Alone in the Dark (2005)
Alone in the Dark (2005)
Oder: Alleingelassen vor dem Fernseher...
Edward Carnby (Christian Slater) hat sich als Privatdetektiv auf die Erkundung unerklärlicher übernatürlicher Phänomene spezialisiert und reist ständig an die entlegensten Flecken der Erde, um verschollene Zivilisationen zu erforschen. Jetzt steht er auf Shadow Island vor den Überresten der uralten Abskani-Kultur und damit vor dem grössten - und tödlichsten - Rätsel seines Lebens. Denn dort müssen Edward, Ex-Freundin Aline (Tara Reid) und sein erbitterter Rivale Burke (Stephen Dorff) eine harte Lektion lernen: Auch Dinge, an die man nicht glaubt, können einen umbringen.
DVD-Rating
Wie viele gute Filmumsetzungen von PC-Spielen haben wir eigentlich gesehen? Es gibt belangloses, aber unterhaltendes wie Resident Evil, dämmliches wie Mortal Combat und wirklich deppertes wie Alone in the Dark. Dieses Game habe ich vor vielen Jahren in klumpiger Grafik und auf 3.5 Zoll Disketten (Floppys!) geliefert, gespielt, da war noch nix mit flüssiger 3-D Grafik und anderen schönen Effekten. Und was hatte ich davon? Genau so wenig wie vom Film. Zeit verloren und Wichtigeres liegen lassen!
Uwe Bolls Umsetzung krankt an saudämmlichen, faden Dialogen und einer ziemlich lahmen Story. Nach dem noch recht verheissungvollen Beginn fällt der Film bald wie ein schlecht gebautes Kartenhaus zusammen. Dass man dem Ganzen noch einen ellenlangen Erklärungstext voranstellen musste (was nachträglich geschah), zeigt schon wie hanebüchen die Geschichte an und für sich ist. Boll und sein Team verpassen es dann aber auch, anständige Actionunterhaltung zu zelebrieren. Neben schwacher Ausführung (hey, muss man schlechte Glibbereffekte immer mit dunklen Bildern kaschieren?) und himmellausiger Spannungsdramaturgie tun die seichten Charaktere ihr übriges zum Misslingen des Films.
Christian Slater, einst gefeierter Jungstar, geistert als verlorener Einzelkämpfer und einstiger Spezialabteilungsangehöriger durch die Szenerie und wirkt als Westentaschen-Deckard aus Blade Runner mit seinem aufgesetzten Einzelgängertum und den grusligen Alpträumen eher wie eine abgestandene, halbvolle Bierflasche. Dabei ist er noch der beste einer faden Darstellerriege, die natürlich auch nicht zu beneiden war ein solch dürftiges Filmchen mit ihren Gesichtern ausstatten zu müssen. Wird wohl keinem der Anwesenden wirklich weiterhelfen. Und was wir definitiv nach diesem Film wissen: arbeitet eine hübsche Blondine in einem Museum, so trägt sie Brille, denn das macht sie schlauer...!
Wenn man es dann zum End-Shoot-out geschafft hat, und dafür muss man schon zäh mit dem Schlaf ringen (die Toneffekte vermögen einen hie und da aus dem Sekundenschlaf zu retten), gibt es noch ein paar düsterbildliche Knalleffekte (hä? was hab ich da grad gesehen und wer ist denn nu' abgemurkst worden?) und vorbei ist die ganze Sache. Danke.
Die DVD wird als Director's Cut angepriesen - härter noch als die Kinoversion, die logischerweise bei uns gar nicht zu sehen war, soll sie sein. Soso. Das Bild der DVD ist akzeptabel aber sicher nicht mehr. Das liegt wohl weniger am Transfer an und für sich als an der Machart des Films, beziehungsweise den finanziellen Möglichkeiten. Auf jeden Fall ist das Bild allgemein zu dunkel geraten, desöfteren sieht man einfach kaum was und was gibt es ärgerlicheres als einen Actionfilm angucken zu müssen, bei dem man die Action kaum sieht? In Sachen Extras bietet die DVD eine unveröffentlichte Szene, einen "amüsanten" Audiokommentar von Uwe Boll, der hie und da den Boden der Realität verlässt (zu seinen Gunsten hoffe ich mal absichtlich), das übliche PR- und Making-Of-Gedingse und Music-Clips des willkürlich zusammengestellten Soundtracks. So, nun stell ich die DVD ganz weit hinten ins Regal, Abteilung "Einmal gesehen, nie wieder anfassen!"
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1.8 Sterne (33 Bewertungen) | 28 Kommentare
DVD-Infos
Director's Cut, erschienen am 02.11.2005
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch und Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Kinotrailer + TV-Spots; Audiokommentar von Uwe Boll; Making Of; Featurette; 4-Musik-Clips; Behind-the-Actionscenes; Storyboard-Vergleich; Deleted Scene.


