Somersault (2004)
Somersault - Wie Parfum in der Luft
Somersault (2004) Somersault - Wie Parfum in der Luft
Oder: Heidi, deine Welt sind nicht die Berge
Die Teenagerin Heidi (Abbie Cornish) reisst von zu Hause aus, nachdem sie von ihrer Mutter mit deren Freund im Bett erwischt wird. Sie strandet im Skigebiet Jindabyne, auf der Suche nach einem Mann, der ihr in Canberra seine Karte zugesteckt hat. Stattdessen trifft sie auf Joe (Sam Worthington), der sie aus der Disco abschleppt, aber am nächsten Morgen aus dem Motelzimmer verduftet - französisch.
Heim zu Mama kann Heidi nicht. Ohne Geld und hungrig findet sie Unterschlupf bei der älteren Motelbesitzerin und schliesslich auch einen Job als Verkäuferin in einer Tanke. Heidi fühlt sich in der neuen Umgebung einigermassen heimisch und hat alles, was sie will - bis auf Joe. Der ruft nie zurück, weil er selber nicht genau weiss, was er will. Weil er sich nicht meldet, sucht sich Heidi halt andere Männer.
Kinofilm-Rating
Somersault ist einer dieser Filme, in denen die Hauptdarstellerin unbedingt knallrote Handschuhe tragen muss, die brutal mit der grauen Welt, in der sie sich befindet, kontrastieren. Ruhig darf sich die Hauptdarstellerin auch mal eine Skibrille mit rosa Gläsern aufsetzen, damit die Welt ein bisschen farbiger erscheint. Ehrensache, dass nur schöne Menschen die streng ästhetische Szenerie durchwandern. Somersault ist sicher ein sehr schöner Film. Die Cinematography ist fantastisch und Abbie Cornish mit ihren caramelfarbenen Augen und der süssen Stubsnase ein blonder Engel auf Erden. In ihrer Heimat Australien hofft die Presse schon auf die - Gott behüte - "neue Kidman". Als wäre Tom Cruise nochmals so blöd, eine australische Schnepfe zu ehelichen, die dann berühmter wird als er selber.
Doch warum Somersault gleich dreizehn australische Filmpreise gewonnen hat - in anderen Worten A L L E (!) - ist nicht hundertprozentig nachvollziehbar. In einem australischen Film Schnee zu sehen, ist zwar speziell, aber nicht zwingend preiswürdig. Somersault handelt von einem dieser Mädchen, das als "Kind im Körper einer Frau", entweder nicht zwischen Sex und Liebe unterscheiden kann oder einfach strohdumm ist. Die Regisseurin Cate Shortland verzichtet in ihrem Debut zwar darauf, Heidis verzweifelte Suche nach Zuneigung moralisch zu werten und vom Vorwurf, einen Film für "Glüschtler" zu drehen, ist sie als Frau befreit. Doch trotz aller Vielschichtigkeit der Handlung wird man nicht richtig gepackt von den Figuren. Ein typischer Vertreter der Filme, denen der Stil wichtiger ist als die Substanz der Geschichte.
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4.8 Sterne (19 Bewertungen) | 3 Kommentare


