Shark Tale (2004)
Grosse Haie - Kleine Fische
Shark Tale (2004) Grosse Haie - Kleine Fische
Oder: Underwather Hai-Society
Oscar (Stimme von Will Smith) ist ein kleiner Fisch im grossen Riff. Seine Klappe hat ihn schon in manch Ärger geritten, aber auch wieder aus diesem heraus. Er ist ein Grossmaul, das hoch hinaus will. Momentan arbeitet (okay, er arbeitet nicht wirklich) Oscar in einer "Whale-Wash"-Anlage. Er selbst fühlt sich als niemand und will ein "jemand" werden. Hoch hinaus und berühmt und erfolgreich und und und... Was er dabei übersieht ist, dass vor seinen Augen jemand schwimmt, dessen Herz er schon lange erobert hat.
Lenny (Stimme von Jack Black) ist ein Hai. Ein grosser Hai. Ein Böser Hai. Ein weisser Hai. Theoretisch. Er ist der Sohn des Bosses Lino (Stimme von Robert de Niro), der das Riff sein regiert und für seine Söhne nur das Beste will. Denn es ist Zeit, das Revier den beiden Sprösslingen Lenny und Frankie zu überlassen. Doch Lenny will nicht so richtig. Es fehlt im der Killerinstinkt. Die Brutalität. Denn Lenny schafft es sogar beim familiären Abendessen die Makrelen aus dem Fenster zu schubsen und ihnen die Freiheit zu geben.
Frankie bekommt den Auftrag, aus Lenny einen "richtigen" Hai zu machen und siehe da, die Beute zappelt schon vor ihren Augen. Es ist Oscar, dessen Grossmaul ihn dieses Mal endgültig das Leben kosten soll. Sein Boss, Mr. Sykes (Stimme von Martin Scorsese) hat seine zwei jamaikanischen Quallen-Handlanger mit der Beseitigung des Plapperfisches beauftragt. Und wie es kommen muss, schafft es der Hai Lenny auch dieses Mal nicht, den kleinen Fisch zu fressen und zwingt seinen Bruder einzugreifen. Dieser wird von einem Anker getroffen und verendet noch am Tatort. Oscar, nicht faul und schlitzohrig, gibt sich darauf hin als "Shark-Slayer" aus. Er, der kleine Niemand, hat eigenhändig einen Hai getötet. Das Riff hat seinen Helden.
Und während die Hai-Society nun vor dem furchtlosen Haischlächter zittert, freunden sich Oscar und Lenny an. Doch als die Familie des "ermordeten" Haifischs Rache schwört, ist guter Rat teuer. Entweder die ganze Geschichte fliegt als Lüge auf oder Oscar muss vor den Augen aller einen weiteren Hai killen. Lenny ist zwar dabei, aber das Vorhaben ist komplizierter, als es sich anhört...
Kinofilm-Rating
Wenn man sich die Liste der Stars ansieht, die für diesen Film ihre Stimme geliehen haben, dann läuft jedem anständigen Filmfan das Wasser im Mund zusammen. Will Smith (hip), Renee Zellweger (sülzig), Angelina Jolie (bitchy), Robert de Niro (klassisch mafiosig), Martin Scorsese (wie man ihn nicht kennt), Jack Black (genial, einmal mehr), Peter Falk (fast flüsternd) oder Ziggy Marley (easy, Mann). Wann hats so einen Cast schon mal gegeben. Und über diese Stimmen irgendeinen negativen Kommentar abzugeben, bring ich nicht übers Herz. Da passt jede Figur, De Niros italienischer Akzent und seine Gespräche mit Real-Life-Kumpel Scorsese sind hammermässig. Gratulation an die Castingagentur.
Wenn man sich so im Kino gemütlich hinsetzt und der Film anfängt, darf man sich auf etwa 10 - 15 Minuten Bombardierung von Gags einstellen. Denn in dieser Anfangsphase wird so ziemlich jedes Register gezogen, dass das Publikum zu lachen, schreien oder quietschen bringt. Das Problem ist nur... Was kommt danach? Zu meinem Erstaunen gings sogar tierisch lustig weiter. Ein bisschen eine Abnahme des Gag-Faktors ist festzustellen, aber der Unterhaltungswert ist auch nach knapp einer Stunde noch sehr hoch und voll überzeugend.
Gegen Ende hat dann der Schnauf nicht mehr so gereicht. Da scheinen die Schwächen des Films gnadenlos durch. Jedes Fischchen findet sein Schmusi, Familien vertragen sich auf wundersame Weise wieder und ohne zuviel zu verraten, darf man sich auf ein beschwingtes und grooviges Happy-end freuen. Das ist zwar alles gut und nett, kann sich aber mit dem Rest des Filmes nicht messen. Leider. Und während zum Beispiel ein Finding Nemo mich persönlich von A-Z begeistert hat, musste ich gegen Ende dieses Filmes doch ein bisschen zehren.
Animationstechnisch ist Shark Tale ganz klar auf die ältern Kinder ausgerichtet. Während der Pixar'sche Clownfisch die ganze Familie vom Kleinkind bis zum Ömi packte, dürften hier die jüngsten Besucher definitiv überfordert sein. Die Witze sind für die älteren Fischfreunde und so mancher Filmfan wird vor Anspielungen kaum mehr wissen, welche Szene jetzt am coolsten war. Ebenso hapert es an der Animation der einzelnen Charaktere. Eine Renee Zellweger erkennt man sofort in ihrer Fischrolle. Ebenso einen Will Smith und eine Angelina Jolie. Die Haifische sind da besser getroffen, sprich dem Sprecher unähnlicher. Warum versucht eigentlich Dreamworks immer wieder, ihre Animationsfiguren den Gesichtern der Sprecher anzupassen? Das war schon bei Antz, der ja in Konkurrenz zu A Bugs Life lief, ein grosses Handicap. Naja, vielleicht lernen sies ja noch, wenn auch dieser Film an den Kassen hinter der Konkurrenz zurückbleibt.
Fazit: Yep. Cool, man. Hat mir gefallen, dieser Unterwassertrip. Als meine Favoriten hab ich mir die jamaikanischen Quallen ausgesucht, die praktisch in jeder Szene zum wiehern waren. Dazu noch ein toller Robert de Niro und Witze am Laufmeter. Wer mit Disney'scher Magie nichts anfangen kann und nicht so grossen Wert auf niedliche Animationen legt, der wird mit Shark Tale bestens bedient. Ach, wer auf lustigen Trickfilm steht, soll rein. Fertig.
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3.7 Sterne (91 Bewertungen) | 38 Kommentare




