The Manchurian Candidate (2004)
The Manchurian Candidate (2004)
Oder: Völlig absurd: Ein gehirngewaschener Präsident!
Captain Ben Marco (Denzel Washington) leidet nicht unter dem Golfsyndrom. Obwohl der Kriegsveteran laut seiner Akte ein sehr kranker Mann ist, reist er ohne körperliche oder geistige Probleme umher und spricht an diversen Veranstaltungen über seinen Kameraden Raymond Shaw (Liev Schreiber), welcher für seine ausserordentlichen Leistungen im Krieg die Ehrenmedaille verliehen bekam. Als er aber von einem anderen ehemaligen Untergebenen auf seine Träume und Erinnerungen an den Golfkrieg angesprochen wird und dieser kurz darauf stirbt, wird auch Marco unsicher, ob sich wirklich alles so zugetragen hat, wie er es meint. Denn in den seither vergangenen 10 Jahren hatte Ben Marco nur einen einzigen Traum, und der darf einfach nicht wahr sein.
Marco begibt sich auf die Suche nach weiteren Kameraden, um mit ihnen über die schrecklichen Ereignisse während des Krieges zu sprechen, doch es bleibt ausser ihm nur noch Shaw, welcher sich mittlerweile einen Namen als Politiker gemacht hat. Als solcher ist Shaw nicht einfach zu erreichen, was sich nach seiner Nominierung als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten nicht verbessert.
Ben Marco schafft es vorerst nicht an Shaw ranzukommen. Als er jedoch in seiner Schulter ein Implantat findet, ist er sich in seinem Bestreben bestärkt und sucht Shaw während eine Kampagne in New York auf. Tatsächlich kann er auch mit ihm sprechen. Auch Shaw gibt Unstimmigkeiten bei seinen Erinnerungen zu, sieht aber während seiner Kandidaturzeit keine Möglichkeit, dem mit Ben zusammen nachzugehen. In seiner Verzweiflung reisst (!) Ben das Implantat, welches er auch bei Shaw findet, gewalttätig an sich. Diese Tat müsste eigentlich seine Suche nach der Wahrheit abrupt im Gefängnis enden lassen. Doch Shaw kommen ebenfalls Zweifel und er erlässt deshalb keine Anzeige gegen Ben. Dieser will es nun wirklich wissen und bittet seinen Freund Delp (Bruno Ganz), welcher Erfahrungen im Bereich der Kyrogenetik hat, um Hilfe. Die Wahrheit ist nicht mehr weit, doch wer will sie wissen?
Kinofilm-Rating
Denzel Washington ist zurück. Nach Filmen wie Much Ado About Nothing, The Pelican Brief (Die Akte) und Philadelphia, welche heute noch in guter Erinnerung sind, konnte man seither keine wirklichen Verbesserungen in seinem Schauspiel feststellen und in Washingtons Resumé sammelten sich auch paar Durchhänger an (z. B. Remake von The Preacher's Wife). Doch nach Training Day (1991) kam Man On Fire und Denzel Washington ist wieder was er war: erste Sahne. Und das kann er mit The Manchurian Candidate nur bestätigen. Sehenswert.
Nach einem Jahr TV-Serie-Pause ebenfalls zurück ist nach Adaption und The Hours (2002) Meryll Streep. Trotz Adaption habe ich aufgrund des Trailers zu diesem Film von ihr nicht viel erwartet, wurde aber positiv überrascht. Überhaupt ist das Schauspiel in The Manchurian Candidate ein Vergnügen. Besonders Liev Schreiber mag man die Rolle als Vizepräsidentschaftskandidat gönnen. Negativ fällt eigentlich nur Jon Voigt auf. Nicht weil er schlecht spielt, sondern weil er sich einfach schon sehr lange nicht mehr verbessert.
The Manchurian Candidate ist recht kritisch. Auch bezüglich der finanziellen Wahlkampfunterstützungen in den USA. Wenn man Fahrenheit 911 und Outfoxed (über den stark politisierenden Nachrichtensender 'Fox News') gesehen hat und noch ein bisschen weiterspinnt, kann man zum Thema "Wie kaufe/mache ich mir einen amerikanischen Präsidenten" einige Parallelen zu The Manchurian Candidate finden. Interessant.
Was ich an The Manchurian Candidate besonders schätze, weil man das beim Hollywoodfilm selten sieht, ist, dass man hier merkt, wie hier der Film an sich im Vordergrund stand. Nicht offensichtlich wie so oft, die Verkaufszahlen, nicht einzelne Schauspieler, die sich zu profilieren versuchen, sondern das gemeinsame Ziel einen tollen Film zu machen. Ohne das genau sagen zu können, schreibe ich diesen Verdienst mal Regisseur Jonathan Demme, welcher 1991 mit The Silence Of The Lambs brillieren konnte. Nicht nur bei der Schauspielerführung, sondern ganz allgemein hat er hier sehr gute Arbeit geleistet. Lobenswert. Zum Schluss noch was zum Ton. Bei The Manchurian Candidate fällt mal wieder auf, wie stark ein guter Score das Bild unterstützen kann. Zudem kommt zu Beginn und am Schluss des Films ein Soundtrack zum Zug, welcher ebenfalls viel zur Stimmung beiträgt. Die Neu-Interpretation von "Fortunate Son" (Orginal von CCR) durch Wyclef Jean ist das Zückerchen am Schluss. Yeah!
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