The Ladykillers (2004)

The Ladykillers (2004)

Oder: "Fuck you *and* the Swiss Miss!"

The Ladykillers

Partners in Crime

Mrs Munson (Irma P. Hall) ist eine gottesfürchtige Frau. Jeden Sonntag geht die alte Dame in die Kirche, spendet jeden Monat einen Batzen an eine christliche Universität, redet mit ihrem verstorbenen Ehemann und hat auch noch ein Zimmer frei. Und auf dieses Inserat meldet sich jemand. Ein Professor. Sein Name ist Goldthwait Higginson Dorr (Tom Hanks) und er musiziert praktisch den ganzen Tag im Keller mit seinem Ensemble. Nicht irgendwelche Hippedi-Hopp-Musik, sondern eher die klassische und ruhige Art. Toll, wenn man so einen Untermieter hat. Weniger toll ist es allerdings, dass dieser Professor keineswegs Musiker ist, sondern mit seiner Band einen Überfall auf ein Riverboat-Casino plant....

Im Keller wird gebuddelt, gesprengt und Pläne umgesetzt. Und siehe da. Schlussendlich wird das Casino tatsächlich um viele, viele Batzeli erleichtert. Die Crew um den Professor ist zwar wild zusammengewürfelt und strotzt nicht gerade vor Intelligenz, aber wenn's der Sache hilft, dann ist das ja schliesslich Nebensache. Hauptsache, die Kohle ist da.

The Ladykillers

Gleich knallts!

Es könnte so schön sein. Die Crew hat fette Beute gemacht und überlegt sich jetzt, wie das Geld aufgeteilt werden soll, da platzt die gute alte Vermieterin in die Runde und traut ihren Augen nicht. Soviel Geld? Und erst noch geklaut? Das ist weder moralisch akzeptierbar, noch gottesfürchtig. Sie verlangt, dass die Moneten wieder dem rechtmässigen Besitzer zurückgegeben werden sollen.

Dass das natürlich nicht möglich ist, geschweige denn im Sinne des Unternehmens steht, versteht sich von selbst. So wird beschlossen, diesen nervigen, alten Zeugen zu beseitigen. Wer will? Und wie geht das wohl am besten? Die ganze Truppe darf sich daran versuchen. Mit vernichtendem Erfolg. Denn alte Frauen aus dem Süden sind nicht so hilflos wie sie aussehen und für deren Beseitigung braucht es mehr als eine Pistole oder einen Hammer. Aber das scheinen die Jungs um den Professor erst dann zu merken, als es schon zu spät ist.


Kinofilm-Rating

Tom Hanks & Band feat. The Coen Brothers oder vice-versa: The Ladykillers, Remake des gleichbenamsten Filmes von Anno 1955, sei laut den überreifen, nahe an der Verrottung vorbeiziehenden Tomaten und anderen intellektuell geschulten Filmkritikern des World Wide Web ein nur halbwegs überzeugender Film. So, so?

Man nehme, was da komme, dachte ich mir, freute mich ob Tom Hanks Engagement, setzte mich in den flauschig-weichen Kinosessel und harrte der Dinge, die da anscheinend wenig lüpfig daherkommen würden.

Ich schicke folgende Zeilen an die weniger geduldig Lesenden dazwischen: The Ladykillers wird es wahrscheinlich nicht auf die drei Podestplätze "Kinohits 2004" schaffen. Dennoch bietet das Remake aufgrund einem ausgezeichneten Cast und berühmten Regisseuren gute 104 Minuten Unterhaltung, die sehens- und empfehlenswert sind.

Da ist also diese Mrs. Munson, eine grossbu-äh-härzige Witwe, deren Kirchen- und Bibelfreude nicht zu zähmen ist. Sie ist die Südstaaten-, ältere schwarze Frau, die sich mit gleichgesinnten Damen gerne in der Gospel-Kirche versammelt und nichts von "Hippydi-Hop", "Niggas" und ähnlichen R'n'B Sprüchen hält. Natürlich kommt sie überzeichnet daher - s'wär ja auch nur halb so witzig, wenn die Frau kein Feuer im Hintern hätte.

Daraus folgt, dass der Rest - die "Renaissance Musiker" - ebenfalls typ'über'gerecht dargestellt werden muss; und er wird es auch. Der Professor zitiert gerne aus den schriftstellerischen Zeilen Edgar Allen Poes, schwingt intellektuell-klingende Reden, kleidet sich etwas vorsintflutlich und feiert seine Zahnstellung mit einer männlichen Anmut, dass es mir während der zielgerichteten Beglotzung richtig heiss wurde. Und auch der Football-Trottel, der General, der Sprengstoff-Experte und der Hip-Hop-Black Cleaning Guy... sie alle fahren vollstes Charaktergeschütz auf.

Fazit: Ein komödiantisch herzvolles Stückchen "Remake"Film von den Coen-Brothers. Zurückhaltend und doch von Anfang bis zum Schluss zynischer als zynisch. Guuut!

3.7 Sterne
3.7 Sterne (84 Bewertungen) | 21 Kommentare

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20.04.2004 / muri (Inhalt), nd (Rating)