Strähl (2004)
Strähl (2004)
Oder: "Tammi!"
Herbert Strähl (Roeland Wiesnekker) ist Drogenfahnder der Zürcher Stadtpolizei und sein Revier ist die Langstrasse. Schon lange träumt er davon, einmal einen richtig grossen Fisch zu fangen. Einer der mindestens so gross ist, wie die Piranhas in seinem Aquarium. Den albanischen Drogenboss mit der seltsamen Frisur, Berisha, zum Beispiel. Doch Strähl schlägt sich nun seit Jahren mit kleinen Untermännern und Fixern rum, denn Berisha selbst ist nie mit Drogen zu erwischen.
Von seiner Frau wurde er verlassen, seine Kollegen respektieren ihn nicht. Der Tablettensucht verfallen lebt der cholerische Strähl ein tristes und einsames Leben. Und als sich bei einer Hausdurchsuchung ein Fixer aus dem Fenster stürzt und verletzt, wird Strähl auf Grund einer Fehlaussage suspendiert. Auf sich gestellt muss er nun versuchen, seinen Namen reinzuwaschen. Doch mit ganz sauberen Mitteln scheint es nicht möglich zu sein...
DVD-Rating
Bullenfilme gehören zum filmischen Hoheitsgebiet der Amerikaner. Strähl ist ein gelungener Versuch, die Dominanz zu durchbrechen. Bullenfilme sind meist auch Grossstadtfilme. Zürich ist beileibe keine, doch mit "Chreis Foif", dem FCZ und der Seepolizei bietet sie genug Lokalkolorit, um als eigenständisches Metropölchen wahrgenommen zu werden. Wiesnekker ist selber bleich und abgefuckt wie ein Junkie und es macht Spass, ihm beim Schimanskijacke mit einem deftigen "Tammi!" auf den Boden schmeissen zuzusehen. Fast ohne Fördergelder produziert wurde Strähl zurecht zum Kultfilm.
Die DVD bietet wie auch die offizielle Website so einiges. Schweizer Audiokommentare haben immer einen leichten Touch von Sechseläuten-TV-Kommentar. Die beiden Autoren Michael Sauter und David Keller und Regisseur Manuel Flurin Hendry erzählen von der Entwicklung des Plot (Das Smartiesorakel ist aus "Bravo Girl") und den Dreharbeiten (Warum man nicht das originale Stadtpolizeilogo sieht). Sie verraten zwar den Namen des Piranhas, verschweigen aber in welchem Puff gefilmt worden ist.
Das Feature The Meaning of Movies, das gleich nach dem Hauptfilm startet, zeigt trotz origineller Aufmachung nicht viel speziell Interessantes. Beim 15-minütigen Making-of wünscht man sich mehr Hintergründe über das finanzielle Risiko, das Produzentin Susann Rüdlinger viel zu wenig ausführlich anspricht. Dafür wird man genauestens aufgeklärt über den schon fast zur "Stadtlegende" gewordenen Angriff der verwirrten Kreis5-Bewohnerin auf die vermeintlichen Satanisten in der Crew.
Auch das Menu wurde ideenreich der Handlung des Films angepasst, was leider unangenehme Wartezeiten bei der Kapitelauswahl nach sich zieht. Ausserdem gibt's Fotos und einen Trailer, der während der politischen Kampagne für mehr Filmförderung im Kanton Zürich verwendet wurde - aus Strähl wurde Wähl!.
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3.9 Sterne (43 Bewertungen) | 6 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 26.01.2005
- Bildformat: 1.85:1 (anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Schweizerdeutsch: Dolby Digital 2.0
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch und Deutsch für Gehörlose
- Extras: Dokumentation "The making of STRÄHL", Audiokommentar mit Regisseur und Autoren, Interviews mit dem Cast und den Filmemachern, Biographien, Kinotrailer, Propaganda-Trailer, Bilder vom Dreh, Pressestimmen, Werbematerial, Hidden Feature, Presseheft (DVD-Rom)



