Super Size Me (2004)

Super Size Me (2004)

Oder: ...ist einfach guuuut!

Super Size Me

En Guete!

Wie ungesund ist Fastfood wirklich? Der junge New Yorker Filmemacher Morgan Spurlock möchte es am eigenen Leibe erfahren. 30 Tage lang darf er sich nur von Esswaren aus dem McDonalds-Angebot ernähren. Dreimal am Tag muss eine Mahlzeit verzehrt werden und jeder Posten der McDo-Speisekarte mindestens einmal genossen werden. Ausserdem muss Morgan, wird er danach gefragt, die "Super Size"-Grösse des Menus bestellen. Bereits nach wenigen Tagen Mc-Diät stellen die Ärzte Erschreckendes fest. Zu dieser "Haupthandlung" gibt es als Beilage einige Fakten und Interviews im humoristischen Michael Moore-Stil.


DVD-Rating

Nach der Runde Super Size Me habe ich mich beim Überlegen erwischt, wann ich zuletzt bei den Freunden des goldenen M's zu Besuch war. Beruhigt stellte ich fest, dass es doch mehrere Wochen her sind, obschon die Frage auftauchte ob der doch desöfteren an meiner Haustür klingelnde Pizzakurier mir denn viel gesünderes Essen bringt.

Wie dem auch immer sei, Morgan Spurlocks Selbstversuch ist eine witzige und zugleich erschreckende Angelegenheit, eigentlich nicht immer todernst, ausgenommen für ihn selber, und doch ein unglaubliches Beispiel an unserer kranken Gesellschaft. Fast Food ist ungesund, macht dick... und schmeckt. Aber nur wenn man es nicht 3x täglich in sich schüttet und ich frage mich ernsthaft, wie Morgan Spurlock das geschafft hat - abnehmen kann nicht schwieriger sein und zur Nachahmung ist die Burger-Orgie wirklich nicht empfohlen. Wer schon einen USA-Besuch hinter sich hat, weiss wie krank die Portionen in den einschlägigen Fressketten "enet" dem Teich sind. Dass so ein "Super Size"-Menü Mr. Spurlock schon zu Beginn des Films zum rückwärtigen Geniessen bringt, leuchtet ein.

Im Gegensatz zu Michael Moores letztem Film, vermag Super Size Me weitaus kurzweiliger zu unterhalten und das nicht ohne zum Nachdenken anzuregen (siehe Absatz 1 dieses Reviews *hust*). Und auch wenn Super Size Me mich nicht davon abhalten wird, ab und an in einen Fish Mac zu beissen, was auch ganz sicher nicht die Absicht des Films war, so erschreckt doch immer wieder die Unverfrorenheit von Grosskonzernen und die Verstricktheit derer und ihrer Schutzverbände mit der ausführenden Politik. Ob der Film etwas geändert hat oder ändern wird, ist zu bezweifeln, almighty McDonalds hat jedenfalls stets abgestritten ihre Super Size Menüs aufgrund dessen abgesetzt zu haben.

Sei es wie es ist, die Art und Weise der Moore-Dokus scheint sich durchgesetzt zu haben. Ich halte von diesem Stil der "Ohrfeige ins Gesicht" als Dokumentarstil nicht allzu viel, weil sich eine Boulevardisierung in ein Medium einschleicht, in dem ich mehr als nur Selbstdarstellung und Expertenansichten sehen möchte. Dennoch ist es wohl der Weg insbesondere das amerikanische Publikum auf Problematiken aufmerksam zu machen, während Europa sich auf die Schultern klopft und grinst "wir haben's immer schon gesagt" und lustvoll in die gesunde Currywurst beisst.

Der DVD liegt nicht etwa ein Veganer-Rezeptbuch, aber auch kein Big Mäc bei, ein paar geschnittene Szenen sind aber enthalten, notwendig sind sie nicht (deshalb geschnitten...). Was ich gerne gesehen hätte, lieber als bei vielen anderen Filmen, wäre ein Audiokommentar des Filmemachers. Ansonsten hör ich jetzt auf, ich muss noch schnell ins Drive-In.

3.9 Sterne 4.0 Sterne
3.9 Sterne (75 Bewertungen) | 12 Kommentare

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16.01.2005 / ma (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 20.01.2005

  • Bildformat: 16:9
  • Sprachen: Englisch, Deutsch/Englisch, Französisch
  • Untertitel: Deutsch, Französisch
  • Extras: Trailer; Geschnittene Szenen; Interview mit Eric Schlosser ("A Fast Food Nation"); Kleines Experiment.