Wicker Park (2004)
Sehnsüchtig
Wicker Park (2004) Sehnsüchtig
Oder: Love makes you do crazy things
Matthew (Josh Hartnett) ist ein aufstrebender Investment Banker, der bald eine Geschäftsreise nach China antreten soll. Er steht ausserdem kurz vor der Verlobung mit der hübschen Rebecca (Jessica Paré), die gleichzeitig die Schwester seines Vorgesetzten ist. Dennoch scheint Matthew nicht glücklich zu sein, wirkt müde, nervös und verspannt. Bald wird auch klar, warum.
Als er eines Tages bei einem Geschäftsessen im Restaurant auf die Toilette muss, hört er das Gespräch einer Frau in der angrenzenden Telefonkabine mit und ist wie vom Blitz getroffen. Sie hat genau die gleiche Stimme wie Lisa (Diane Kruger), seine Exfreundin, die vor zwei Jahren einfach spurlos verschwunden ist. Er erwischt die unbekannte Frau zwar nicht mehr, findet aber das Prospekt eines Hotels und die dazugehörige Zimmerkarte.
Von nun an beginnt für Matthew eine wilde Jagd auf den Spuren dieser unbekannten Frau, die möglicherweise Lisa sein könnte. Sein früheres Leben beginnt sich mit dem jetzigen zu vermischen, er muss Rebecca anlügen und zeitweise ist er sich nicht einmal mehr sicher, ob nicht alles bloss eine Täuschung war. Schliesslich spürt er das Appartement der Unbekannten auf und verschafft sich Zutritt dazu. Was er findet sind genau dasselbe Parfüm, das Lisa getragen hat und Absatzschuhe mit der gleichen Schuhgrösse, aber eine völlig andere Frau. Lebt Lisa überhaupt noch? Welche Verbindung besteht zwischen den beiden Frauen?
Kinofilm-Rating
Wow, Hut ab, dieser Film hat mich echt positiv überrascht. Mit keinen besonders grossen Erwartungen begann ich diesen Film zu schauen. Man kennt sie ja, die dramatischen Mystery-Geschichten, die so gut anfangen, aber dann eine so miserable oder an den Haaren herbeigezogene Auflösung haben, dass einem zum Heulen ist. Doch am Ende war ich echt froh, ihn gesehen zu haben. Die Flashbacks, die nach und nach die Geschichte von Matthews und Lisas Beziehung erzählen, sind perfekt eingebaut und die Kameraarbeit/effekte eine Freude fürs Auge.
Josh Hartnett ist endlich wieder einmal in einer ernsthaften Rolle zu sehen, was ihm viel besser steht als beispielsweise die kindischen und debilen Auftritte in 40 days and 40 nights oder Blow Dry. Anfänglich mag man das Gefühl haben, dass Diane Kruger neben Hartnett viel älter und erwachsener wirkt, doch er gleicht diesen optischen Unterschied durch seine Performance allemal aus. Die gesamte Garde von Jungschauspielern (Neben Hartnett und Kruger noch erwähnenswert: Rose Byrne (Troy) und Matthew Lillard (Scooby-Doo)), die sich Regisseur Paul McGuigan für Wicker Park ausgesucht hat, überzeugt und gibt dem Film so einen spritzigen und erfrischenden Touch.
Schade ist einzig, dass bereits ab der Mitte des Filmes klar ist, wie das Ende wohl aussehen wird. Ein paar kleine Logikfehler haben sich zwar auch noch eingeschlichen, können aber grosszügig vernachlässigt werden, da sie dem Film die Spannung und die gute Story nicht rauben.
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4.8 Sterne (21 Bewertungen) | 1 Kommentar



