Bloodrayne (2005)

Bloodrayne (2005)

Oder: Du hast meine Mutter getötet - du Schwein....

Bloodrayne

Huch, vom Botox ist mir das Gesicht eingeschlafen.

Wir schreiben das 18. Jahrhundert, die Welt befindet sich im Kampf gegen finstere Vampire, welche die Herrschaft über die Menschen anstreben. Die Menschen kämpfen erbittert gegen den übermächtigen Feind, doch starke Verluste haben sie geschwächt. Zwischen den Fronten und völlig nichts ahnend, befindet sich Rayne (Kristanna Loken), ein Mischling halb Mensch, halb Vampir. Zu Beginn wird sie noch als Monstrosität in einem Zirkus vorgeführt, doch dann trinkt sie aus Notwehr zum ersten Mal das Blut eines Menschen, und der erwachte Blutdurst macht aus ihr Bloodrayne, eine gnadenlose Vampirkillerin.

Bloodrayne

Akupunktur für Fortgeschrittene

Vor Jahren hat ihr Vater Kagan (Ben Kingsley), der mächtigste aller Vampire, ihre Mutter vergewaltigt und später ermordet, jetzt will sie sich an ihm rächen. Von einer Wahrsagerin erfährt sie von einem Talisman, der sie mit Kräften ausstatten kann, die sie im Kampf gegen Kagan unterstützen. Doch das Versteck des Talismans, ein Kloster, wird von Kagans Truppen angegriffen und da trifft Rayne auf die Vampirjäger Sebastian (Matthew Davis) und Vladimir (Michael Madsen). Diese retten die vom Kampf geschwächte Rayne von Kagans Truppen und bringen sie ins Hauptquartier der Menschen.

Dort wird Rayne gepflegt und nach einem längeren Training nehmen Rayne, Sebastian und Vladimir den Kampf gegen Kagan wieder auf. Werden sie es rechtzeitig schaffen, den gnadenlosen Herrscher zu stoppen, bevor er alle Talismane gefunden hat und als schier unzerstörbarer Vampir die Menschen versklavt?


DVD-Rating

Uwe Boll, der deutsche Regisseur von Bloodrayne ist inzwischen nicht nur weltbekannt, nein, er hat sich schon beinahe zu einer eigenen Marke entwickelt. Einer Marke, welche das Genre der Gameadaptionen dominiert und in der vergangenen Jahren für Filme wie House of the Dead oder Alone in the Dark verantwortlich war. Der Begriff "Bollwerk" hat seither eine ganz neue Bedeutung erhalten und bei vielen Game-Fans ist Uwe Boll verhasst und der Inbegriff von schlechten Filmen.

Bloodrayne gilt allgemein als der "erste einigermassen geniessbare Boll-Streifen" und kann nicht nur mit starken Namen im Cast sondern auch mit guter Atmosphäre und düsterem Soundtrack punkten. Ja, so schlecht ist Bloodrayne eigentlich gar nicht. Neben einer schönen Titelheldin (Kristanna Loken) wird ein netter Adventure-Streifen geboten, der nur so von Blut trieft, mit den Vampiren einen altbekannten Gegner hat und mit Prophezeiungen und Artefakten angereichert ist. Beim ersten Mal schauen ist das durchaus noch interessant und dank regelmässig eingebauten Schwertkämpfen und einem mythischen Hintergrund bleibt man doch am Ball. Eigentlich hat Boll sein Ziel mit einem typischen Genrestreifen erreicht, doch leider braucht es doch etwas mehr, um wirklich begeistern zu können.

Trotz Genrestreifen, der möglicherweise doch bei den einen gut ankommt, vermag er wohl die anderen kaum zu begeistern, denn er wirkt doch zu unbeholfen und kombiniert altbekannten Themen mit Prophezeiungen und Talismanen und wirkt dadurch recht ausgelutscht und schon tausendmal gesehen. Das wird auch dadurch unterstrichen, dass nur wenig wirklich spektakuläre Szenen geboten werden und das erwartete Finale beinahe symbolisch ausfällt. Was Bloodrayne jedoch wirklich den Wind aus den Segeln nimmt, ist nicht nur der schlechte Schnitt in den Actionsequenzen sondern auch die schwachen Leistungen des Casts. Ben Kingsley präsentiert ein eingeschlafenes Gesicht, Michael Madsen wirkt irgendwie fehl am Platz und Michelle Rodriguez bietet kaum mehr als ihre übliche Kampf-Chick Routine. Wann wächst sie endlich aus dieser Rolle raus? Am meisten bietet neben Kristanna Loken noch Meat Loaf in seinem Kurzauftritt.

Uwe Boll prahlt oft damit, dass er in seinen Filmen gern mit Blut arbeitet. Ja, das ist zu bestätigen. Neben nackter Haut und Lokens Brüsten bietet Bloodrayne auch viel Blut, Gedärme und fliegende Körperteile. Das geht sogar soweit, dass nach dem Finale nochmals ein knapp vierminütiges Flashback mit den besten Gore-Szenen gebracht wird (nur im Directors Cut zu finden). Man merkts, irgendwie wirkt es aufgesetzt, als ob er möglichst viel Blut in einer kurzen Zeit zeigen wollte. Ich habe kein Problem mit Blut, aber es sollte nicht so wirken, als ob noch zusätzliche Szenen hineingebaut wurden, nur um noch mehr zu zeigen.

Fazit: Bloodrayne hätte sehr gute Voraussetzungen: Grosse Fangemeinde, eigentlich gute Schauspieler und eine entsprechend hübsche Hauptdarstellerin. Dennoch ist daraus ein eher unbeholfener Fantasystreifen geworden, der sich durch eine holprige und einfach gestrickte Geschichte quält und sich langsam auf ein Finale zubewegt, das dann nie kommt. Bloodrayne bleibt einer der Filme, der zwar nette Bilder liefert und eine durchaus interessante Figur vorstellt, doch den Zuschauer am Ende ernüchtert zurücklässt und man sich nur fragt: "Was sollte das Ganze?" Dennoch, wer sich durch das Game gespielt hat oder einfach einen blutgetränkten Vampirstreifen sehen will, könnte sich mit dem Film noch anfreunden, den anderen ist er weniger zu empfehlen.

Die DVD bietet den Film mit sattem Ton und guter, scharfer Bildqualität, jedoch nur mit deutschen Untertiteln. Im Bonusmaterial wird allerdings nur wenig geboten. Ein Behind the Scenes bietet lediglich kommentarlose Aufnahmen die während den Dreharbeiten gemacht wurden. Die Interviews enthalten neben ein paar kurzen Sätzen von den Hauptdarstellern eine eigene Sektion mit Lobgesang über Uwe Boll. Dazu gibt es eine nichts sagende Collage von allen CGI-Szenen und ein Mitschnitt von einem Essen mit Uwe Boll. Die erweiterten und geschnittenen Szenen werden an einem Riemen gezeigt und auch sonst wirkt es halbherzig hingeschludert. Auf solches Bonusmaterial kann man getrost verzichten, denn eigentlich sollte der Film erklärt werden und es nicht die Aufgabe des Zuschauers sein, herauszufinden, was da gerade geboten wird.

2.1 Sterne 3.8 Sterne
2.1 Sterne (28 Bewertungen) | 4 Kommentare

2.0 Sterne2 von 0.0-6.0
27.01.2007 / db


DVD-Infos

Director's Cut, erschienen am 27.10.2006

  • Bildformat: 1.78:1 (Anamorphisch Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Behind the Scenes, Dinner mit Uwe Boll, Deleted Scenes, Extended Scenes, VFX Scenes, Interviews mit Cast & Crew