The Village (2004)

The Village (2004)

Oder: So ein Leben auf dem Lande!

The Village

Should I stay or should I go?

Wir schreiben das Jahr 1897. Im kleinen Städtchen Covington in Pennsylvania leben die Menschen rund um Edward Walker (William Hurt). Es geht ihnen gut, sie haben zu essen, viel Arbeit und die verschiedenen Liebeleien tun dem Dorfleben gut.

Was eigentlich ganz harmlos klingt, ist in Wirklichkeit ein Städtchen, dass, vom Wald umringt, in Angst lebt. In Angst vor Kreaturen, von denen man nicht spricht und die im Wald wohnen. Vor langer Zeit hatte man ein Abkommen getroffen, dass keiner aus dem Dorf diesen Wald je betreten darf und die Kreaturen, die nachts scheinbar um die Häuser schleichen, würden in Frieden mit den Menschen leben.

The Village

Gelbkäppchen @ work

In Covington lebt auch Lucius Hunt (Joaquin Phoenix). Er ist ein stiller Zeitgenosse. Er redet nur, wenn es Sinn macht und er hat einen waghalsigen Vorschlag. Da ein kleiner Junge gerade eben verstorben ist, dahingesiecht von einer Krankheit, möchte Lucius durch den Wald in die Stadt gehen, um Medizin zu kaufen, damit man sich in Not behelfen kann. Seine blinde Freundin Ivy Walker (Bryce Dallas Howard) will das natürlich nicht zulassen, kann aber nicht verhindern, dass Lucius eines Tages die Grenze zum Wald übertritt und so das Unheimliche heraufbeschwört. Nächtliche Besuche der Kreaturen und rote Streifen an verschiedenen Hauswänden folgen und das Dorf gerät in Angst und Panik.

Neben Lucius ist da noch Noah Percy (Adrian Brody). Der zurückgebliebene und geistig verwirrte Mann hat herausbekommen, dass seine geliebte Ivy nun einen anderen heiraten will und sticht diesen (Lucius) mit einem Messer nieder. Da keine Medizin im Dorf ist, will sich Ivy auf den Weg in die Stadt machen.

Doch im Wald erwarten nicht nur Wind und Wetter die blinde Frau. Nein. Dort wo diejenigen leben, von denen man nicht spricht, warten nicht nur grauenhafte Begegnungen auf Ivy. Nein, ihr wird auch klar, was die Dorfältesten mit den unheimlichen Viechern zu tun haben.


DVD-Rating

Alles was M. Night Shyamalan auf die Leinwand bringt wird unverzüglich auf twist-festigkeit getestet. Der Fluch des Erfolgs. Wer seine Filme nach The Sixth Sense allerdings auf diesen letzten Zwick am Ende festlegt und bewertet, dem entgeht oft beste Kinounerhaltung. Zugegeben, M. Night Shyamalan legt es auch darauf an, irgendwie muss er immer irgendwo eine besondere Überraschung schaffen. Und dann, wie im Fall von The Village, lässt er sich kurzum auch noch dazu überreden das eigentlich gut gemeinte Originalende neu zu drehen?

The Village ist ein wesentlich leiserer Shyamalan, ruhig in Szenen gesetzt, in seiner Besonnenheit an The Sixth Sense erinnernd. Von dieser Ruhe profitiert der Film immens, genug mit all diesen schnittpotenten Megahochglanzfilmen. Und wie so oft, findet der Regisseur auch hier Möglichkeiten um reizvolle Akzente zu setzen, stärker mit Bildsprache zu arbeiten, interessante Schnittvarianten zu finden, als mit verbrauchten Knalleffekten um sich zu werfen. Tondesign und Musikeinsatz sind wiederum exzellent gelungen, ein absolutes Plus der Filme von M. Night Shyamalan. Auf die Diskussion um Vorhersehbarkeit der Story mag ich gar nicht eingehen, nachher ist sowieso immer jeder klüger und die Ausgangslage um The Village scheint zu deutlich auf das mögliche Ende hinzuweisen. Doch etwas sollte der junge Filmemacher wirklich unterlassen: seine Kurzauftritte gehören mit zu den miesesten Minuten in seinen Filmen. Der Mann kann einfach nicht schauspielern!

Womit wir beim Cast angelangt wären, ein potentiell starkes Moment in den Filmen von M. Night Shyamalan und auch hier ist die Schauspielerei in der Tat nicht zu verachten. William Hurt, Joaquin Phoenix, Sigourney Weaver, Adrien Brody. Gestandene Mimen durch und durch, wenngleich ich bis jetzt noch nicht weiss, was Sigourney Weaver hier genau für eine Funktion hat, wenn nicht unauffällig zu bleiben. Nicht gar so überragend wie der Regisseur selbst, der sie alleine aufgrund eines Theaterspiels engagierte, fand ich Bryce Howard in der Rolle der blinden Ivy. Blinde Charaktere sind ohnehin nicht einfach wiederzugeben, das ist ein jahrzehntelanges Filmproblem. Eingebunden in diese Geschichte gerät die Charakterisierung, insgesamt die Liebesgeschichte, dann aber auch zu offensichtlich.

Wenn auch die allerletzte Prise Salz in der Suppe fehlte, so ist The Village trotzdem atmosphärisch feine Unterhaltung mit einer insgesamt gesehen gar nicht mal so uninteressanten Aussage.

Die Extras sind nicht umwerfend, aber zumindest nett. Die Deleted Scenes sind kommentiert, so wie es sein sollte, das übliche Making-Of ist sogar ein bisschen über dem Niveau der sonstigen PR-Dosis auf DVDs. Und wie so üblich findet sich ein neuerliches Jugendwerk vom Regisseur auf der DVD,

3.6 Sterne 4.0 Sterne
3.6 Sterne (179 Bewertungen) | 57 Kommentare

4.54.5
02.02.2005 / muri (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 01.02.2005

  • Bildformat: 1.85:1 (anamorph)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1 & DTS), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch
  • Extras: Making Of: Auswahl der Filmlocation, Casting der Hauptdarsteller, Vorbereitungs- und Ausbildungs-Camp, Filmmusik, Schnitt & Ton, Interviews mit den Hauptdarstellern, dem Regisseur und Produzenten; Ausschnitte aus dem persönlichen Tagebuch von Bryce Dalllas Howard; Zusätzliche Szenen mit Einführung vom Regisseur; Fotogalerie; M. Night's Home Movie.