Man on Fire (2004)

Man unter Feuer

Man on Fire (2004) Man unter Feuer

Oder: Schwarz sieht blond, dann rot

Man on Fire

Die Bombe ist im Arsch.

Creasy (Denzel Washington) ist ein abgehalfterter CIA-Agent, der als Bodyguard bei einer reichen mexikanischen Familie anheuert. Der Auftrag des bibelfesten und dem Alkohol nicht abgeneigten Schwarzen ist es, das kleine Töchterchen Pita zu beschützen. Kindesentführungen gehören in Mexico City fast schon zur Tagesordnung. Das organisierte Verbrechen macht gutes Geld damit.

Er nimmt den Job eher widerwillig an. Erst recht als er merkt, dass das zu beschützende Subjekt (Dakota Fanning) ein neunmalkluger Fratz ist. Als sein Selbstmord missglückt, sieht Creasy das als göttliches Zeichen und wird zum Ersatzvater für das Mädchen. Trotz höchstem Einsatzwillen wird Pita aber dennoch entführt. Creasy wird schwer verletzt beim Kidnapping, was ihn aber nicht daran hindert, sich blutig an den Entführern zu rächen.


Kinofilm-Rating

Die eine Hälfte von Man on Fire ist Unterhaltung in bester Léon-Manier. (Der Reno-Léon nicht der gleichnamige Film von VanDamme). Als das kleine Mädchen und der Brummelbär, der in ihrer Nähe auftaut, sind Dakota Fanning und Denzel Washington unschlagbar. Zwar ist Fanning, der heisseste Hollywood-Star im Primarschulalter (Sie hat gerade für Spielbergs Remake von War of the World unterschrieben), als Pita fast ein bisschen zu altklug. Aber das tut dem Spass beim Geschiche lernen und dem Schwimmunterricht für die Schulmeisterschaften keinen Abbruch.

Der komplett in Mexiko gedrehte Film will uns leider aber auch noch seinen Schauplatz näher bringen. Neben der Tatsache, dass Taxis in Mexico City alles hellgrüne VW-Käfer zu sein scheinen, die sich unglaublich gut machen im Filmbild, lernen wir auch noch von den Entführungsserien. Pitas verschwinden ist deshalb unausweichlich und von da an geht der Film nur noch bachab.

"Revenge is a dish best served cold", sagt Creasy da frei nach den Klingonen. Da wir uns aber in einem Tony Scott-Film befinden, hiesse es besser "served cut and with a lot of colourful images". In der zweiten Hälfte, geht es vor allem darum, wie man die schlimmsten Folterungen in das coolste Bild setzt. Wenn in diesem Film korrupte Polizeiärsche (der Begriff ist mit bedacht gewählt, denn eine Bombe wird tatsächlich rektal eingeführt in Man on Fire) in die Luft gesprengt werden, verkommt alles, was nicht mit der Produktion von geilen Bildern zu tun hat, zur Nebensache. Wer steckt hinter der Entführung? Lebt Pita noch? Ist Mickey Rourke hässlicher als Marc Anthony hässlicher als Christopher Walken?

Ob man das dann "brutal stylish" nennt oder "stylishe Brutalität" hängt vom eigenen Filmgeschmack ab. Wer ersteres denkt, wird sich am fast zweieinhalb Stunden dauernden Streifen freuen können. Zarteren Gemütern wären neunzig Minuten schon zuviel des Guten.

4.2 Sterne
4.2 Sterne (104 Bewertungen) | 33 Kommentare

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31.08.2004 / rm