In Good Company (2004)
Reine Chefsache
In Good Company (2004) Reine Chefsache
Oder: Luegä, Looosä, Porsche-Fahrä...
Der 51-jährige Dan Foreman (Dennis Quaid) führt ein angenehmes Leben. Als Chef Anzeigenverkäufer beim Wochenmagazin Sports America kann er auf das erfolgreichste Jahr des Magazins zurückblicken, was zum grossen Teil Dans warmer, ehrlicher und freundlicher Art zu verdanken ist. Und hinter ihm steht weiter sein Team, das vor postiver Arbeitsmoral förmlich platzt. Auch familiär läuft's bei Dan. Weder die unerwartete Schwangerschaft seiner Frau noch der Wunsch seiner Tochter Alex (Scarlett Johansson), an der teuren New York University zu studieren, bringen Dan und seine familiäre Finanzplanung aus dem Konzept. Dan wird das Ganze schon managen... wie immer.
Carter Duryea (Topher Grace) ist 26 Jahre jung und kann sich kein besseres, grandioseres Leben als das Seine vorstellen. Der fixe, junge Erwachsene hat sich in kürzester Zeit an die Spitze des weltweiten Grosskonzerns Globecom hochgearbeitet. Wow!! ... der Chef-Chef kennt seinen Namen persönlich!, und wie das so geht übern Teich, kann Carter auch schon eine Sprosse auf der Karriereleiter höhersteigen. Er wird bei Globecoms neusten Firmenzukauf zum Abteilungsleiter des Anzeigenverkaufs befördert. Oh! Oh? Lass mich kurz.... *pling* Genau... beim Magazin Sports America, und erst noch als "Ersatz" für Dan Forman, der ergo einen firmeninternen Rückschritt verkraften muss. Auf diesem weiteren, schnellen Aufstieg, bricht in Carters recht luftigen Position seine Ehe auseinander... nach sieben Ja-äh... Monaten.
Trotz Scheidung und all den damit verbundenen emotionalen Problemen, packt er die Chancen (einmal Beruf, einmal Liebe) seines Lebens. Carter versucht noch mehr empor zu steigen. Derweil fliegt Dan Foreman aus allen Wolken, als er seinem neuen, jüngneren Chef - dessen Vater er sein könnte - vorgestellt wird. Dans Finanzen stehen plötzlich auf sehr wackeligen Beinen, seine Tocher Alex geht nicht mehr ans Telefon... und schliessilch weiss niemand, wie lange Dan seinen Job noch behalten kann.
Kinofilm-Rating
Schaun'mr'mol, was ich diesmal Schönes aus einem Filmname herausinterpretieren kann. Mohrschachtest war gestern. Heute geht's um eine nicht ganz brandneue OutNow Assoziationsübung zu In Good Company. Ich beginne, als kurrliger autotestender Laie, mit dem ersten Wort.
In, das heisst 'Thema vieler privater und öffentlicher Diskussionen' ist die zunehmende Angst unzähliger Arbeitenehmer - wozu übrigens auch die "Elite" der Schaffenden aka Managers gehören -, wegen Kosteneinsparungen, Konkursen etc. bald ohne Job dazustehen. In Good Company behandelt unter anderem dieses Thema, wertet die Verantwortlichen und ihre Gründe hingegen kaum. Ein Good erhält der Cast, der sich nebst einem "guten" Dennis Quaid aus einer bloss "genügenden" Scarlett Johanson und einem "sehr guten", wenn nicht gar "ausgezeichneten" Topher Grace zusammensetzt. (5 + 4 + 6) : 3 = 5. [Also "gut"... doch dazu weiter unten mehr.] Die Company steht für zweierlei Strukturen, die der Firma, jene der Familie und letztlich die der Freundschaft. Firma und Familie besitzen eine Hierarchie. Familie und Freundschaft beruhen auf gegenseitiger Rücksichtnahme. Und damit alle drei Gebilde funktionieren, bedürfen sie jedermanns Engagement, bieten dafür aber, wenn auch auf unterschiedlichsten Ebenen, positiven Halt.
Dan und Carter haben vieles gemeinsam und dennoch unterscheiden sie sich in mehreren Punkten. Dan führt ein glückliches Familienleben, das stabil ist und aufgrund gemeinsam gemachter Erfahrungen bei internen Problemen nicht so leicht ins wackeln gerät. Die Liebe ist da, sie verbindet und aus ihr gehen Kompromisse hervor, mit denen alle leben können. Erst der Angriff von aussen, indem der junge Schnösel Carter seinen Job erhält, vermag Dan aus dem Konzept zu bringen. Carter hingegen steht (wieder) ohne Familie da, und das seit seiner Kindheit. Diese gewohnte Ungebundenheit hilft ihm, sich voll und ganz seiner Karriere zu widmen, auch wenn damit (s)eine Ehe wegen seiner Zielvorstellungen keine Chance hat. Carter ist spritzig, agil und innovativ, dafür - auch wegen mangelnder Erfahrung - weniger stabil. Bei ihm erfolgt ein innerer Konflikt, der schliesslich zu seiner 180° Wende führt.
Es werden in In Good Company nebst demjenigen der Angst um den eigenen Job weitere Themen angesprochen, damit der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten und sowohl auf die aktuellen wie auch zukünftigen Probleme hingewiesen. Die Moral der Geschichte ist meiner Ansicht nach, dass eine gesunde Familie und/oder gute Freunde einem Individuum in beinah jeder Lebenslage die benötigte Stabilität bringen.
Im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass Carters Bemühungen, eine Familie zu gründen oder Teil einer solchen zu sein, scheitern. Der Ansatz einer Familie, oder zumindest deren mögliche Gründung, lässt sich aus seiner Beziehung zu Alex ablesen. Ihre ungewöhnliche gegenseitige Annäherung entspricht nicht den ultra-normalen, abgeklatschten Freundschaften zwischen Männchen und Weibchen im jungen Erwachsenenalter. Carter, dem es so richtig beide Ärmel reingezogen hat, scheint im Vergleich zur besonnenen Alex regelrecht kindlich-naiv, als die Intimitäten blosses Küssen überschreiten. Alex und Carter hören auf Dans Vernunft, jede/r auf ihre/seine Art, was gleichzeitig das Ende ihrer jungen Liebe bedeutet.
Apropos Alex: Scarlett Johansson zeigt während des ganzen Films ein überaus monotones Bild einer jungen Frau, die sich der väterlichen Obhut zwar einmal kurz entzieht, im Endeffekt hingegen eine kontrollierte Persönlichkeit darstellt. Johannson spielt Dans Tochter langweilig und ziemlich selbstgefällig. "Mein Talent spricht für sich", scheint sie sagen zu wollen und bewegt dabei nur ihren Mund zu einem süffisanten Lächeln. Das genügt für die Rolle der Studentin leider nicht. Eine andere Besetzung hätte dem Film bestimmt gut getan. Dennis Quaid zeigt als Dan neben Topher Grace eine gute Leistung, womit er die Erwartungen bündig erfüllt. Teilweise nähert er sich denjenigen Figuren, die Steve Martin seit geraumer Zeit inne hat. Und so ist es Topher Grace, der beiden erwähnten Stars stets die Schau stielt. Seine Verkörperung des aufstrebenden Carters ist schlichtweg grandios und gleicht einer One Man Show. Dank ihm erhält In Good Company den besonderen Touch, der den Film aus der Masse der gleichgestrickten hervorhebt.
Uff, jetzt endlich das Fazit: In Good Company verdankt dem Schauspieler Topher Grace, es zu einem besseren Movie derselben Art geschafft zu haben. Wer bei einem sehenswerten Kinofilm eine gute Geschichte, gutes Schauspiel und nettes Beigemüse voraussetzt, ist bei und mit In Good Company In Good Company.
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