Palindromes (2004)

Palindromes (2004)

Oder: Rückwärts geht's auch!

Palindromes

* Ohne Worte *

Die 13-jährige Aviva wird von ihren Eltern zu einer Abtreibung gezwungen, als sie schwanger wird. Dies hat zur Folge, dass Aviva von zu Hause wegläuft, mit dem Ziel, um jeden Preis erneut schwanger zu werden. Auch Sex mit einem pädophilen Trucker darf es sein. Der steht aber leider eher auf Analverkehr und so klappt's natürlich nicht mit dem Baby. Auf ihrer Ausreisstour durch die Südstaaten findet sie Asyl in einer ultrakonservativ-christlchen Gemeinde.


Kinofilm-Rating

Sugus ist ein Palindrom. Man kann es von hinten wie von vorn lesen, das Wort bleibt Sugus. Gugus ist kein Palindrom. Aber der Film Palindromes schon. Nur: Er weiss es nicht, was die Lage noch prekärer macht. Schliesslich ist dies ein "intelligenter", "schockierender", "provozierender" Arthaus-Film von Todd Solondz, dem hochgepriesenen Regisseur von Welcome to the Dollhouse und Happiness. Anscheinend ginge es im Film um Abtreibung, heisst es. Spannende Sache, eigentlich. Doch so wirklich etwas zu sagen hat Solondz nicht zu diesem Thema. Viel lieber möchte er die Leute mit Pädophilie-Sequenzen empören und einem Gimmick wachhalten.

Aviva wird durch den Verlauf des Filmes von verschiedensten Personen dargestellt: Einer übergewichtigen Afroamerikanerin, einem magersüchtigen Zahnspangen-Girlie, mehreren anderen Gestalten und sogar Jennifer Jason Leigh. Der Regisseur will uns damit wohl sagen, was für ein universeller Charakter Aviva ist. Dieses olle Gör ist aber einfach nur bedauernswert und eine Motivation für ihre naiven und hirnlosen Taten ist wohl vergessen gegangen. So verhindert dieser "mehrere Personen spielen eine Figur"-Trick auch noch zusätzlich jeglichen Bezug zu Aviva. Die satirischen Lichtblicke sind in etwa so spärlich gesäht, wie gute Witze in einem Peach Weber-Programm und spielen sich vor allem in den Szenen ab, in der sich die 13-jährige auf der Mamma Sunshine Ranch aufhält. Eine herrlich überzeichnete Konservative und Jesus-Begeisterte, die in ihrem Haus unerwünschte Kinder aufnimmt und gegen die Abtreibung kämpft, indem sie die praktizierenden Ärzte umbringen lässt.

Visuell ist der Film generell originell und speziell und die musikalische Untermalung passt. Doch die Entscheidung, den Film in Kapitel zu unterteilen ist auch mehr pseudo-künstlerisch als hilfreich. Irgendwie verstehe ich nicht ganz, ob mir dieser Film wirklich etwas anderes mitteilen möchte als, wie cool und tabulos er doch sei. Für gewisse sei das anscheinend schon Grund genug für jubelnde Kritik. Andere erwarten von einem Film über solch komplexe Themen eher Substanz statt Plakativität.

2.9 Sterne
2.9 Sterne (8 Bewertungen) | 1 Kommentar

2.0 Sterne2 von 0.0-6.0
22.07.2005 / ma