The Echo - Sigaw (2004)

The Echo - Sigaw (2004)

Oder: Das Grauen aus dem siebten Stock

The Echo - Sigaw

Iih. Hast Du kein Odol?

Marvin ist stolz darauf, endlich aus dem Elternhaus ausgezogen zu sein. Er erhofft sich eine neue Selbstständigkeit in seiner ersten Wohnung, einem schäbigen Zimmer im 7. Geschoss einer baufälligen Bruchbude. Bereits in der ersten Nacht ist nichts mit gemütlichem Schlafen, denn aus allen Ecken ertönen undefinierbare, unheimliche Geräusche. Das Nachbarspärchen scheint sich in einem Streit, heftig in die Haare gekriegt zu haben. Ihre kleine Tochter irrt unterdessen in den Gängen des Hauses herum, um vor den streitenden Eltern zu flüchten.

In der zweiten Nacht wird Marvin stutzig: Derselbe Streit entfacht erneut. Eheman Bert beschuldigt seine Frau einer Affäre mit einem Unbekannten, während Tochter Lara beim jungen Jude in der Nebenwohnung Zuflucht findet. Doch als Bert beginnt, auf seine Frau einzuschlagen, flüchtet die Kleine aus Judes Wohnung. Dann fällt ein Schuss...

Gemeinsam mit seiner hübschen Freundin Pinki möchte Marvin diesen, sich jede Nacht wiederholenden Szenen auf den Grund gehen. Offensichtlich haben sie sich in der Vergangenheit abgespielt. Doch wie sind die Geister zu beruhigen?


Kinofilm-Rating

Sigaw des Philippinen Yam Laranas orientiert sich stark an jenen Geistergeschichten, die wir aus dem japanischen Kino zu Genüge kennen, und deren Hollywoodremakes noch immer Kassen füllen. Alle Elemente sind vorhanden: Gfüüüürchiges Mädchen, dunkle Gänge und diverses Tropfen von den schäbigen Gemäuern. Die Kulisse erinnert stark an Dark Water, inklusive kauzigem Hauswart und leerstehenden Appartements. Alles wurde sehr düster und stimmungsvoll in Szene gesetzt. Der Film gewann zurecht diverse Preise für Ton- und Kameraarbeit. Vor allem die Tonspur ist wirklich sehr effektiv und wird imer wieder für Schreckeffekte eingesetzt, die grösstenteils auch als solche funktionieren.

Schade, dass die Geschichte dem formal hohen Niveau nicht das Wasser reichen kann. Die langatmige Story bringt keinerlei Überraschungen und spätestens nach Erreichen der 60 Minuten-Marke ist der Zuschauer um einiges kluger als die Hauptfigure vorne auf der Leinwand. Ein paar gruselige Szenen gibt es dann doch noch zu sehen, bevor der Film auf sein offensichtliches Finale zusteuert. So bleibt die Erkenntnis, dass hier zwar talentierte, technisch begabte Künstler am Werk waren, jedoch die Geschichte von allen guten Geistern Verlassen wurde. Einer der schwächsten Beiträge in der Reihe "New Cinema from Asia", in dessen Rahmen der Film am 6. Internationalen Festival des Fantsatischen Filmes in Neuchâtel (NIFFF) gezeigt wurde. Dank seiner schicken Machart jedoch, bleibt Sigaw für Genrefans dennoch knapp sehenswert.

3.0 Sterne
3.0 Sterne (2 Bewertungen) | 0 Kommentare

33
11.07.2006 / ma