insel-Serie Lost in den Filmographien der Jungs und Mädes. Gut spielen tun sie alle. Die einen ein bisschen offensichtlicher, die anderen fast schon schüchtern.
Was sich allerdings als schwierig herausstellt, ist der Anspruch, den dieser Film auf den Zuschauer loslässt. Wer bei Brick nicht auf Zack ist, verliert bald mal den Faden, kann die Gesichter nicht mehr zuteilen und wird ab der komplexen Story erdrückt. Da heisst es also: Konzentration und die Guck-Gesellschaft ignorieren. Sonst kommt man bei Brick auf keinen grünen Zweig.
Fazit: Wer den Kopf bei der Sache hat, dem wird ein schöner Krimi geboten, der vielschichtig und interessant zu Werke geht. Getragen von hoffnungsvollen Jungschauspielern entwickelt sich Brick vom anfänglich unspektakulären Mordfall zum komplexen Film, der es gut versteht, zwischendurch auch mal das Augenzwinkern auszupacken und den Zuschauer dadurch zum Lachen zu bringen.
Man braucht ein bisschen Geduld, bis man im Hauptmenü der Extra-DVD ist. Aber nach dem fliessenden Kübelsack kommt die Auswahl. Eine Studentin hat die Dreharbeiten zu Brick dokumentiert und präsentiert ihren Bericht als "Making-Of". Dauert über 45 Minuten und bringt viele Bilder, Kommentare und Begebenheiten hinter den Kulissen zum Vorschein. Ein Werbe-Featurette, das ohne weiteres an TV-Stationen verkauft werden kann, ist das nächste Feature, bevor uns der Regisseur in über einer halben Stunde noch mehr Einzelheiten, Details und Wissenswertes über den Film erzählt. Ein paar erweiterte und zusätzliche Szenen (u.a. auch eine verändertes Gespräch auf dem Footballfeld vom Filmende) und eine kleine Doku über die Musik, runden den ersten Teil der Extras ab.
Storyboards, das Casting (am Beispiel von zwei Figuren) und ein Blick hinter die Kostümkulissen sind auch noch abrufbar. Ebenso ein Kurzfilm von Regisseur Rian Johnson namens "Origami Master", der handgemacht, amateurhaft, aber irgendwie cool ist. Auf der ersten DVD hat man ausserdem noch die Möglichkeit, ein paar verschiedene Audiokommentare einzuschalten.
Der Film wackelt an einigen Stellen recht wild, aber das passt gut in die Machart von Brick. Soundtechnisch hingegen ist alles in bester Ordnung. Zusammen mit den ausführlichen DVD-Extras hat man hier beim Erwerb dieser Doppel-Disc sicherlich einen guten Fang gemacht.
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4.5 Sterne (48 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 22.03.2007
- Bildformat: 1.85:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch
- Extras: Audiokommentar, Trailer, Entfallene und erweiterte Szenen, Filmdokumentation, Casting-Tapes, Interview, Featurettes, Storyboard, Kurzfilm



