Million Dollar Baby (2004)
Million Dollar Baby (2004)
Oder: Sport ist Mord!
The Hit Pit ist eine kleine Boxerschule, die auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Der Besitzer Frankie Dunn (Clint Eastwood) hat schon viele Boxer unter seinen Fittichen. "Always protect yourself" - seine Maxime im Ring und ausserhalb - hindert ihn aber seine Schützlinge in lukrative Titelkämpfe steigen zu lassen.
Sein einziger Freund ist Eddie "Scrap-Iron" Dupris (Morgan Freeman). Der Ex-Boxer hält den Hit Pit sauber. Er wohnt, wo er arbeitet und sein ganzes Leben verbracht hat - in Boxringnähe. Zu Frankie hält er wie eine Eins. Nur er weiss, dass der knorrige Altmeister täglich die Messe besucht, um um Vergebung zu beten: Frankies Tochter hat sich vor langer Zeit von Frankie entfremdet.
Eines Tages stolpert Maggie Fitzgerald (Hillary Swank) in den Gym. Sie ist gewillt im Boxen Grosses zu erreichen. Doch Maggie ist zwar schlagfertig, aber noch nicht fertig zum Schlagen. "Girlie, tough ain't enough", schnauzt Frankie sie an. Er findet sie zu alt und würde sowieso nie Frauen trainieren. Doch die mausarme Maggie hat keine andere Chance, und die sie will sie packen. Sie trainiert bis zum geht nicht mehr. Anfangs nur unterstützt von Scrap. An ihrem 32. Geburtstag macht Frankie ihr das grösste Geschenk: Er wird ihr Trainer.
Maggie entwickelt sich zum Knockout und haut die Gegnerinnen in Serie aus dem Ring. Frankie nennt sie "Mo Cuishle" und die beiden entwickeln einen Familiensinn, den beide lange verloren geglaubt haben. Doch das Wettkampfglück dauert nicht ewig. Bald kämpfen die beiden gegen das Schicksal fern von den Boxarenen dieser Welt.
DVD-Rating
Clint Eastwood fährt gerne Achterbahn. Zumindest wenn man seine vergangenen Filme als Regisseur anschaut, so finden sich darunter doch so einige Filme, die eher mal das Tal als die Spitze einer attraktiven Fahrattraktion erreichen. Million Dollar Baby gehört dabei sicher zum aufsteigenden Teil, wenn das weibliche Boxer- oder doch eher Sozialdrama auch nicht durchgehend überzeugen kann. Was mich eigentlich am meisten daran störte und Rocky-Sequel Albträume hervorrief, war die so arg übertriebene Darstellung der "ostdeutschen" (???) Meisterin, die schlicht und einfach das Böse im Ring personifizierte, von grausamsten, kaum nachvollziehbaren Regeblübertretungen getrieben, die man dem Amateurfussball nicht anhängen würde. Für ein ernsthaftes Drama verliert der Film dort seinen eigentlich richtigen und wichtigen Weg. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass Million Dollar Baby weit weniger Boxerfilm als Charakterfilm ist. Die Suche nach dem richtigen Weg. Und so profitiert der Film von seiner Ruhe und Gelassenheit, die Eastwood bestechend einarbeitet.
Nicht von der Hand zu weisen sind die Klassedarstellungen um die Oldies Clint Eastwood und Morgan Freeman. Hilary Swank spielt physisch ebenso stark wie psychisch, das und die bissigen Dialoge dieser drei Charaktere gefällt und hält den Film wirklich zusammen. Ist Million Dollar Baby trotzdem der laut Oscarverleihung beste Film des Jahres? Eigentlich nicht. War er besser als The Aviator? Eigentlich schon. Das Ende, der letzte Akt zieht sich allerdings auch etwas klebrig hin, das Resultat scheint bald unausweichlich, das Ende hingegen wiederum ist gelungen. Nun müsste sich Eastwood noch überlegen, seine Finger von simplen Tonfolgen zu lassen und einen Komponisten zu engagieren, dem Film hätte das sicher besser getan als die langweilig monotonen Musikfiguren.
Nein, vollends konnte mich Million Dollar Baby weder ausknocken, noch vom Hocker hauen und es verbleibt ein wenig das Gefühl, dass der Film schneller vergessen gehen könnte, als man denkt.
Million Dollar Baby ist in eher dunklen, pessimistischen, manchmal dokumentarisch anmutenden Farben verfilmt, die DVD bringt das gut rüber, am Bild ist eigentlich kaum zu mäckeln. Der Tonbereich ist für ein eher ruhiges Drama ebenfalls gelungen. Leider liegt mir nur die einfache DVD-Edition vor, so dass ich zu den Extras der 2-DVD keine näheren Angaben machen kann.
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4.9 Sterne (142 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 06.09.2005
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Englisch, Deutsch (DD 5.1)
- Untertitel: Englisch
- Extras: Fotogalerie, Biografien, Trailershow.



