Raising Helen (2004)
Liebe auf Umwegen
Raising Helen (2004) Liebe auf Umwegen
Oder: Was bin ich?
Helen (Kate Hudson) ist "on top of the Game". Sie arbeitet in einer Modelagentur, ist grandiose in dem was sie tut und ihre Beförderung ist nur noch eine Frage der Zeit. Das Leben zwischen Fotoshooting, Parties, Flirts mit Models und schönen Kleidern gefällt ihr und nicht für alles in der Welt, würde sie dieses Leben aufgeben wollen.
Als eine ihrer Schwestern (samt Ehemann) bei einem Autounfall ums Leben kommt und drei Kinder hinterlässt, wird Helen hart getroffen. Ihre andere Schwester, Jenny (Joan Cusack), ist die perfekte Mutter, hat selber Kinder und ist wieder schwanger. Logischerweise müsste dann die Erziehung und Beherbergung der drei Waisen ihr zugesprochen werden. Doch nichts da! Die Kinder werden Helen zugesprochen, die sich nun in einer Situation wiederfindet, die sie hemmungslos überfordert.
Erstmal ist das Single-Appartement zu klein. Ein Neues muss her. Zur allgemeinen Überraschung wird sogar eins gefunden und das erst noch in der Nähe einer kirchlichen Schule, in der der 10-jährige Henry (Spencer Breslin), die 15-jährige Audrey (Hayden Panettiere) und die kleine, 5-jährige Sarah (Abigail Breslin) nun unterrichtet werden sollen. Pastor Dan (John Corbett) ist der Vorstand der Schule und hat natürlich die Kinder und (vor allem) die Erzieherin sofort ins Herz geschlossen.
Was nun beginnt, sind Probleme aller Art. Sei es ein Teenager, der flügge wird, ein Junge, der sich zurückzieht oder ein kleines Mädchen, dass von seiner leiblichen Mutter immer die Schuhe gebunden bekam. Dass das Modepüppi Helen damit hemmungslos überfordert ist, scheint klar. Drum holt sie sich Ratschläge bei ihrer Schwester, die je länger je mehr Einfluss auf die Kinder nimmt und immer noch nicht kapiert, warum nicht sie, als perfekte Mutter, für die Drei sorgen muss.
Es kommt noch schlimmer.... Helen verliert ihren Job, heuert bei einem Gebrauchtwagenhändler an, findet aber neue Freunde und schlussendlich in Pater Dan (jaja, die dürfen das...) sogar einen Herzbuben. Aber mit den Kindern läufts immer noch nicht so, wie sies eigentlich gerne hätte. Dazu scheint sie sich immer mehr mit ihrer Schwester zu zerstreiten. Wie man diese Probleme löst, ist nun Helens oberste Priorität. Mal gucken, ob sie das ganze noch in den Griff kriegt.
DVD-Rating
Was wurde nicht alles über Kate Hudson gesagt. Sie sei der kommende Superstar, sie würde ihre Mutter (Goldie Hawn) übertrumpfen und DIE Schauspielerin der nächsten Jahre werden. Das alles, nach ihrer hervorragenden Leistung in Almost Famous, die ihr nicht zu Unrecht eine Oscarnomination einbrachte. Was dann allerdings folgte, waren mässige Filmchen, eine Heirat mit einem bärtigen Rockstar und ein Baby. Das ist aus der privaten Sicht hervorragend, aus der beruflichen und filmischen aber eher sehr mager. Und diesen Eindruck verstärkt Raising Helen nochmals, denn auch dieser Film ist weder lustige Komödie, noch ernstzunehmendes Drama. Dafür fehlt es an allen Ecken und Enden.
Die Geschichte der drei Kinder, die eben ihre Eltern verloren haben, versucht gar nicht erst, die Oberfläche zu durchdringen. Zu aufgestellt sind die Kids, zu wenig wird den Eltern bedacht, geschweige denn getrauert. Klar, ist es heikel, einen solchen Unfall in eine Komödie reinzuschreiben, aber ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit bei solchen Szenen wäre IMO nicht das Schlechteste. Nein, es wird immer versucht, Gute Laune zu verbreiten. Ist ja schliesslich eine Komödie. Dass diese Mixtur (Drama und Komödie) natürlich schwierig ist, kann man sich denken. Und Raising Helen scheitert genau an diesem Vorhaben.
Bei den Schauspielern sind mir genau zwei Personen haften geblieben. Die, wie immer, überzeugende Joan Cusack, die mit ihrer Rolle zwar keine Sympathiepunkte verdient, sie aber absolut glaubwürdig verkörpert. Und der kleine, schon aus einigen Filmen bekannte, Spencer Breslin. Den Kerl find ich super. Der hat schon manchen Film gerettet. Hier kann er aber leider auch nicht helfen. Ein paar bekannte Namen schwirren noch herum, wobei John Corbett wahrscheinlich der Bekannteste ist. Seine Auftritte in zB. My Big Fat Greek Wedding oder Sex and the City waren aber überzeugender als sein Part als verliebter Pfarrer.
Fazit: Raising Helen ist weder Fisch noch Vogel. Zum Lachen zu ernst, zum Trauern zu oberflächlich. Hätten die Kids nicht den einen oder anderen Witz zu bieten, wäre hier grausamste Langeweile aufgekommen. Den erhobenen Zeigefinger ("aufpassen vor den bösen Jungs") findet man ebenfalls recht schnell und er passt eigentlich zur Harmlosigkeit und Überflüssigkeit des Filmes.
Die DVD kommt unspektakulär daher und bietet auch selbiges. Ein paar Patzer vom Dreh, ein Kommentar und ein paar zusätzliche Szenen sind alles, was man hier finden kann. Eine sehr schwache Ausstattung für einen ebenfalls bei Weitem nicht überzeugenden Film.
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2.6 Sterne (19 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 20.10.2004
- Bildformat: 1:1.85
- Sprachen: Deutsch (5.1 Dolby Digital), Englisch (5.1 Dolby Digital), Türkisch (5.1 Dolby Digital), Französisch (5.1 Dolby Digital)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Arabisch, Türkisch
- Extras: Patzer, Nicht verwendete Szenen, Kommentar




