Secret Window (2004)
Das geheime Fenster
Secret Window (2004) Das geheime Fenster
Oder: Depp und King sind nicht mein Ding
Mort Rainey (Johnny Depp) entdeckt sein Frau (Maria Bello) im Bett mit einem anderen. Sechs Monate später vereinsamt der Schriftsteller in einer Blockhütte beim Schreiben seines neuesten Werks. Eines Tages taucht vor seiner Tür ein mysteriöser Südstaatler auf, der sich als John Shooter (John Torturro) vorstellt und ihn des Plagiats bezichtigt. Das Ganze stellt sich schnell als ein Missverständnis heraus. Es lässt sich aber nicht so einfach beweisen, wie es scheint. Shooter gibt Rainey drei Tage Zeit, sich der Sache anzunehmen und die Zeitschrift aufzutreiben, die beweisen soll, dass Raineys Fassung früher rauskam. Bald tauchen die ersten Leichen auf...
Kinofilm-Rating
Johnny Depp hat sich in seinem ersten Film nach The Pirates of the Caribbean in eine Stephen King - Verfilmung verirrt. Bebrillt und mit zotteligem Haar schreibt er an seinem neuen Roman und wird nur von der Putzfrau gestört, die die Krümel seiner Kartoffelchips saugt. Er verbringt dabei mehr Zeit mit Nickerchen auf der Couch als vor dem Laptop. Bis dann der Hillbilly Mr. Shooter in sein Leben tritt. Richtig, ein Psychofan wie in Misery. Auch sonst ist nicht viel Neues aus dem Hause King zu vermelden. Ein Best-of der ganz alltäglichen Ängste, die dem King-Fan nur allzu bekannt vorkommen. Der Schreibstau (Shining), Haustiere vergraben (Pet Sematary), Zigarettenabstinenz (Quitters, Inc.) und der schon angesprochene Psychofan werden in Secret Window alle aufgegossen. Gelockert wird das altbekannte durch einen witzigen Johnny Depp, der seiner Rolle einiges an Komischem abgewinnen kann, und der im Subplot abgehandelten Szenen einer zerrütteten Ehe mit einem Mann zu viel an Bord.
In der Gattung King-Verfilmungen erreicht David Koepps Film Mittelmass. In der imaginären Hitparade von Johnny Depps Gesamtwerk schafft er es nicht über die hintersten Ränge hinaus. Je weniger man über den Film weiss, desto mehr - wenn auch karge - Unterhaltung bietet er. Deshalb nur soviel: Man wandert diesmal nicht ins Übersinnliche ab, wie bei Dreamcatcher, der letzten King-Verfilmung, die es in die hiesigen Kinos schaffte. Der Filmtitel gibt zudem wenig Aufschluss über die Geschichte. Das Fenster muss so geheim sein, dass sogar der Film nichts genaueres darüber sagen darf.
Beim Abspann sitzen bleiben lohnt sich, wenn man Depp noch mal hören möchte.
![]()
3.8 Sterne (96 Bewertungen) | 20 Kommentare


