Un long dimanche de fiançailles (2004)

Mathilde - Eine grosse Liebe

Un long dimanche de fiançailles (2004) Mathilde - Eine grosse Liebe

Oder: Dem Schicksal ein Schnippchen schlagen!

Die 19-jährige Mathilde (Audrey Tautou) ist sich sicher, dass ihr Verlobter Manech (Gaspard Ulliel) nicht tot sein kann, auch wenn viele Fakten darauf Hinweisen, dass Manech im Krieg gefallen ist. Mathilde kämpft darum die ganze Wahrheit zu erfahren.

Un Long Dimanche De Fiançailles

War ich nicht mal verlobt?

Mathilde und Manech haben sich schon als Kinder kennengelernt. Und die kleine hinkende, sehr eigenwillige Mathilde ging schliesslich doch auf das Angebot des jungen Manechs ein, auf den Leuchtturm, wo sein Vater arbeitet, getragen zu werden. Die beiden waren von da an unzertrennlich. Doch leider wurde ihr Glück von den Geschehnissen im Land eingeholt und Manech musste in den Krieg einrücken. Dort war der sanfte Manech von der wilden Brutalität des Krieges völlig überfordert und wurde schliesslich wegen Selbstverstümmelung zum Tode verurteilt und mit vier anderen Todessträflingen in das Niemandsland zwischen den Franzosen und den Deutschen geschickt.

Mathilde ist sich sicher, dass sie es spüren würde, wenn Manech tot wäre. In der Überzeugung, Manech lebend zu finden, macht sie sich auf die Suche nach ihm. Dabei trifft sie über Umwege die verschiedensten Leute, denn um zu wissen, was mit ihrem Geliebten geschah, muss sie auch wissen, was den anderen fünf Verurteilten widerfuhr. Immer wieder begegnet sie den dem Symbol MMM, welches die Liebe zwischen ihr und Manech darstellt. Unbeirrt geht Mathilde ihren Weg und vertraut auf ihr Gefühl und ihre Hoffnung. Lebt Manech wirklich noch? Und wird sie jemals all die Hindernisse überwinden können und herausfinden wie es wirklich war?


DVD-Rating

Jean-Pierre Jeunet ist einer der grossen visuellen Filmemacher unserer Zeit, das wissen wir spätestens seit seinem wunderbaren Le fabuleux destin d'Amélie Poulain oder aber auch dem wohl grossen Pluspunkt von Alien: Resurrection. Dies setzt er auch mit Un long dimanche de fiançailles fort, ebenso wie die wunderliche Tatsache seinen Filmen möglichst diffizile Titel zu verleihen, über den Kinobesucher, Kinoangestellte und Filmschreiberlinge in globo stolpern. Da haben es unsere regierungsgebeutelten nördlichen Nachbarn praktisch, die haben dem Film ganz einfach in Anlehnung an den vorherigen Erfolg den Namen der Hauptheroin verpasst.Fertig, aus.

Und wie auch Le fabuleux destin d'Amélie Poulain umspannt Jean-Pierre Jeunet seinen neuen Film neben der obligaten, "verlorenen" Liebesgeschichte mit vielen kleinen, hübschen Vorkommnissen und Ideen (die Tuba, der furzende Hund, die mordende Korsin, der bremswütige Briefträger, der Trick mit dem Rollstuhl, der Tick mit dem "wenn, dann" usw. usw.). Auch lässt er im grausligen Umfeld des brutalen 1. Weltkriegs Platz für zynische Anmerkungen. Das gefällt durchaus. Atemberaubend schön setzt er die wunderbare Landschaft der Bretagne ins Bild, man möchte fast seine nächsten Ferien dortig verbringen. Audrey Tautou entzückt wie schon als Amélie in der Rolle der unnachgiebigen, kämpferischen Mathilde.

Doch aufgepasst, wer den Geschehnissen aus unerfindlichen Gründen nicht folgen will (oder kann?), verliert im Gewusel der schnauzbärtigen Charaktere, Deutschen Stiefel und Nachforschungen schnell den Überblick. Mich befiel das ein oder andere Mal auch das beklemmende Gefühl, dass die Frechheit und Frische von Le fabuleux destin d'Amélie Poulain fast allgegenwärtig ist und nun eben nicht mehr ganz so überraschend und schwungvoll rüberkommen konnte. Doch, doch, Un long dimanche de fiançailles bleibt ein fürs Auge wunderschön umgesetzter, prächtiger und stilsicherer Film mit einer netten Grundidee und feinen, wenn auch nicht durchwegs einprägsamen Charakteren.

Extras: Farblich spielt der Film in zwei Welten: Während den Kriegsszenen fast gänzlich die Farbe entzogen wurde, strahlt Mathildes Geschichte in natürlichen Braun- und Gelbtönen. Die Qualität des Bilds ist gut bis sehr gut, mit etwas Abstrichen bei der Schärfe. Sehr gelungen umgesetzt ist auch die Tonspur, dies insbesondere in den dynamischen Schlachtsequenzen, während in der Gegenwart Ruhe und akustische Erholung vorherrschen. Disc 1 präsentiert den Film mit dazugehörigem Audiokommentar vom Regisseur, Disc 2 wartet mit ausführlichen Dokumentationen zur Filmproduktion und nicht verwendeten Szenen auf, die dankenswerterweise mit einem optional abrufbaren Kommentar ausgestattet wurden.

4.6 Sterne 4.0 Sterne
4.6 Sterne (49 Bewertungen) | 1 Kommentar

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
14.06.2005 / matti (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 03.06.2005

  • Bildformat: 2.40:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch/Französisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Norwegisch, Hebräisch (D + E für Hörgeschädigte)
  • Extras: DVD 1: Audiokommentar vom Regisseur; Trailer. DVD 2: Ein Jahr an der Front: Hinter den Kulissen; Rekonstruktion des Paris der 20er Jahre; Die Zeppelin-Explosion; nicht verwendete Szenen mit optionalem Kommentar; Trailer.