13 (Tzameti) (2005)

13 (Tzameti) (2005)

Oder: "Dès que l'ampule s'alume, on tire!"

13 (Tzameti)

Die weibliche Hauptrolle

Als Handwerker bekommt man so einiges aus dem Privatleben seiner Kunden mit. So auch Sébastien (Georges Babluani), der bei einem reichen Drögeler das Dach deckt. Er hört, dass der Junkie eine grössere Menge Geld erwartet. Also genau das, was der Immigrant und seine Familie auch gut gebrauchen könnten. Als eine Überdosis dem Leben seines Auftraggebers ein Ende setzt, schnappt sich Sébastien den Brief, der eigentlich für den Toten gedacht war, in der Hoffnung darin Geldscheine zu finden. Doch stattdessen wundert er sich über kryptische Anweisungen und ein 1. Klass-Bahnbillet. Da er sowieso nichts zu verlieren hat, folgt er der angegebenen Fährte, bis er mitten unter schmierigen Gestalten landet, die eine abartige Lotterie veranstalten, bei welcher der Spieler mit der Nummer 13 ist für einmal nicht Michael Ballack heisst, sondern Sébastien.


Kinofilm-Rating

Wer dreht heute noch schwarz-weiss? Steven Spielberg, wenn ihn die geschichtliche Dimension des Stoffes bedrückt. George Clooney, wenn's die geschichtliche Ästhetik verlangt. Michael Steiner, wenn die Geschichte keiner finanzieren will.

Billig musste es wohl auch beim Georgier Géla Babluani sein. Die Ästhetik seines Films ist (hoffentlich) nicht historisch verbürgt, wie bei Edward R. Murrow, aber Style hat das ganze schon. Und ohne in die Dimensionen des Holocaustes zu gelangen, ziemlich menschenverachtend ist der Twist in 13 (Tzemati) eigentlich auch. Deshalb folgt an dieser Stelle jeweils die Warnung für Zartbesaitete. Denn für Telenovela-Aficionados ist dieser Film nun wirklich ein bisschen zu hart. Noch grausamer wäre es aber, allzu viel über die Story verraten zu wollen.

Der Film lebt von den Überraschungen. Man muss sich wie das unscheinbare Bübli in der Hauptrolle ins Ungewisse saugen lassen und wird dabei bis zum Schluss wohltuend geschockt und aufs gruseligste unterhalten. So schaurig war eine Französisch sprechende Stimme seit dem letzten Franzdiktat nicht mehr, wie die des Speakers beim tödlichen Wettspiel, das im Zentrum dieses Films steht.

4.3 Sterne
4.3 Sterne (24 Bewertungen) | 9 Kommentare

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23.10.2006 / rm