The Incredibles (2004)
Die Unglaublichen
The Incredibles (2004) Die Unglaublichen
Oder: Unglaublich super!
Das waren noch Zeiten, als Superhelden noch super waren. Da wurde täglich die Welt aufs neue gerettet. Und was ist aus den guten, alten Zeiten geworden? Wo sind die Helden geblieben? Es gibt sie noch, unsere Helden mit Superkräften. Sie sind unter uns, "normal" wie du und ich. Öffentlich auftreten dürfen sie nach mehreren Schadensersatzklagen nicht mehr: Im Rahmen des "Superheroes Relocation Program" hat ihnen die Regierung neue Identitäten verschafft.
So auch für Bob Parr (Craig T. Nelson). Vorbei die Zeiten, in der er als Mr. Incredible mit seiner unglaublicher Kraft für Recht und Ordnung sorgte. Ja... er war der Beste. Doch seit fünfzehn Jahre bearbeitet er statt Bösewichte nunmehr Versicherungspolicen, das gewöhnliche Leben hat ihn. Zuhause läufts mit Helene (Holly Hunter), ehemals Elastigirl, auch schon länger nicht mehr rund, seine drei Kinder überfordern ihn. Da zieht er sich lieber in sein Kämmerchen zurück, blättert in alten Zeitungen und trauert mit sehnsüchtigem Blick auf sein Superheldenkostüm den guten, alten Zeiten nach...
Doch dann, unverhofft aber gerne gesehen, erhält er einen geheimen Auftrag, den ihn auf eine entfernte Insel führt. Endlich wieder Action!
Kinofilm-Rating
Tja. Leider macht mich The Incredibles noch nicht zum Super-Filmkritiker. So muss ich die folgenden Sätze ohne irgendwelche Superkräfte in die Tastatur hauen... Deshalb fällt dieses Review recht mager aus, wenn mans mit dem vergleicht, was uns Pixar in ihrem neusten Film präsentiert. Insofern bin ich nicht zufrieden - mit mir!
Denn was Pixar mir mit ihrem sechsten Kinofilm geboten hat, lässt sich nicht richtig in Worte fassen. Der Film hat einfach alles, was man sich als Actionfan erhofft - und noch viel mehr: Liebenswerte Helden, hübsche Frauen, einen Bösewicht mit teuflischem Plan, wilde Verfolgungsjagden, viele Schiessereien, noch mehr Explosionen und sehr, sehr, sehr viele Superkräfte! Und Pixar wäre nicht Pixar, wenn ihr Film nicht ebenso lustig wie spannend wäre. Vor allem die kleinen und feinen witzigen Details verleihen dem Film einen Unterhaltungswert der seinesgleichen sucht.
Die Geschichte an sich ist simpel und eine Persiflage auf alle Superhelden. Sie beinhaltet darum auch etliche aus anderen Filmen gut bekannten Sequenzen aus James Bond, Spider-Man, X-Men & Co, aber auch aus Star Wars. Doch Pixar hat nicht einfach nur kopiert, sondern liebevoll die Szenen zu etwas ganz eigenem, passenden gemacht. So kann The Incredibles die ganzen zwei Stunden lückenlos unterhalten. Bei Brad Bird als Regisseur und Drehbuchautor ist das jedoch auch nicht weiter verwunderlich, hat er doch bei den Simpsons die Finger im Spiel...
Dass die technische Ausführung perfekt ist, brauch ich ja kaum zu erwähnen. Wer schon Finding Nemo als das Nonplusultra der Animationstechnik sah, wird hier mit schier unglaublichen Sequenzen einen neuen Favoriten finden. Mimiken und Bewegungen der Hauptcharakteren - das erste Mal in einem Pixar-Film sind es Menschen - äusserst real ausgearbeitet und die atemberaubend schnellen Actionszenen perfekt choreographiert. Dass Sprecher (unter anderem Craig T. Nelson, Holly Hunter, Samuel L. Jackson und Jason Lee) sowie Musik ebenfalls nichts zu wünschen übrig lassen ist beinahe selbstverständlich. Was mich jedoch besonders faszinierte ist das stylishe Setting - eine gut abgestimmte Mischung aus Comics, Retrolook, Avantgardismus und Futurismus, die dem Film eine ganz eigene Stimmung verleiht.
Nicht nur der beste Pixar-Film, sondern auch einer der beste Action-Streifen... halt einfach unglaublich super!
Und die Moral von der Geschicht: echte Superhelden tragen keine Capes!
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5.1 Sterne (202 Bewertungen) | 122 Kommentare



