Breakfast on Pluto (2005)

Breakfast on Pluto (2005)

Oder: Heiliges Kätzchen in Frauenkleidern

Breakfast on Pluto

Braden, Kitten Braden!

Patrick Braden (jung: Conor McEvoy, erwachsen: Cillian Murphy) hat schnell mal gemerkt, dass er anders ist. Nicht weil er ein vor der lokalen Kirche ausgesetztes Findelkind ist. Vielmehr hat es damit zu tun, dass Patrick gerne Frauenkleider trägt, im religiösen Internat die Lehrer mit Fragen zu Geschlechtsumwandlung zur Verzweiflung bringt und nie richtig von seiner Pflegefamilie als eigener Nachwuchs akzeptiert wurde. Schon früh hat er begonnen, seiner richtigen Mutter nachzuträumen. Sie ist eine schöne, blonde Frau, elegant wie ein Filmstar, eigentlich wie Mitzi Gaynor - so zumindest stellt er sich seine Mutter, die "Phantom Lady" vor...

Breakfast on Pluto

Ein echtes Mannsweib!

Einzig seine drei Freunde halten zu ihm. Die hübsche Charlie (Ruth Negga) ist selber auch adoptiert und träumt, Künstlerin zu werden. Laurence (Seamus Reilly) hat das Down-Syndrom, ist aber herzensgut. Der rebellische Irwin (Laurence Kinlan) schliesslich will die Welt ändern. Jahre später halten die vier noch immer zusammen. Bis die irisch-englischen Unruhen in den 70er Jahren das kleine Dörfchen erreichen und Laurence durch eine Autobombe stirbt.

Breakfast on Pluto

Let's wobble!

Patrick, welcher sich selber nur noch "Kitten" nennt, lässt die politischen Probleme hinter sich und verlässt das Dörfchen, um in London nach seiner Mutter zu suchen. Schon bald wird er von der Band "The Mohawks" aufgelesen, deren Leadsänger Billy Hatched (Gavin Friday) Gefallen an Kitten gefunden hat. Doch Bandmitglied (als Squaw, versteht sich) sollte nur einer von vielen Jobs auf der Suche nach Liebe, Verständnis und seiner Mutter bleiben...


DVD-Rating

Cillian Murphy in Frauenkleidern weckt wohl schon einige klare Erwartungen. Die sich jedoch als gänzlich falsch erwiesen. Denn es geht in diesem Film nicht um Kittens Transsexualität, sondern um seine Suche nach seiner Mutter und nach der Liebe im Allgemeinen. Der Irland/England-Konflikt mit seiner Gewalt und den Bombenanschlägen ist dabei durchaus immer wieder Thema, spielt er doch eher eine Nebenrolle. Wichtig und interessant sind Kittens Erlebnisse in seiner Heimat und später in der grossen Stadt London, seine Begegnungen mit den unterschiedlichsten Männern und wie er sich durchs Leben schlägt.

Langweilig wird es einem übrigens nicht. Kitten erzählt seine Geschichte in 36 Kapiteln, und in jedem wird eine aussergewöhnliche Person vorgestellt oder es passiert etwas. Der Film deckt dabei die ganze Gefühlspalette ab: von lustig bis tragisch und wieder zurück.

Die Figuren sind dabei wunderbar besetzt, doch der absolute Höhepunkt ist eindeutig Cillian Murphy. Er spielt Kitten mit einer unglaublichen Ruhe und Überzeugung, dass man durchaus seine Bösewicht-Rollen in Red Eye und Batman Begins vergisst. Kommt hinzu, dass er im letzten Teil des Filmes wirklich umwerfend aussieht, dass ich als Frau direkt eifersüchtig wurde. :-)

Die Extras sind mit einem Trailer und einem neunminütigen Making-of etwas mager ausgefallen. Letzteres irritiert vor allem mit einem Cillian, der plötzlich richtig männlich spricht. Die Menüoberfläche der DVD muss unbedingt erwähnt werden. Das Ganze ist liebevoll als Notizbuch von Kitten gestaltet, die Kapitel sind jeweils wie von Hand mit Kugelschreiber geschrieben und eingedeutscht, dazu gibt es Skizzen einiger Figuren.

Fazit: Ein sehr eindringlicher Film, der mit fetziger Musik und ungewöhnlichen Figuren überzeugt.

4.9 Sterne 3.8 Sterne
4.9 Sterne (30 Bewertungen) | 0 Kommentare

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26.02.2007 / th (Inhalt), nwe (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 12.12.2006

  • Bildformat: 1:1.85 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Französisch
  • Extras: Making-Of, Trailer