Æon Flux (2005)
Æon Flux (2005)

Mit der neuen Comicadaption aus Hollywood, Aeon Flux, meldet sich auch der für dieses Genre scheinbar prädestinierte Komponist Graeme Revell wieder. So zeichnete er schon als Co-Komponist (zusammen mit John Debney und Robert Rodriguez) im Jahr 2005 mit Sin City und 2004 mit Daredevil verantwortlich für Kompositionen zu Comicadaptionen. Das Genre scheint ihn zu verfolgen und das merkt man leider auch! Aeon Flux kommt für diesen Komponisten gewohnt elektronisch daher. Dies mag für den Film zweifelsohne passend sein, doch fällt es als Hörer schwer, die Aufmerksamkeit während gut 48 Minuten diesem Technogeplänkel zu widmen. Für eingefleischte Graeme Revell-Fans wird es ausserdem ein Leichtes sein, etliche Parallelen zu seinen früheren Werken wie Tomb Raider, Daredevil, Collateral Damage, etc. zu ziehen.
Die Hauptschwäche sehe ich darin, dass der Score keine eindeutigen Höhepunkte hat und auch keine grosse thematische Entwicklung mit sich bringt. Die ganze Komposition bildet eine Art Einheitsbrei, mit einem Main Theme (welches in "Bregna 2415" vorgestellt wird), welchem Revell zwar konsequent treu bleibt, es jedoch weder gross variiert noch entwickelt. Einzig das letzte Stück "Aeon Flux" hört sich sehr schön an und lässt das ansonsten entäuschende Album als eine Art Suite überraschend "attraktiv" ausklingen.
Fazit: Es ist etwas schmerzhaft, mit ansehen zu müssen, wie Graeme Revell im Comic- Genre regelrecht gefangen scheint und dabei nicht mehr die alte Qualität, wie er sie in seiner Komposition zu The Crow (1994) bewies und welche heute noch oft als Trailer-Musik oder gar Temptrack (2005 für Kingdom of Heaven) verwendet wird, erreicht. Seinen neueren Werken fehlt es an eigenem Charakter! Zu sehr klingen sie nach alten Kompositionen und dem 08/15-MV-Stile. Wer auf der Suche nach moderner Actionmusik ist mit eigenem Charakter dem empfehle ich Werke der Komponisten John Powell (die "Bourne"-Serie) oder auch Harry Gregson-Williams (Man on Fire, Spy Game, etc.).
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