Saw (2004)
Saw (2004)
Oder: Heilä Heilä Sääge....
Adam (Leigh Whannell) und Dr. Lawrence Gordon (Cary Elwes) kennen sich nicht. Umso seltsamer, dass die beiden sich in einem saumässig dreckigen Keller in Gesellschaft einer männlichen Leiche mit Kopfschuss und einem verstopften Klo wieder finden. Je in einer anderen Ecke an ein Heizungsrohr gekettet wundern sie sich erstmal, wie sie in dieses Loch gekommen sind.
Es heisst "Wie? Weshalb? Warum? Warum ist die Leiche stumm?", bis der schlaue Dr. merkt, dass die Uhr in anbetracht der restlichen Armaturen im Raum, doch einen ziemlich fabrikneuen Eindruck macht. Da will wohl einer sicherstellen, dass die beiden die genaue Uhrzeit mitbekommen. Dieser auf die Pünktlichkeit bedachte, nicht sonderlich liebenswerte Mitmensch ist der Serienmörder Jigsaw, der sich einen Spass daraus macht, Menschen in ausweglos scheinende Situationen zu bringen, wo sie nur rauskommen, wenn sie sich gegenseitig umbringen.
Die Gemahlin und das Töchterchen des Doktors sind deshalb auch schon im Jigsaws Gewahrsam und Dr. Gorden hat sechs Stunden Zeit, seinen tempöraren Zellengenossen das Zeitliche segnen zu lassen. Erstmal muss er aber von der Kette loskommen. Die Sägen, die Adam und Dr. Gordon finden, wären sicher hilfreich. Leider durchschneiden diese kein Metall...
DVD-Rating
Es sei ein kleiner Film, der im Internet gross geworden ist. Eine Reise in die krankhafte Fantasie einiger Amateurfilmer, die das Genre bereichern sollen. "Krank", "psychisch gestört" oder einfach "der Wahnsinn". So die verschiedenen Meinungen über "SAW", der nur kurz (und vor allem nur spät Abends) in den Schweizer Kinos lief, jetzt als DVD-Edition erhältlich ist und den Leuten den Schlaf rauben soll.
Die Ausgangslage ist extrem simpel. Da nimmt man einen Killer mit unheimlicher Fastnachtsmaske, der durch ausgeklügelte Spielchen seine Opfer in den Tod treibt, zeigt ein paar *wäh* Beispiele dazu und lässt das ganze in einem Rahmen erscheinen, der kaum gruseliger und abscheulicher sein könnte. Dazu kommen herzgefährdende Schockmomente und verschiedene Schauspieler, die man doch auch schon irgendwo gesehen hat. Und wer am Schluss wirklich nicht geschockt ist und das Atmen fast vergisst, der guckt sich entweder solche Filme vor dem Frühstück oder hat sonst spezielle Hobbys....
Ich war auf alle Fälle geschockt, hatte Hühnerhaut und verfluche natürlich (im Nachhinein) solche Filme, die ich mir immer wieder anschaue und danach wieder Herztropfen nehmen muss... Das letzte Mal hatte ich mich bei The Ring so gegruselt, aber SAW setzt dem noch einen obendrauf... Denn hier sind die Hauptpersonen aus dem Leben gegriffen. Ein Doktor, der seine ehelichen Probleme im Hotel löst. Ein Verlierer, der nichts auf die Reihe kriegt. Ein Detektiv, der seinen Partner rächen will. Charaktere und Personen, die unfreiwillig zum Teil dieser Sache werden. Die Personen werden zu Taten gezwungen, die sie normal niemals tun würden. Das alles in der Angst um ihr eigenes Leben und zur Belustigung des Drahtziehers im Hintergrund.
Schauspielerisch grossartig gefallen hat mir Gary Elwes, den man aus Filmen wie Hot Shots kennen dürfte. Seine Figur ist anfänglich arrogant und oberflächlich, wird dann aber zunehmend besorgter um seine Familie und zerbricht an den Aufgaben. Einige sagen dem "over-acting", ich nenns einfach mal eine beeindruckende Leistung. Auch die anderen bekannten Gesichter machen ihre Sache sehr gut und verleihen dem Film einen Charakter und eine Ernsthaftigkeit, die das Publikum schaudern lässt.
Fazit: SAW ist ein gelungenes Experiment, das in den Genrekreisen für Furore sorgte. Wer sich gruseln lassen will, auf Horror steht, dessen Auswirkungen man selber fertigspinnen muss oder wer mal wieder knapp 90 Minuten angespannt am Sessel kleben will, ist hier richtig. Zwar sieht man nicht viel Blut (das Ende mal abgesehen) oder irgendwelche ekligen Szenen, denn solche werden meist nur angedeutet und das eigene Hirn spinnt die Szene dann weiter bis zum "wäääh" oder "um Himmels Willen", das unweigerlich kommt. Ebenso wie die Jumpers, die selten sind, aber heftig einfahren.
Auf der DVD mit dem Directors Cut, der satte 7 Sekunden länger ist (!), finden sich als Extras ein Musikvideo der Gruppe "Fear Factory", das schön geschnitten ist und unerwartet gute Musik liefert. Dazu gibt es den Trailer auf Deutsch und auf Englisch und natürlich die obligaten Trailers verschiedener Genrefilme, denen man hier erstaunlicherweise auch Million Dollar Baby angehängt hat.
Auf der Disc mit der Kinofassung gibt es ein paar wenige Features mehr anzuschauen. Zwar sind die Trailer und das Musikvideo die gleichen, wie auf der anderen Disc, dafür kriegt man hier noch die "unrated" Version und ein Making-of zum Video geliefert. Ein knapp über zwei Minuten langes Feature lässt die beiden Verantwortlichen für diesen Schocker kurz zu Wort kommen und ein bisschen erzählen. Dazu gibt es schnell geschnittene Szenen aus dem Film. Das nächste sind fünf TV-Spots zum Film, die irgendwie im Ohr weh tun... Was die Schauspieler über den Film und ihre Rollen denken, kann man sich in einem 18-minütigen Feature angucken, in dem sie interviewt werden und halt so ein bisschen über den Film plaudern. Ein unkommentierter Blick hinter die Kulissen rundet das Angebot an Features auf dieser sehr schön aufgemachten DVD ab. Oder doch nicht?
Denn wer diese DVD-Collectors-Edition kauft, der bekommt nicht nur zweimal den praktisch gleichen Film, sondern auch noch den SAW Soundtrack. Da rockts mächtig und die Songs sind wirklich ein Ohr voll wert. Zwar haben mir nicht alle Songs gefallen, aber der Song der "Fear Factory" ("Bite the Hand that bleeds") hats mir angetan....
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4.4 Sterne (182 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1,85:1
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 6.1 dts ES)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Audiokommentar der Macher, Interviews, Behind the Scenes, Musikvideo + Making-of, Trailer, TV-Spots, Featurette "Sawed off"



