The Drowning Ghost - Strandvaskaren (2004)

The Drowning Ghost - Strandvaskaren (2004)

Oder: I know what you did in Sweden

The Drowning Ghost - Strandvaskaren

Mittagsschlaf?

In Hellenstad, irgendwo in der schwedischen Provinz, steht ein traditionelles Internat. Vor 100 Jahren hat hier ein Bauer mit seiner Sichel gewütet und drei Schüler zerstückelt. Anschliessend hat er sich im nahe gelegenen See ertränkt. Doch jedes Jahr kehrt der Geist des Sensemanns zurück, um in den Gängen des Inernats zu Spuken. Diese Legende wird von den Schülern jährlich mit einem Saufgelage gefeiert. Doch Sara (Rebecka Hemse) möchte endlich die Wahrheit über diesen Mythos erfahren und beschliesst, die Nachforschungen in ihrer Abschlussarbeit zu dokumentieren. Kaum beginnt Sara tiefer in die Geheimnisse dieser Geschichte einzudringen, taucht der Sensemann tatsächlich wieder auf und hinterlässt blutige Spuren. Da schien also doch was dran gewesen zu sein, an diesem Schauermärchen?


Kinofilm-Rating

Mit einem Sack über dem Kopf und einer Sense in der Hand besuchte ein Killer aus Schweden das 5. Internationale Festival des Fantastischen Filmes in Neichâtel (NIFFF). Der Film wurde im Rahmen des Internationalen Wettbewerbes gezeigt, und ist die einzige nordische Produktion, die am diesjährigen Festival zu sehen ist.

Drowning Ghost ist ein Slasher, wie er amerikanischer nicht sein könnte, nur eben schwedisch gesprochen. Beinahe bewundernswert, wie Regisseur Mikael Hafstroem die Checkliste abhakt, ohne auch nur eine Zutat zu vergessen. Die Figuren sind die üblichen Verdächtigen: Die etwas schüchterne Protagonistin, die zur Heldin mutiert, ihre tussige Freundin, die eigentlich ganz lieb ist, der reiche Schnösel, der nur wegen seinem Vater an dieser Schule ist, die neuen verdächtigen Schüler und der alte Drache, die Rektorin. Aufhalten tun sich diese Figuren am liebsten in dunklen Korridoren, Kellern, ausgetrockneten Brunnen, verlassenen Scheunen und natürlich der Dusche.

Die Geschichte, die hier erzählt wird ist Eiskaffee. Kalter Kaffee halt, aber trotzdem zu geniessen, wenn die Sonne scheint. Saras Ermittlungen sind spannend genug, um die Zuschauer bei der Stange zu halten und die schummrigen Locations können sich sehen lassen. Auch schauspielerisch gibt es hier nichts zu meckern. Doch wieder einmal müssen hier 25+Jährige in Rollen schlüpfen, die sich unterhalb ihrer Altersklasse befinden.

Doch irgendwie vermag dies alles nicht wirklich zu packen. Dafür hat man diesen Film einfach schon zu oft gesehen, zum Beispiel als er I know what you did last Summer hiess. Das Blut wird sparsam dosiert, das Timing der Schockeffekte ist mässig und die üblichen Irrungen und Wendungen langweilig und, wie so oft, eher weit hergeholt. Der Streifen ist nicht schlecht und mag an einem verregneten Tag gar unterhalten, doch irgendwie zeigt sich halt langsam ein Slasher-Overkill-Syndrom und auch Europa scheint hier nur nachzuziehen, statt frischen Wind in dieses abgelutschte Genre zu bringen.

2.8 Sterne
2.8 Sterne (3 Bewertungen) | 1 Kommentar

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30.06.2005 / ma