Layer Cake (2004)

Layer Cake (2004)

Oder: Welcome To The Layer Cake, Son

Layer Cake

Ich als Bond? In ein paar Jahren vielleicht...

Den Drogendealer würde man dem namenlosen Helden (Daniel Craig) nicht geben. XXXX, wie er im Abspann genannt wird, wirkt im massgeschneiderten Anzug smart wie ein Geschäftsmann aus der Londoner City. Drei einleuchtende Regeln ermöglichten ihm diesen Status: Sniff dein eigenes Coci nicht, wasch das Geld auf sichere Weise und mach dir keine Feinde. Mit diesen Grundsätzen sollte auch der geplante Ausstieg aus dem Rauschgifthandel kein Problem mehr sein. Schliesslich ist nun genug Geld auf die hohe Kante gelegt.

Layer Cake

Das letzte Abendmahl

Doch sein Boss Price (Kenneth Cranham) gibt ihm zwei allerletzte Aufträge. XXXX soll das drogenabhängige Töchterchen eines superreichen älteren Herren (Michael Gambon) ausfindig machen. Und sich um das Puff kümmern, das der manische Duke (Jamie Foreman) hinterlassen hat, nachdem er dem Serben Dragan (Dragan Micanovic) in Amsterdam Ecstasy geklaut hat.

Beides erweist sich als schwieriger als erwartet. Vor allem muss sich XXXX nun plötzlich mit Leuten abgeben, mit denen er getreu seiner eigenen Grundsätze den Umgang bis anhin vermieden hat. Ausserdem wäre da auch noch der heisse Feger Tammy (Sienna Miller), in den sich XXXX urplötzlich verguckt hat. Ob das noch was wird mit seiner vorzeitigen Pensionierung?


DVD-Rating

Der Layer Cake aus dem Titel beschreibt das System der britischen Verbrecherwelt, das einer Crèmeschnitte nicht unähnlich aus verschiedenen Schichten besteht. Wenn da nicht jeder bleibt, wo er hingehört, wird das Dessert in Stücke geschnitten. Und am Ende haben die einen eine Extraportion Schlagrahm und den anderen bleiben nur die Brösmeli. Wenn solche Krimis amüsant und mit der nötigen Spannung erzählt werden, schaut man auch als Diabetiker gerne zu. Kleine Spielereien mit der Kamera, wie eine Schlägerei aus der Sicht des Kopfes des Geschlagenen und ein erotischer Erstauftritt von Siena Miller in einer Disco und schon hat man einen soliden britischen Gangsterfilm, der es leicht in die oberen Bereiche der Dessertkarte schafft.

Die DVD-Premiere von Layer Cake ist aber auch aus popkultureller Warte in dreierlei Hinsicht interessant. Was taugt das britische Model und Jude Laws Exfreundin Siena Miller als Schauspielerin? Wird aus Daniel Craig mal ein ordentlicher James Bond? Und wie schneidet der Produzent von Lock Stock and Two Smoking Barrels und Snatch, Matthew Vaughn, bei seinem Regiedebut ab, ohne den Langzeitkumpel Guy Ritchie an seiner Seite? Von diesen drei Fragen sind die ersten beiden schnell beantwortet. Miller taugt nicht viel, aber das ist komplett egal. Sie sieht in Straps und beim Fussnägel Lackieren supi aus. Schon fast wie ein Bondgirl. Womit wir auch schon bei Frage zwei wären. Craig meistert seine erste Hauptrolle bravourös. Die Anzüge. Seine Coolness und im speziellen die Stimme! Ein bisschen 007 blitzte auch damals schon hervor, auch wenn er natürlich hier auf der falschen Seite des Gesetzes hantiert. Auch Matthew Vaughn kann zufrieden sein. Im Gegensatz zu Ritchie fährt er mit der Comedy ein bisschen zurück und präsentiert stattdessen eine Geschichte, die auch noch dicht bleibt, wenn man all die zwirbligen Kamerafahrten und neunmalklugen Anspielungen auf andere Filme mal weglässt. Seine Flashbacks in die Siebziger sind vielleicht ein kleiner Tick zuviel des Guten für das Verständnis der Geschichte, aber dass der Film nicht ganz so bekannt ist wie das, was er so produziert hat davor, liegt wahrscheinlich eher am relativ kleinen Bekanntheitsgrad des Cast. Einen nuschelnden Brad Pitt kann Layer Cake nicht bieten. Richtig vermissen tut das aber auch niemand.

Dass Matthew Vaughn sein Debutfilm am Herzen liegt, zeigt sich auch bei den Extras auf der DVD. Er nahm sich zusammen mit dem Autor Zeit für einen interessanten Audiokommentar und zeigt sich auch in Person beim Spiel mit den Q&As vor Publikum. Das mag nun ein bisschen nach Selbstbeweihräucherung klingen ist es aber nicht. Auch Craig gibt ein Inteview. Weitere Extras sind 14 entfallene Szenen (kommentiert), alternative Enden und die ausführliche Poster-Galerie, die ziemlich viele mögliche Varianten des Kinoaushangs zum persönlichen Vergleich anbietet.

4.4 Sterne 5.0 Sterne
4.4 Sterne (69 Bewertungen) | 4 Kommentare

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11.04.2006 / rm


DVD-Infos

DVD erschienen am 22.11.2005

  • Bildformat: 2.35:1 (anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Englisch (Dolby Digital 5.1), English (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Extras: Kommentare von Regisseur und Autor, 14 entfallene Szenen, zwei alternative Enden, Postergalerie, Interview mit Matthew Vaughn und Daniel Craig, Making of