Bewitched (2005)
Verliebt in eine Hexe
Bewitched (2005) Verliebt in eine Hexe
Oder: Sabrina in 20 Jahren
Das Leben einer Hexe ist schwer, kompliziert und auf Dauer auch etwas langweilig. Drum entschliesst sich Isabel Bigelow (Nicole Kidman) davon zu trennen. Keine Tricks, kein Hokuspokus oder ähnliches mehr. Ein einfaches, erfülltes Leben unter normalen Menschen. Da kann der Papi (Michael Caine) noch so sehr überall überraschend auftauchen, die Tochter hat ihren eigenen Kopf. Und vor allem möchte sie unter den "Normalos" ihren Traumprinzen finden, mit dem sie alt werden kann.
Gleichzeitig ist die Karriere des Filmstars Jack Wyatt (Will Ferrell) auf einem absteigenden Ast. Sein letzter Film ist gefloppt, die Medien fallen über ihn her und er braucht dringend wieder einen Hit, der ihn aus dem Loch holt. Da kommt die Neuverfilmung der Serie Bewitched grad richtig. Jack spielt die Hauptrolle und die weibliche Person, die neben ihm auftritt, muss so unbekannt sein, dass sich die ganze Serie um Jack dreht. Er ist der Mittelpunkt. Er ist der Star. Er will wieder hoch, in den Hollywoodhimmel.
Auf der Suche nach der perfekten Partnerin für Jack wird man bald fündig. Das legendäre Nasenkräuseln qualifiziert Isabel für die Rolle und, im Sinne eines normalen Lebens, fängt sie an, diese Filmerei zu mögen. Auch ihr Partner Jack scheint ein ganz netter zu sein. Als sie jedoch herausfindet, dass dieser sich neben ihr nur profilieren will und eigentlich ein arroganter Arsch ist, kann Isabell ihrem Vorsatz, nicht mehr zu zaubern, nicht mehr einhalten.
Kinofilm-Rating
Als Teenager, der mit Sabrina aufgewachsen ist, blieb mir fast gar nichts Anderes übrig, als mir diesen Film anzuschauen. Und ehrlich gesagt war ich auch ganz froh, Frau Kidman endlich mal wieder in einer lustigen Rolle zu sehen und nicht, wie in letzter Zeit dauernd, psychotisch gestört, kreischend oder weinend durch die Gegend rennend.
Nun aber zum Film, der mich doch eher enttäuscht hat. Die Charaktere nerven fast allesamt. Da wäre einerseits der möchtegern-Tom-Cruise-Agent von Jack, dem ich schon nach drei Minuten Leinwandpräsenz am liebsten die Faust in die Kukident überpolierte Fresse gehauen hätte. Von Jack muss man gar nicht erst reden, denn der ist den ganzen Film über so unsympathisch, dass man ihn einfach nur belächeln oder verachten muss. Und auch die Rolle der Isabel ist ein wenig zu naiv geraten. Sie mag sich zwar das Leben durch allerhand Zaubertricks vereinfacht haben, aber die letzten zehn Jahre auf dem Mars gelebt hat sie ja nicht. Bei dieser Art der Inszenierung hat man manchmal das Gefühl sie sei keine Hexe sondern ganz einfach nur Plem Plem. Der Onkel Arthur-Auftritt am Schluss ist auch eher misslungen und dämlich statt amüsant, der ganze Film zu seicht und zu lahm. Nur die Tatsache, dass man in der Rolle der verzweifelten Verliebten diesmal nicht J.Lo, Sandra Bullock oder Meg Ryan ertragen muss, rettet den Streifen vor einem totalen Klischeeabsturz.
Wie's ausgeht ist von vornherein klar, wie sich die Charaktere entwickeln ebenfalls. Es ist ganz einfach nur nochmals eine Version von Mädchen trifft Junge, die beiden verlieben sich, dann kommt ein schreckliches Geheimnis oder ein tragischer Vorfall zwischen die Zwei, am Schluss kommen sie aber doch wieder zusammen. Friede, Freude, Eierkuchen, Hollywoodhappyend. Früher habe ich solche Filme geliebt, aber heute finde ich sie höchstens noch zum Totlachen. Also entweder sind Hollywood die guten Ideen ausgegangen oder ich bin ganz einfach nur erwachsen geworden.
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2.5 Sterne (64 Bewertungen) | 21 Kommentare



