Walking Tall (2004)

Walking Tall - Auf eigene Faust

Walking Tall (2004) Walking Tall - Auf eigene Faust

Oder: Aufräumen mit dem Rock

Chris Vaughn (The Rock) ist ehemaliger Soldat der US Special Forces und kehrt in sein Heimatstädtchen zurück. Zurück zur Familie, seinen alten Freunden und hoffend auf einen Job im Sägewerk, das früher die Einnahmequelle Nummer 1 der Stadt war. Er hatte es sich so schön ausgemalt....

Walking Tall

"Wir machen schon nichts unverschämtes"

Nachdem die Familie und sein, inzwischen Drogenfreier, Jugendkumpel Ray Templeton (Johnny Knoxville) mitsamt alter Freunde begrüsst worden ist, taucht auch sein ehemaliger High-Schoo-Rivale Jay Hamilton (Neal McDonough) auf. Natürlich muss zuerst die Männlichkeit auf dem Footballfeld getestet werden und schon da wird klar, dass Hamilton mit unfairen Mitteln spielt. Er gibt sich zwar als Kumpel aus, hat aber eigentlich etwas ganz anderes vor. Ihm gehört das "Wild Cherry". Ein Casino, eine Spielhölle, ein Drogenumschlagplatz. Ihm gehört auch das alte Sägewerk, dass er kurz nach Erwerb geschlossen hatte. Warum wohl?

Hamiltons Einladung folgend entdecken Vaughn und Kollegen am Abend, dass das Wild Cherry keineswegs harmlos ist. Es wird betrogen und belogen. Und das vor den wachen Augen des inzwischen stinkwütenden Chris Vaughn, der sofort beginnt, den Laden auseinander zu nehmen. Tja, aber alle Securities sind sogar für einen Ex-Militäry zuviel und so wird er regelrecht auseinandergenommen und man findet ihn blutüberströmt und kurz vor dem Tod auf der Strasse wieder. Jetzt reichts aber!

Walking Tall

"Okay, wir tun's doch, äätsch"

Nachdem Chris' Neffe auch noch mit einer Drogenvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist genug Heu drunten. Er entgeht einer Verurteilung durch das Gericht (in dem er seinen vernarbten Oberkörper zeigt) und wird der neue Sheriff in Town. Klar, dass es jetzt den bösen Buben an den Kragen geht. Vor allem Drogenboss Hamilton ist auf der Liste des neuen Sheriffs ganz oben.

Mit (mehr oder weniger) Unterstützung seines Kumpels Ray und seiner inzwischen wieder aufgewärmten Flamme Deni (Ashley Scott) wird aufgeräumt. Und zwar richtig. Keiner entkommt dem Polizist mit dem Holzknüppel. Wenn einer für Ordnung sorgt, dann Sheriff Vaughn.


Kinofilm-Rating

The Rock kehrt auf die Leinwand zurück. Dieses Mal mit einem Remake des Originals von 1973. Ein verletzungsbedingter Ausfall im Football, ungeahnter Ruhm und Reichtum im Wrestling-Business und dann der Sprung auf die grosse Leinwand. Was in einer kleinen Rolle in The Mummy returns angefangen hat, setzt sich hier beeindruckend fort. Dwayne Johnson, so sein richtiger Name, verkörpert eine neue Generation von Actionhelden. Charmant, Charismatisch, mit einem lausbübischen Lächeln, den Schalk in den Augen, besserer Körperbau als Vin Diesel und mehr Haare als Bruce Willis. Was will man (oder Frau) mehr? Seine Erfolge in der Filmwelt sprechen für sich, auch wenn er bisher noch nicht den ganz grossen Kracher in seiner Filmographie vorzuzeigen hat.

In Walking Tall regiert ein Mann die Leinwand. Niemand kommt auch nur annähernd an die Präsenz des oben erwähnten Felsens heran. Schauspielerisch wird hier niemand gefordert und trotzdem ist der Hauptdarsteller von der ersten Sekunde an sympathisch. Ihm wird man hier folgen. Was er sagt, gilt. Verprügelt er jemanden, hat es dieser sicher verdient. Der Film steigt und fällt mit The Rock.

Leider ist die Hauptrolle schon ziemlich das einzige, was an diesem (zu) kurzen und bubi-einfach gestrickten Film so richtig überzeugen mag. Ein Mann kommt per Schiff an, sieht das seine Stadt zum Drogenparadies geworden ist, prügelt sich, überzeugt das Gericht anhand seiner erlittenen Verletzungen und wird sofort Sheriff. Auch seine ehemalige Freundin wird bei der dritten Begegnung schon wieder fröhlich in die Bettlaken gedrückt. Kein Schnickschnack, sondern gradlinige und schnörkellose Action.

Fazit: Walking Tall ist Fast-Food-Kino in Reinkultur. Kein Blabla, kein grosses Drumherum, sondern ab die Post und hopp dä Bäse. Leider ist das Drehbuch sowas von schlecht, die Schauspieler übelst (ausser The Rock, der wirklich eine gute Figur macht) und die einzelnen Situationen so lächerlich, dass aus einem wohl ernst gemeinten Film (basiert ja auf einer wahren Begebenheit...) eine unfreiwillige Actionkomödie wurde, die man am nächsten Tag sofort wieder vergessen hat. Man darf dem sympathischen Samoaner für seine nächsten Rollen ein bessere Händchen gönnen. Denn dass er das Zeug zum Superstar hat, beweist er einmal mehr. Leider gehts mit solchen Filmen aber eher in Richtung Videothek.

Die Bewertung von 3 Sternen setzt sich übrigens aus ein paar schönen Actionsequenzen, ein paar witzigen Szenen und einem riesigen Rock-Bonus zusammen. Hätte man hier einen anderen Hauptdarsteller gehabt, wäre das wohl ein Kandidat für den unnötigsten Film des Jahres geworden.

3.5 Sterne
3.5 Sterne (47 Bewertungen) | 15 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
14.08.2004 / muri