Sommersturm (2004)

Sommersturm (2004)

Oder: Davon wird dein Busen auch nicht grösser

Sommersturm

Zwei Flachwichser

Tobi und Achim sind unzertrennlich. Sie sind die Champs des Ruderclubs Starnberg (RCS) in Oberbayern und würgen sich auch mal zusammen den Jürgen nach dem Training. Tobi hegt intensive Gefühle für Achim und man schmiedet gemeinsame Interrailpläne. Achims Freundin Sandra ist ihm dabei ein Dorn im Auge. Sein Flirt mit der attraktriven Anke vom RCS, weiss er nicht richtig einzuschätzen.

Diesem Sommer geht der RCS ins Zeltlager mit abschliessender Regatta. Nur der Trainer denkt aber an den Pokal in der Kategorie der gemischten Doppelvierer. Seine Schützlinge freuen sich auf den ersten Sex am Lagerfeuer. Vor allem die grossstädtisch erfahrenen Busenwunder aus Berlin, die ihr kommen angekündigt haben, sollen nicht ohne sein. Doch statt der Mädchenschaft kommen die rein männlichen "Queerschläger" aus Berlin an den See im Bergischen Land und sorgen für Aufruhr unter den Oberbayern. Die Jungs sind, wie es der Teamname suggeriert, alle schwul...


Kinofilm-Rating

Wer kennt sie nicht, die "Foto Love Stories" in der Bravo? Die Bildergeschichten mit Sprechblasen geben wöchentlich mehrseitige Einblick in Liebe und Triebe von jungen Menschen. Sie sind witzig und flott erzählt. Es geht immer nur um das eine. Und man kann dabei auch was lernen. Naht das Ende der Pubertät, sind die Witze irgendwann nur noch kindisch und man hat selber genug Erfahrungen gesammelt, so dass der Lerneffekt kleiner wird.

Sommersturm ist wie eine Bravo Love Story. Aufregend für Pubertierende, klischiert und albern für alle andern. Albern weil der Film zwar mit zärtlichen Bildern vom ersten "schwulen" Mal durchaus realistischeres zur Homosexualität zeigt als sonstige Vulkanetten im deutschen Kino, dann aber auch derbe Spässe wie das Einklemmen der Vorhaut im Reissverschluss bringen muss, damit man trotz aller ernster "Aufklärung" auch was zum Lachen hat. Klischiert sind vor allem die Figuren und deren Gegenüberstellungen. Die oberbayrischen Landeier treffen auf die progressiven Städter aus der Hauptstadt. Das brünstigen Mädchen verwirrt den schwulen Jungen im Schilf. Der Homomacker will den homophoben Heti kneten und so weiter und so fort. Zudem wird der Film von einer nervenden Symbolik beherrscht. Zum Beispiel pellt sich Tobi vor seinem Coming-Out und während des titelgebenden Sommersturms entlädt sich die ganze Spannung, die sich im Zeltlager angesammelt hat.

Schlau war einzig die Idee des Drehbuchautors, die Handlung rund ums Rudern drehen zu lassen. An einer Regatta ist die Film gezeigte Konstellation von Grüppchen durchaus möglich und lecker-nackte Haut zeigen, liegt in der Natur der Sache. Pluspunkte gibt's auch für Hauptdarsteller Robert Stadlober, der durch sein Können als einziger im Cast seiner Figur die nötige Glaubhaftigkeit einflössen kann. Eigentlich schade. Das Thema "Coming-Out" hätte einen besseren Film verdient.

4.7 Sterne
4.7 Sterne (21 Bewertungen) | 5 Kommentare

2.52.5
02.10.2004 / rm