The Machinist - El Maquinista (2004)

Der Maschinist

The Machinist - El Maquinista (2004) Der Maschinist

Oder: If he would be any thinner, he wouldn't exist

The Machinist - El Maquinista

Advent Advent, ein Lichtlein brennt.

Trevor Trenik (Christian Bale) leidet seit einem Jahr an Schlaflosigkeit und ist abgemagert bis auf die Knochen. Seine Arbeitskollegen und Vorgesetzten machen sich Sorgen um ihn. Als er einen schlimmen Arbeitsunfall, bei dem ein anderer Mitarbeiter seine Arm verliert verursacht, verspielt er seinen letzten Kredit. Die Entlassung droht.

The Machinist - El Maquinista

Weight Watchers Model?

Richtig wohl fühlt er sich nur noch bei der Prostituierten Stevie (Jennifer Jason Leigh), für die er mehr als nur ein Stammkunde ist. Gerne führt er auch Gespräche mit der alleinerziehenden Mutter Marie (Aitana Sánchez-Gijón). Er reist jeweils meilenweit, um im Airportcafé, in dem sie bedient, ein Stück Pie und eine Tasse Kaffee zu sich zu nehmen.

Die beiden Frauen helfen aber nicht, seine Paranoia zu überwinden, die ihn neuerdings auch noch befällt. An seinem Kühlschrank hängen mysteriöse Post-Its und sein Leben wird durcheinander gebracht von Ivan, dem Glatzkopf mit den sichtbaren Zahnhälsen, von dem er nichts genaueres weiss ausser, dass er ein rotes Cabriolet fährt. Es scheint zudem konstant 13:30 Uhr sein...


Kinofilm-Rating

Würde Alfred Hitchcock noch leben und wäre er gerade jetzt fertig mit der Filmschule, The Machinist könnte glatt sein Abschlussfilm sein. Unser Held weiss nicht, wie ihm geschieht und die Musik erinnert stark an Bernhard Hermann. Nur die Bilder haben ein Update für die 00er Jahre erhalten. Fast schwarz-weiss, widersprechen sie den Technicolorspektakeln aus der besten Zeit des Masters of Suspense. Und solche - auch äusserlich - abgefuckte Figuren wie Bales Trevor gab es im Kino der 50er und 60er auch noch nicht.

Unser Hitchcock'scher Held ist so dünn, dass man sich schon fast Sorgen macht um ihn. Ein körperlicher Kraftakt Bales so "oscarwürdig" wie der von Theron und genau so gesundheitsschädigend wie jener von De Niro. Aber was nach der HardCore-Diät von seinem Körper übrig blieb, wird im Verlauf des Films physisch und mental weiter traktiert.

Nicht ganz so stark wie Memento oder Fight Club in der finalen Auflösung, aber trotzdem ein unterhaltender, dreckiger kleiner "Mindfuck", den uns Brad Anderson mit The Machinist liefert. Wie immer bei solchen Filmen, ist so wenig Vorwissen wie möglich der Unterhaltung am besten dienlich. Deshalb verliere ich keine weiteren Worte über tolle Geisterbahnen und Zehen, die an Hände angenäht wurden und mache mich stattdessen kundig, ob das wunderbare Score zum Film auf CD erhältlich ist.

Dieser Film wurde im Rahmen des 4. Internationalen Festivals des fantastischen Films in Neuenburg (NIFFF) gezeigt.

4.8 Sterne
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04.07.2004 / rm