Beowulf & Grendel (2005)
Beowulf & Grendel (2005)
Oder: Anuk reloaded
Im Jahr 500 wird an der dänischen Küste ein Mann von einer Horde Reiter gejagt. Im Arm trägt der Flüchtige ein kleines Kind, das er an der Klippe versteckt, bevor er selber von Pfeilen durchbohrt wird. Der dänische König Hrotghar (Stellan Skarsgard) verschont das Kind und kehrt jubelnd zu seinem Volk zurück.
Jahre später ist aus dem Kind (das damals schon einen blonden Flaum im Gesicht hatte) ein Troll geworden. Ein Ungeheuer, das nur eins im Sinn hat: Rache. Und wer sich ihm in den Weg stellt, wird vernichtet. Als eine neue Met-Halle (Bierhalle) eingeweiht wird, schlägt Grendel (Ingvar Eggert Sigurosson) abermals zu und hinterlässt ein Schlachtfeld. Die Dänen sind am Ende und rufen um Hilfe. Sie rufen nach einem Helden des gautischen Volkes. Sie rufen nach Beowulf (Gerard Butler).
Beowulf ist den Dänen freundlich gesinnt, seit seinem Vater vor vielen Jahren Gastrecht zu Teil wurde, als man ihn aus dem Land verstiess. Mit einer Gruppe mutiger Krieger macht sich unser Held also auf, diesen Troll zu vernichten. Jedoch muss er bald feststellen, dass dieses Monster keineswegs dumm und leicht zu erlegen ist. Denn Grendel fängt an, mit den Männern zu spielen und setzt seine Abrechnung mit den Dänen fort.
Bei der Hexe Selma (Sarah Polley) versucht Beowulf Antworten auf entscheidende Fragen zu finden, muss jedoch feststellen, dass etwas die Hexe mit dem Troll verbindet, das er kaum zu verstehen vermag. Die Jagd geht weiter und das finale Aufeinandertreffen steht kurz bevor. Doch hätte Beowulf gewusst, dass Grendel auf die Hilfe seiner Mutter zählen kann, wäre er wohl gar nicht erst nach Dänemark geschiffert...
DVD-Rating
Das alte Heldenepos von Beowulf ist natürlich bekannt und wurde schon verschiedenst für Fernsehen oder Kino adaptiert. Die Geschichte des Helden aus fernem Land, der sich auf die Jagd nach einem Monster macht und dann zusätzlich noch gegen dessen Mutter antreten muss, birgt natürlich fast unendliches Potenzial für spannende Verfilmungen. Und während unter den Fittichen von Robert Zemeckis 2007 eine weitere Verfilmung in die Kinos kommen soll, wurde diejenige des Isländers Sturla Gunnarsson bei uns direkt auf DVD veröffentlicht.
Die Geschichte ist recht brutal, blutig und roh erzählt. Es hat keinen Platz für Sentimentalitäten, die Frauen sind entweder Huren oder Hexen, die Männer tragen Bart, trinken Bier und fluchen rum. Richtig sympathisch also. Dass aus dem Monster Grendel kein 08/15-Viech gemacht wurde, sondern ein Wesen mit Geschichte, spricht ebenfalls für diese Verfilmung. Dazu kommen herrliche Landschaftsaufnahmen, abgetrennte Köpfe, abgerissene Arme und mythische Begegnungen mit der Mutter des Trolls.
Schauspielerisch sind es natürlich männliche Kerle wie Gerhard Butler (*räusper*Phantom of the Opera*hüstel*) und Stellan Skarsgard, die mit ihrer rauen Art den Film beherrschen. Ihre Dialoge um Ehre, Freundschaft und Zusammenhalt gehören zu einer Sage halt einfach dazu. Neben ihnen verblassen die meisten anderen Darsteller, wobei Grendel dann doch einen überraschend guten Eindruck hinterlässt.
Fazit: Beowulf and Grendel ist eine kleine, aber feine Überraschung. Zwar ist von Anfang an klar, wie das Ganze ausgeht (man lebt ja schliesslich nicht hinter dem Mond und kennt Grendel, dessen Mutter und Beowulf), darf sich aber trotzdem einfach hinsetzen und einen Film in dreckiger, dunkler und nordischer Manier geniessen. Erinnerungen an The 13th Warrior kommen auf, dieser wird jedoch von Beowulf and Grendel locker übertroffen.
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3.1 Sterne (13 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 11.12.2006
- Bildformat: 1.78:1 (anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
- Extras: B-Roll, Cast/Crew-Infos, Featurettes, König Hrotghar, Trailer



