The Terminal (2004)
The Terminal (2004)
Oder: He's late. Big time!
Viktor Navorski (Tom Hanks) kommt aus dem osteuropäischen Land Krakozia und ist soeben in New York am Flughafen gelandet. Alles scheint normal. Die Leute, das Gedränge und die Wartezeiten vor der Passkontrolle. Als Viktor endlich an der Reihe ist, wird sein Pass eingezogen und er selber ins Büro des Sicherheits-Managers Frank Dixon (Stanley Tucci) geführt. Dort wird ihm klargemacht, dass sein Land sich in der Zwischenzeit im Bürgerkrieg befindet und technisch auf der Landkarte nicht mehr existiert. Das heisst, Navorski darf weder nach Amerika einreisen, noch zurück nach Hause. Da der kurrlige Lebemann praktisch kein Englisch versteht, dauert es eine Weile, bis man ihn schlussendlich in die Wartehalle stellt, mit Essenscoupons ausstattet und ihn doch bittet, zu warten, bis sich die Situation wieder beruhigt hat.
Doch was tun? Navorski beginnt sich zu beschäftigen. Zwar gehen seine Essensgutscheine schnell verloren und auch die Situation in seinem Land ist unverändert. Einzig seine Lebensfreude scheint diesem Mann nichts und niemand nehmen zu können. Tag für Tag kreuzt er am Visumsschalter auf. Tag für Tag wird er abgewiesen. Er übernachtet im geschlossenen Gate 67, verdient sich Geld indem er Kofferwagen zurückbringt und für jeden 25 Cent bekommt. Er ernährt sich von Crackers, Ketchup und hin und wieder einem Whopper. Bis die Angestellten am Flughafen auf diesen komischen Kauz aufmerksam werden.
Bürokrat Dixon versucht inzwischen, diesen "Flughafengeist" loszuwerden. Doch alles scheint fehl zu schlagen. Nicht einmal den offensichtlichsten Weg scheint der Mann aus Krakozia zu begreifen, geschweige denn endlich, endlich den Flughafen zu verlassen. Navorski beginnt Freundschaften mit dem Personal zu schliessen, erweist sich als Verkuppler eines jungen Päärchens und findet schliesslich in der Stewardess Amelia (Catherine Zeta Jones) eine Frau, die ihm gehörig den Kopf verdreht.
Ob es Viktor schlussendlich gelingt, den Flughafen zu verlassen, ob es ihm gelingt, das Herz der Stewardess zu gewinnen und was genau in seiner Erdnussbüchse ist, wird alles aufgeklärt. Doch bis dahin ist Viktor "unakzeptiert" und versucht, das Beste aus seinem Leben im Flughafen zu machen.
Kinofilm-Rating
Wenn sich Regisseur Steven Spielberg und der zweifache Oscargewinner Tom Hanks zu einem Film treffen, darf sich der Filmfan freuen. Nach Saving Private Ryan und Catch me if you can liefern die beiden mit The Terminal bereits ihre dritte Zusammenarbeit. Inspiriert von der Geschichte des Iraners Merhan Nasseri, der seit 1988 im französischen Flughafen "Charles de Gaulle" lebt, präsentiert Hollywood eine Art Dramödie (Drama/Komödie), die den Zuschauer durch die Facetten der Gefühle führt.
Erstmal möchte ich aber kurz die Umstände dieser Filmvorführung erwähnen. Denn man darf von den Kitag-Kinos halten, was man will, aber für The Terminal hatten sie sich etwas ganz besonderes ausgedacht. Das Kino wurde für zwei Stunden zur Abflughalle. Da schwirrten Stewardessen herum, es wurde geputzt, der Kinosaal mit "Gate" beschrieben und Freiflüge gabs auch noch zu gewinnen. Ein dickes, fettes Kompliment von dieser Seite an die Macher dieses Events. Endlich mal so richtig kreativ. Hat Spass gemacht.
Doch zurück zum eigentlichen Höhepunkt. The Terminal. Wie angekündigt, bekommt man eine "Dramödie" geliefert. Während ein grosser Teil der 128 Minuten den Zuschauer zum lachen bringt, hat die Geschichte durchaus ernsteren Charakter und sogar die Romantik kommt nicht zu kurz. Den Witz und den Humor des Filmes bestimmen ganz klar die Verständigungsschwierigkeiten der Hauptperson mit dem nur englisch sprechenden Büromaterial des Flughafens. Missverständnisse, lustige Situationen und ein Tom Hanks in absoluter Galaform überzeugen definitiv. Man darf sich durchaus fragen, wie man selber in einer solchen Situation reagieren würde und ob man das ganze ebenso humorvoll, naiv und unschuldig bewältigen würde, wie es die Figur von Tom Hanks tut.
Neben dem Hauptdarsteller sticht ein weiterer Charakter deutlich aus dem Pool der Figuren heraus. Stanley Tucci, als bürokratischer, engstirniger, aber schlussendlich doch um sieben Ecken sympathischer Sicherheits-Chef. Die "Duelle", die er sich mit Hanks liefert sind herrlich und sein Durchbruch zum absoluten Topshot wäre ihm mehr als nur zu gönnen. Als dritter "grosser" Name, geistert Catherine Zeta-Jones durch die Flughallen und hinterlässt leider nur einen oberflächlichen Eindruck. Zwar spielt sie den Love-Interest, kann aber aufgrund ihrer spärlichen Auftritte und ihrer richtig blöden und stereotypischen Rolle nicht wirklich überzeugen.
Fazit: The Terminal verspricht viel und kann auch das Meiste davon halten. Allerdings ist auch hier wieder zu sagen, dass der Regisseur sich die letzen 20 Minuten hätte schenken können (wie bei Hanks' Film Cast Away) und aus einer realistischen und ernsten Grundsituation eine leichte und nur bedingt sich der Ernsthaftigkeit stellende Komödie gebastelt hat. Da nützen auch Kriegsbilder auf CNN, Liebeswerbungen oder weinende Hauptdarsteller nichts. Trotzdem ist der Film sicherlich denjenigen zu empfehlen, die sich wundern, dass man auf einem Flughafen mehr erleben kann als nur einen Starbucks-Kafi schnappen, die Koffer aufgeben und von Gate zu Gate rennen.
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4.5 Sterne (116 Bewertungen) | 27 Kommentare




