Melinda and Melinda (2004)

Melinda and Melinda (2004)

Oder: Melinda? Melinda!

Melinda and Melinda

Melinda?

Ausgangspunkt dieser doppelspurigen Geschichte ist ein Gedankenspiel von vier Freunden, die in einem Restaurant in Manhattan zusammen philosophieren.

Die Hauptdarstellerin dieser fiktiven Geschichte heisst Melinda (Radha Mitchell). Sie ist schön- aber auch depressiv. Nach Beziehungsproblemen und einem gescheiterten Selbstmordversuch wurde sie in eine psychiatrische Anstalt gesteckt. In beiden Handlungen sucht sie jeweils Hilfe bei einem Ehepaar.

Melinda and Melinda

Melinda!

In der Tragödie sind dies Lee (Jonny Lee Miller) und Laurel (Chloe Sevigny). Die Beiden haben auch ihre Probleme zusammen, die durch Melindas Einzug noch verstärkt werden. Melinda ist verzweifelt und konsumiert ständig Pillen sowie Alkohol. An einer Party verliebt sie sich in den Pianisten und Komponisten Ellis (Chiwetel Ejiofor). Jedoch ist auch Laurel sehr an ihm interessiert...

In der Komödie bilden Hobie (Will Ferrell) und Susan (Amanda Peet) ein ebenso unglückliches Ehepaar. Sie ist Filmemacherin und auf der Suche nach Geld für ihren neuen Streifen, er ist ein eher minder begabter Schauspieler. Ihre Ehe verläuft ziemlich lustlos, sexuell läuft schon seit Monaten nichts mehr. Da verliebt sich Hobie Hals über Kopf in Melinda und willigt deshalb den Scheidungsantrag von Susan bereitwillig ein, um für seine Melinda frei zu sein. Doch die hat sich inzwischen in jemand anderes verliebt...


Kinofilm-Rating

Für Regisseur und Drehbuchautor Woody Allen ist Filmen wie Beschäftigungstherapie: "Das ist wie Körbchenflechten für die Patienten eines Irrenhauses." Der 69-Jährige fuhr fort: "So kann ich normal funktionieren, anstatt in Depressionen zu verfallen." Seit seinem Regiedebüt 1966 hat der New Yorker rund einen Film pro Jahr herausgebracht.

Melinda and Melinda ist einerseits eine romantische Komödie und andererseits ein Drama. Was bestimmt unser Leben entscheidender? Tragödie oder Komödie? Dies ist auch die Frage, die sich die vier Freunde im Restaurant stellen. Am Anfang lernt man eine Melinda kennen, die sich ganz unten befindet und sich nur dank der Hilfe von Freunden wieder ins Leben zurückbringt. Der entscheidende Unterschied ist, durch welchen Filter (tragisch oder komisch) man das Geschehen betrachtet.

Die beiden Welten sind parallel aufgebaut, aber durch ihre unterschiedlichen Atmosphäre (Schauspieler, Dialoge und Musik) gekennzeichnet. Trotzdem ist die Trennung nicht immer so klar ersichtlich. Grösster Unterschied ist, dass die komische Seite ihre Konflikte auflöst, in einer Welt, in der das Reiben an einer Wunderlampe und das Wünschen noch hilft. Die Tragödie hingegen zeigt, wie alle Hoffnungen im Chaos des Lebens untergehen.

Die Gemeinsamkeiten der beiden Handlungen sind die stets vom Auseinanderfallen bedrohten Beziehungen. Nebenbei wird geraucht, getrunken, gelogen, betrogen, verurteilt und gejammert, als gäbe es kein Morgen. Ein modernes Märchen über Gesellschaft und Moral, in der nichts ist, wie es zu sein scheint.

4.0 Sterne
4.0 Sterne (20 Bewertungen) | 3 Kommentare

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23.04.2005 / dom