The Machinist - El Maquinista (2004)
Der Maschinist
The Machinist - El Maquinista (2004) Der Maschinist
Oder: Schlaaf, Freak, Schlaaf!
Trevor Trenik (Christian Bale) leidet seit einem Jahr an Schlaflosigkeit und ist abgemagert bis auf die Knochen. Seine Arbeitskollegen und Vorgesetzten machen sich Sorgen um ihn. Als er einen schlimmen Arbeitsunfall, bei dem ein anderer Mitarbeiter seine Arm verliert verursacht, verspielt er seinen letzten Kredit. Die Entlassung droht.
Richtig wohl fühlt er sich nur noch bei der Prostituierten Stevie (Jennifer Jason Leigh), für die er mehr als nur ein Stammkunde ist. Gerne führt er auch Gespräche mit der alleinerziehenden Mutter Marie (Aitana Sánchez-Gijón). Er reist jeweils meilenweit, um im Airportcafé, in dem sie bedient, ein Stück Pie und eine Tasse Kaffee zu sich zu nehmen.
Die beiden Frauen helfen aber nicht, seine Paranoia zu überwinden, die ihn neuerdings auch noch befällt. An seinem Kühlschrank hängen mysteriöse Post-Its und sein Leben wird durcheinander gebracht von Ivan, dem Glatzkopf mit den sichtbaren Zahnhälsen, von dem er nichts genaueres weiss ausser, dass er ein rotes Cabriolet fährt. Es scheint zudem konstant 13:30 Uhr sein...
DVD-Rating
Leider lief The Machinist nie in den regulären Kinos der Deutschschweiz, sondern "nur" an diversen Festivals. Also für den Herrn Normalverbraucher ist jetzt die Chance da, diesen struben und gleichzeitig sehr interessanten Film endlich anzuschauen. Und dass es sich lohnt, darüber besteht kein Zweifel. Schon nur die Verwandlung von Christian Bale vom normalgewichtigen Schauspieler zum abgemagerten Knochengestell ist beängstigend. Für seine Rolle in Batman begins musste der Schauspieler danach wieder zunehmen, übertrieb das ganze und konnte die Rolle des Flattermannes erst nach wiederholtem und rigorosem Training übernehmen. In The Machinist ist er nur ein Schatten seiner selbst, spielt aber gewaltig.
Geschichten, die nicht nur mit den im Film vorgestellten Charakteren spielen, sondern auch den Zuschauer an der Nase herumführen, gibt es einige. Meistens, und da bin ich selber ein bisschen stolz drauf, schnalle ich die Auflösung relativ schnell und krieg dann das auch am Ende des Films bestätigt. Hier war es aber nicht so. Ich hirnte und hirnte praktisch durch den ganzen Film und erst als sich im Finale die Puzzlesteine langsam aber sicher zusammenfügten und das ganze einen Sinn bekam, fiel es auch mir wie Schuppen von den Haaren. Aber bis zur finalen Lösung ist es ein langer, düsterer und vor allem sehr interessanter Weg, den die Geschichte geht und von der man kaum einmal mit den Augen abschweifen kann.
Christian Bale hab ich oben schon gelobt. Er macht seine Sache wirklich sehr gut und beweist, dass er zu den Besten seines Genres gehört. Dass ein Routinier wie Michael Ironside (bekannt aus Starship Troopers) hier einen seiner vielen, kurzen Auftritte hat, gefällt mir persönlich gut. Denn auch ihn find ich sehr stark. Jennifer Jason Leigh war mal auf dem Weg eine ganz Grosse zu werden, hat dann aber den letzten Schritt nicht ganz geschafft. Trotzdem ist auch sie immer wieder für gelungene Auftritte, wie hier, gut.
Fazit: The Machinist ist ein gleichzeitig bedrückender, wie auch faszinierender Film. Das mag am Aussehen der Hauptfigur liegen oder an der Geschichte an sich, die düster und dunkel gehalten ist und deren Auflösung einfach genial daherkommt. Schön wäre es, wenn solche Perlen öfters im regulären Kinoprogramm laufen würden, denn auf einer grossen Leinwand würde die Stimmung dieses Filmes wohl noch besser rüberkommen. Alles in allem also ein ganz starker Film.
Die DVD kommt auf zwei Scheiben daher. Auf der ersten Disc ist natürlich der Hauptfilm drauf, angereichert mit optionalem Audiokommentar und dem offiziellen Trailer. Dazu gibts eine kleine Trailershow von anderen Filmen. Ein halbstündiger Bericht über den Film eröffnet die Special-DVD. Wie hat Christian Bale soviel Gewicht verloren und warum? Um was gehts im Film? Angereichert mit interessanten Kommentaren kriegt man hier die volle Ladung Information ab. 20 Minuten ohne Kommentar und nur Bilder und Szenen vom Set. Das bietet das "Making of" von The Machinist. Ebenfalls recht interessant. Die folgenden alternativen und entfernten Szenen hätten die Auflösung des Filmes einfacher gemacht, wären sie verwendet worden. Zum Glück wurden sie das aber nicht und liessen der Geschichte das Geheimnis, das erst am Ende gelöst wird. Trailer aller Art sind ebenfalls enthalten und machen Lust drauf, den Film zu gucken. Eine Bildergalerie und Schrifttafeln der Bio- und Filmographien der Schauspieler, sowie das offizielle Presseheft, das man sich in der DVD-Rom-Sektion runterladen kann, beschliessen diese interessante und solide ausgestattete DVD mit Extras.
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4.8 Sterne (64 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
Special Edition, erschienen am 04.08.2005
- Bildformat: 1:2,35
- Sprachen: Englisch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch
- Extras: Audiokommentar, Trailershow, Behind the Scenes, Making-of, Alternative Szenen, Bildergalerie, Filmographien, Presseheft, offizielle Trailer



