Wimbledon (2004)

Wimbledon (2004)

Oder: Liebe auf dem heiligen Rasen

Wimbledon

Becker-Rolle?

1000 Bälle am Tag, 300 Tage pro Jahr, seit 25 Jahren. 7,5 Millionen Bälle also hat Peter Colt (Paul Bettany) in seinem Leben bereits gespielt. Früher war er einmal der aufsteigende Star am Tennishimmel, elfter auf der Weltrangliste und der Gewinner des Britischen Davis Cups. Mittlerweile aber scheint ihn das Glück verlassen zu haben. Er schlägt sich erfolglos auf Rang 119 herum und hat jeglichen Glauben an einen erneuten Sieg verloren. Deshalb beschliesst er, vom professionellen Tennis zurückzutreten und Tennistrainer zu werden, doch vorher gibt es noch ein Turnier zu bestreiten: Wimbledon.

Wimbledon

"Knutsch mich!"

Weil ihm im Hotel aus Versehen die falschen Zimmerschlüssel ausgehändigt werden, trifft er bereits vor Turnierbeginn auf die amerikanische Tennisspielerin Lizzie Bradbury (Kirsten Dunst), die einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlässt. Sie ist jung, ambitioniert und möchte um jeden Preis gewinnen. Als sie sich am nächsten Tag beim Üben auf dem Tennisplatz wiedertreffen, verabreden sie sich spontan und kommen sich schliesslich, während des gemeinsamen Abends, näher. Von da an scheint für Colt wieder alles zu stimmen. Es sieht so aus als würde er jedes Spiel mühelos gewinnen und seine alte Zuversicht beginnt zurück zu kehren. Sogar sein ehemaliger Agent nimmt ihn wieder unter Vertrag und er wird immer mehr von den Journalisten belagert.

Wimbledon

Cheeeese!

Doch dann erfährt Lizzies Vater (Sam Neill) von der Beziehung und ist so gar nicht einverstanden damit. Er sieht in Colt nur eine Ablenkung, die seine Tochter den Sieg kosten könnte. Er befiehlt ihr deshalb, sich erst nach Ende des Turniers wieder mit Colt zu treffen. Doch die beiden hören nicht auf ihn und treffen sich heimlich weiter, auch in der Nacht vor dem Halbfinal. Am nächsten Morgen ist Lizzie sichtlich unkonzentriert und verliert deshalb ihr Spiel. Sie ist wütend, weil sie Colt die Schuld an ihrem Versagen gibt und teilt ihm mit, sie wolle ihn nie mehr wieder sehen. Colt ist enttäuscht und verletzt, doch er muss sich zusammenreissen, denn es wartet immer noch ein Wimbledon Finale auf ihn. Kann er es auch ohne Lizzies Unterstützung gewinnen? Wird er wirklich aufhören Tennis zu spielen? Und gibt es doch noch ein Happy End für Lizzie und Peter?


DVD-Rating

Jeder, der schon mal irgendwie was von Tennis gehört hat, weiss, dass im englischen Ort Wimbledon das berühmteste Turnier mit dem Filzball stattfindet. Wer dort gewinnt, macht sich unsterblich. Dort kosten Erdbeeren mit Schlagrahm höllisch viel und wer nicht ein mehrheitlich weisses Tenue trägt, braucht gar nicht erst auf den Platz zu kommen. In dieser Umgebung präsentiert uns Regisseur Richard Loncraine einen herrlichen Film, der nicht von Tennis und Sport handelt, sondern auch von Liebe, Romantik und der von witzigen Szenen nur so strotzt. Dazu hat er sich einen Hauptdarsteller engagiert, den man von der ersten Sekunde an mag und der dem anderen Vorzeige-Engländer Hugh Grant mächtig Feuer unterm Hintern macht.

In der illustren und überzeugenden Reihe von englischen Romantikkomödien wie Love actually oder About a Boy braucht sich Wimbledon auf gar keinen Fall zu verstecken. Herrlich sind die Figuren, schön die Bilder, einigermassen spannend die Tennismatches und lustig die Dialoge. Vor allem natürlich Paul Bettany schafft es locker, ihn grad von Anfang an zu mögen. Seine Selbstgespräche bei den Services sind klasse und seine (storytechnische) Schlagfertigkeit ebenso. Dazu kommt seine lustige Familie, mit dem Bruder der immer gegen ihn wettet, dem Vater (Bernard Hill aus der Lord of the Rings-Trilogie) der aufgrund verschiedener Problemchen mit der Ehefrau im Baumhaus sitzt und natürlich der amerikanische Manager (US-Regisseur Jon Favreau), der völlig überdreht daherkommt.

Allerdings machten mir zwei Personen einen dicken Strich durch den ganzen Spass. Was der Engländer an der unsympathischen Rolle von Kirsten Dunst finden konnte, bleibt mir weiterhin ein Rätsel. Die Göre hat mich jedes Mal grauslig genervt. Ihr Vater ebenfalls. Obwohl er eher im Hintergrund agiert, hätte man für diese Rolle nicht unbedingt ein bekanntes Gesicht gebraucht. Diese beiden waren für mich die Schwachpunkte von Wimbledon.

Fazit: Wimbledon ist ein lässiger Tennisfilm, der nicht nur die Action und das Drama auf dem Rasen zeigt, sondern regelmässig in romantische Gefilde abschweift, die dem ganzen aber recht gut tun. Gastauftritte von ehemaligen Tennisprofis runden den guten Eindruck ab und wenn man hört, dass ein Roger Federer schon früh im Turnier ausgeschieden sein soll, möchte man diesen ganzen Film doch eher in die Sparte "Fantasy" einbinden, denn in "Romantikkomödie". Oder?

Die DVD bietet einen schönen Aufbau der Features, welche mit den Hintergründen der Geschichte beginnt. Kurz und schmerzlos zwar, aber ein bisschen informativ ist es allemal. Auch die Kunst mit den animierten Bällen, die natürlich nachträglich reingeschnitten wurden, wird erklärt. Ebenso ein kurzer Bericht über die Schauspieler, die sich zur Vorbereitung für die Rollen einem ausführlichen Tennistraining unterzogen haben. Dann kann man einen kleinen Blick hinter die Kulissen des Filmes, respektive der Dreharbeiten werfen und in allen Features kommen diverse Schauspieler, Produzenten, Spezialisten, Berühmtheiten aus der Tennisszene und ähnlich involvierte Personen vor. Den üblichen Audiokommentar gibts natürlich auch anzuwählen. Ton und Bild sind sauber und schnörkellos.

4.0 Sterne 3.0 Sterne
4.0 Sterne (35 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
12.07.2005 / kat (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 07.07.2005

  • Bildformat: 2.35:1
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Türkisch, Griechisch, Hebräisch
  • Extras: Audiokommentar, Willkommen im Club, Ballgefühl, Vom Schauspieler zum Tennisstar, Hinter den Kulissen, Trailer