Millions (2004)

Millions (2004)

Oder: Who wants to be a millionaire?

Millions

Holy Shit! It's a joint!

Die Brüder Damian (Alex Etel) und Anthony (Lewis McGibbon) ziehen nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater Ronnie (James Nesbitt) von der Stadt in ein neues Haus in einem Vorort. Während Anthony (10) keine Probleme hat sich in der neuen Schule zu behaupten, fällt es Damian (8) schwer sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Darum baut er sich neben einer Eisenbahnstrecke ein Versteck aus Kartons. Als er sich eines Tages dort versteckt, fällt plötzlich eine Sporttasche vom Himmel und zerstört seine Kartonburg. Doch der Ärger ist schnell verflogen, als Damian den Inhalt der Tasche sieht. Es sind Banknoten im Wert von knapp 230.000 Pfund Sterling.

Millions

Dein R2-D2 ist Scheisse!

Zusammen mit seinem Bruder versteckt er das Geld im neuen Haus. Während der gläubige Damian es für ein Geschenk Gottes hält, um den Armen zu helfen, fängt Anthony an das Geld auszugeben. Doch sie haben ein Problem: in zwölf Tagen wird der Euro in England eingeführt und das Pfund wird wertlos. Damian, der ab und zu von Heiligen besucht wird, beginnt arme Menschen zu suchen und schenkt ihnen Geld. So kommt zum Beispiel eine Gruppe Obdachloser zu einem königlichen Essen bei Pizza Hut. Anthony, der die Bedeutung von Geld sehr viel besser versteht als sein Bruder, ist beim Geldausgeben egoistischer. Er versucht mit dem Geld eine Eigentumswohnung als Wertanlage zu kaufen, was jedoch scheitert.

Die richtigen Probleme fangen an, als Damian bei einer Spendenaktion in seiner Schule 1000 Pfund spendet. Das fällt natürlich sofort auf und bringt die beiden Brüder in erhebliche Schwierigkeiten. Weitere Schwierigkeiten verursacht ein Mann, der bei Damians altem Versteck auftaucht. Die Tasche mit dem Geld stammt nämlich mitnichten von Gott, sondern aus einen Überfall auf einen Geldzug. Und die Räuber wollen ihr Geld natürlich wiederhaben.


Kinofilm-Rating

Eine alte Regel im Filmgeschäft lautet: Drehe niemals mit Kindern oder Tieren. Regisseur Danny Boyle, der uns bislang mit Filme wie Shallow Grave und Trainspotting verwöhnt hat, bricht diese Regel mit Millions. Dafür sollte man ihm danken. Denn einerseits gibt es kaum etwas, was einen Film so versauen kann wie schlechte Kinderdarsteller. Aber andererseits ist nichts so erfrischend wie junge, talentierte Neulinge, die die Erwachsenen an die (Lein-)Wand spielen. Genau das ist in diesem Film der Fall. Vor allem Alex Etel (Damian), ein neunjähriger Vollanfänger, der bei einem Schulcasting entdeckt wurde, überzeugt bei der Darstellung seiner kindlichen Naivität auf ganzer Linie.

Es ist nicht einfach diesem Film einzuordnen. Es hat vor allem am Anfang eine Menge Comedy-Elemente. Aber je länger der Film dauert, desto ernster wird er. Im Grunde geht es um die Macht, die vom Geld ausgeht, und wie die beiden Brüder darauf reagieren. Während Damian die Rolle des helfenden Samariters übernimmt, wird Anthony eher von materialistischen Gelüsten geleitet. Er reagiert so wie die meisten Kinder wahrscheinlich reagieren würden und kauft sich die Sachen die er schon immer haben wollte. Aber er erkennt auch den Wert des Geldes an sich, und versucht es anzulegen.

Leider ist die steigende Ernsthaftigkeit auch ein Manko des Films. Denn am Anfang des Films bekommt man den Eindruck, dass es sich hier um eine kurzweilige Komödie handelt. Das macht den Übergang zum ernsten Teil nicht einfach und so zieht sich besonders das Ende in die Länge. Mein Tipp an alle Kinogänger: Stellt euch auf einen ernsthaften Film mit ein paar Gags ein. Dann lieg ihr richtig. Sehr schön ist die Idee mit den Heiligen, die Damian von Zeit zu Zeit erscheinen. Sie locker die Geschichte immer wieder auf, ohne dabei übertrieben religiös zu wirken.

So schlimm das auch klingen mag, aber der Film ist etwas für jede Altersklasse. Am meisten Spass macht es den beiden Jungen bei ihrem Umgang mit dem Geld zuzuschauen. Ich habe mich direkt dabei ertappt, wie ich mir überlegt habe, was ich in meiner Kindheit mit so viel Geld angestellt hätte. Die Geschichte ist zwar teilweise ein wenig vorhersehbar, aber nie langweilig. Solide Unterhaltung mit einem gewissen Anspruch eben.

4.3 Sterne
4.3 Sterne (13 Bewertungen) | 0 Kommentare

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02.05.2005 / sknepp