50 Ways of Saying Fabulous (2005)
50 Ways of Saying Fabulous (2005)
Oder: Coming-of Age im Neuseeländer Hinterland
Billy (Andrew Paterson) und Lou (Harriet Beattie) sind schon seit Ewigkeiten Freunde. Am liebsten spielen sie in ihrer Freizeit Szenen aus einer Science-Fiction-Serie aus dem Kinderprogramm nach. Im Schulalltag sind die beiden jedoch ziemlich unterschiedlich. Der dickliche Billy wird von den Pausenplatzrüpeln verdrescht, während Lou auch als Mädchen die klare Spielführerin der Rugbymannschaft ist.
Die langsam erwachsende Sexualität hat bei den beiden unterschiedliche Konsequenzen. Lou zurrt sich den knospenden Busen fest und ihr graust vor dem ersten BH-Kauf. Billy hingegen fragt sich, ob er nicht doch ein Puffter ist. Eins dieser Wesen, die sich mehr für Kunst als die Landwirtschaft erwärmen können und fünfzig verschiedene Worte für fabelhaft kennen. Als ein maskuliner junger Mann im verschlafenen Städtchen als Knecht anheuert, könnte die Freundschaft zwischen Billy und Lou aufs äusserste lädiert werden.
Kinofilm-Rating
Erwachsene kommen im neuseeländischen Film 50 Ways of Saying Fabulous nur am Rande vor. Sogar die neuseeländische Landschaft eine wichtigere Rolle. Das Period Piece (wir befinden uns sieben Jahre nach der ersten Mondlandung) als Kinderfilm zu bezeichnen, fällt deshalb nicht besonders schwer, vor allem weil die vielen "Day for Night"-Szenen genau gleich aussehen, wie die aus Mein Name ist Eugen. Den Film bedenkenlos den Kleinsten zu empfehlen kann man trotzdem nicht.
Sie mögen vielleicht mit dem Hauptdarsteller klarkommen, auch wenn er sich anzieht wie Gerhard Polt in Man spricht deutsh und am liebsten einen Zopf als Frisur hätte. Die bewusst verwackelten Kameraschwenks und die warmen Farben kennen sie aus den Zeichentrickfilmen. Wenn sich die Kids im Film mit Begriffen aus der Erwachsenenwelt abmühen, ist man sowieso nicht auf der Suche nach Lachern bei den Kleinsten. Richtig störend ist aber der Junge aus Dunedin. Der ist so creepy, dass man als kleiner Knopf wohl Albträume bekommt. Dass er ständig nur Wichsen hilft, macht ihn auch nicht sympathischer.
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