What the #$*! do we (k)now!? (2004)

Ich weiss, dass ich nichts weiss!

What the #$*! do we (k)now!? (2004) Ich weiss, dass ich nichts weiss!

Oder: "Ich bin immer noch verwirrt, aber auf einem höheren Niveau."

What the #$*! do we (k)now!?

Erleuchtung garantiert!

Amanda ( Marlee Matlin, die für Children of a lesser God vor zwanzig Jahren einen Oscar bekam) ist eine schwerhörige Fotografin. Sie lebt mit einer leicht debilen Blondine zusammen und muss selber auch Pillen schlucken. Früher war sie einmal eine erfolgreiche Basketballerin. Ein kleiner Streetballer erinnert sie auf dem Weg zur Arbeit an diese vergangene Zeit. Deshalb verpasst sie ihren Zug und kommt zu spät zur Arbeit.

Doch es kommt noch schlimmer. Ausgerechnet Amanda, die überzeugte Singlefrau, die nach schlechten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht nicht gerade gut auf Männer zu sprechen ist, muss eine polnische Hochzeit fotografieren. Entgegen ihren eigenen Intentionen hat sie trotzdem ihren Spass...

Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und ein weiblicher Guru (Wäre das dann eine Gurina? Oder eine Gura?) namens Ramtha erklären dem Zuschauer wieso.


Kinofilm-Rating

What the #$*! Do We (K)now!? wird der Einfachheit halber "What the Bleep Do We (K)now!?" ausgesprochen. In die Lücke darf sich jeder reindenken, was er will. Der Titel ist denn auch das Tiefsinnigste am ganzen Film, der eigentlich ganz wissenschaftlich beginnt. Gelehrte reden über die Quantenmechanik. Auch wenn man kein Experte auf dem Gebiet ist, kann man den Ausführungen zu dieser sowieso schwierig zu verstehenden physikalischen Theorie, recht gut folgen. Ein bisschen seltsam ist, dass die Experten nicht per Namenseinblendung identifiziert werden. Vielleicht schämt sich der eine oder andere, dass im Film behauptet wird, die Ureinwohner Amerikas hätten Kolumbus' Schiffe am Horizont nicht sehen können, weil sie ja gar nicht wussten, was ein Schiff ist. Die Frage "Was ist Realität?" und das Werweissen darüber, ob dein Haus noch existiert, auch wenn du nicht zuhause bist, sind anscheinend von der Quantenmechanik hervorgerufene philosophische Fragen. So weit, so doch ziemlich interessant.

Plötzlich wird's dann aber theologisch. Die Gelehrten ziehen über die Verfehlungen der Weltreligionen her, nur um dann den Bogen zur Biochemie zu spannen. Mittels Computergraphik blitzen die Synapsen. Peptide und Hormone spriessen. Als dann wie Gummibärchen aussehende Zellen anfangen zu Robert Palmers "Addicted to Love" eine riesige Party zu feiern, ist der Punkt erreicht, wo man ernsthaft darüber nachzudenken beginnt, ob der Film nicht doch eine Verarsche ist. Mit einem simplen "Glaube an dich selbst!" als finale Botschaft, kippt der Film dann vollends ins Esoterische.

What the #$*! Do We (K)now!? ist ein schwachsinniger Mix aus BBC-Doku, Sektenwerbevideo und Joe's Apartment, dem MTV-Film mit den singenden und tanzende Kakerlaken. Schlussendlich stellen sich die Wissenschaftler trotzdem noch vor. Studiert haben sie zumindest. Bis auf das Medium Judith Knight, welche die Botschaften des 35'000 Jahre alten Kriegers Ramtha verbreiten soll. Wenig überraschend, sind die drei Filmemacher William Arntz, Betsy Chasse und Mark Vicente bekennende Anhänger Rhamtas Schule der Erleuchtung. Statt dass man nach dem Film weiss, dass man nichts weiss, fragt man sich, wieso es dieses Machwerk überhaupt in die Kinos schaffte und von nahmhaften Filmkritikern beachtet wird - und nicht einzig und allein vom dazugehörigen Fachmann Hugo Stamm.

2.0 Sterne
2.0 Sterne (8 Bewertungen) | 5 Kommentare

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04.05.2006 / rm