Don't Move - Non Ti Muovere (2004)

Geh nicht fort

Don't Move - Non Ti Muovere (2004) Geh nicht fort

Oder: Oliver Kahn in Italien

Don't Move - Non Ti Muovere

Wie wär's mit uns beiden?

Angela (Elena Perino) wird nach einem Vespa-Unfall mit schweren Kopfverletzungen in ein Spital eingeliefert. Sie ist die 15-jährige Tochter von Timoteo (Sergio Castellitto), einem der Ärzte des Krankenhauses. Sofort wird die Operation eingeleitet. Während die Mutter von Elsa (Claudia Gerini) überstürzt aus London zurückreist, bangt der Vater im Vorzimmer zum Operationssaal um das Leben seiner Tochter.

Seine Gedanken schweifen dabei um 15 Jahre zurück. Nach einer Autopanne in der Provinz begann der gut situierte Arzt damals eine langjährige Affäre mit dem Flittchen Italia (Penelopé Cruz).


Kinofilm-Rating

Ein Film über einen Mediziner? Das klingt nach Groschenroman frei nach Dr. Frank, dem Arzt, dem die Frauen vertrauen. Castellito ist in seiner 51. Rolle äusserlich in der Tat der Halbgott in Weiss: angesehen bei den Arbeitskollegen mit einer beruflich ebenso erfolgreichen Gemahlin im Zweitwohnsitz am Meer. Kurz der Mann hat eigentlich alles, was er will. Warum er überhaupt je auf die Affäre mit Italia eingeht, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Zuerst holt er sich - der Typ ist schliesslich ein Macho, wie er im Buche steht - bei ihr einfach mal, was ihm zugesteht. Aber was als Vergewaltigung beginnt, wird zur Affäre, von der er nicht mehr loskommt.

Was fasziniert ihn an Italia, der Borsteinschwalbe, um die man bangt, dass sie gleich aus den Stöckelschuhen kippt? Sie ist animalisch, verfügbar, anspruchslos und irgendwie creepy. Die Hure als Heilige um es mit der abgedroschenen Männerfantasie auszudrücken. Ist das Liebe, wenn er sie auf Kongresse mitnimmt, wo sie hinpasst wie Pretty Woman in eine Rugbymannschaft? Aber im Hotelzimmer geht dann die Post ab, bis der Arzt kommt.

Italia ist kein Vergleich zu seiner Ehefrau Elsa. Die edle und äusserst attraktive Dame von Welt, die genau so sexuell aktiv ist wie Italia und sogar noch auf dem Klo super gestylt aussieht. Warum scheiterte deren Beziehung und wird nur noch durch das gemeinsame Kind zusammengehalten? In der Stunde des Schicksals im Krankenhaus, übt Timoteo sich in Demut. Denkt, der Unfall sei eine Strafe. Von wem, weiss er nicht. An Gott glaubt er nicht. Er kann ja selber über Leben und Tod entscheiden. Nur einmal hat es nicht geklappt. Aber da hat ja auch ein anderer Kurpfuscher Hand an seine Italia angelegt. Nun ist er froh, ist sie weg. Problem entsorgt und das mit der Tochter wird auch wieder. Ein Kotzbrocken, der Mann. Und deshalb noch primitiver als all die Medizinmänner aus den Groschenromanen.

Non ti muovere ist die zweite Regiearbeit von Hauptdarsteller Sergio Castellitto. Während den 2 Stunden Film ist er fast immer im Bild. Die Buchvorlage von Castellittos Ehefrau Margaret Mazzantini war da weniger narzisstisch und in Italien ein Bestseller. Der Film ist trotz der italienisch parlierenden Penelope eher etwas, das nur Typen wie Oliver Kahn richtig toll finden werden.

3.6 Sterne
3.6 Sterne (6 Bewertungen) | 1 Kommentar

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13.07.2004 / rm