Howl's Moving Castle - Hauru no ugoku shiro (2004)
Das wandelnde Schloss
Howl's Moving Castle - Hauru no ugoku shiro (2004) Das wandelnde Schloss
Oder: Wandeln ist des Zauberers Lust...
Das junge Mädchen Sophie (Chieko Baisho) arbeitet zurückgezogen als Hutmacherin im Geschäft ihres verstorbenen Vaters. Nur selten besucht sie die grosse Stadt, um ihre Schwester zu besuchen. Dieses Mal bereitet ihr den Besuch besonderes Unbehagen. Das kleine Königreich bereitet sich auf den bevorstehenden Krieg vor. Als Sophie von zwei Soldaten dumm angemacht wird, kommt ihr ein junger, galanter Herr zu Hilfe.
Der junge Herr ist kein geringerer als Hauro (Takuya Kimura), der Zauberer. Dieser ist selbst auf der Flucht vor den Häschern der Heide-Hexe, welche unbedingt Hauros Herz haben möchte. Durch die Lüfte bringt er Sophie sicher nach Hause - Sophie kommt's noch immer wie einen Traum vor. Der Traum wird doch schon bald zum Albtraum, als eine ältere Dame ihr Hutgeschäft betritt. Die eifersüchtige Heide-Hexe belegt kleine Sophie mit einem Fluch, der sie zu einer 90-Jährigen altern lässt.
Im Körper einer Oma verlässt Sophie unerkannt die Stadt, um Hauro zu suchen und den Zauber rückgängig zu machen. Auf einem kleinen Hügel unweit der Stadt trifft sie auf eine Vogelscheuche, welche sie zu seinem wandelnden Schloss bringt. Dieses mechanische Ungetüm, aus viel Schrott und Gerümpel zusammengebastelt, bewegt sich auf insektenähnlichen Beinen dampfend und pfeifend durch die Welt. Feuer-Dämon Calcifer (Tatsuya Gashuin) bewacht und bewegt das Haus, während Hauros kindlicher Assistent Markl (Ryunosuke Kamiki) das Zaubergeschäft unterhält.
Der kleine Zauberlehrling ist mit dem Haushalten jedoch überfordert. Sophies helfende Hand kommt da wie gelegen. Und auch sonst scheint ihr Schlossaufenthalt für die Zukunft des ganzen Landes immer wie wichtiger...
Kinofilm-Rating
Mit Howl's Moving Castle erreicht uns Hayao Miyazakis dritter abendfüllender Film. Der oscarprämierte Regisseur und Leiter des bekanntesten Animé-Studios "Ghibli" entführt uns nach Mononoke Hime und Spirited Away erneut in eine abenteurlich-schöne Welt zwischen Realität und Fantasie.
Die Geschichte um das wandelnde Schloss folgt lose dem Kinderbuch der Britin Diana Wynne Jones. Dieses Mal spielt die Geschichte in einem nicht näher genannten Land kurz nach der ersten Industrialisierung. Oder vielleicht doch in der Zukunft? Da wird mit viel Mechanik gekämpft (es ist immerhin Krieg!) und geflogen, die Häuser aber gleichen eher späterem Mittelalter. Es ist eine Geschichte um Gut und Böse, Krieg und unberührte Natur, Verantwortung und Liebe.
Doch Miyazaki spielt mit unserer Schubladisierungstendenz. Aus jung wird alt, aus Böse wird plötzlich Gut, und selbst eine hölzerne Vogelscheuche erweckt er plötzlich zum Leben. So ist die Handlung stellenweise chaotisch wirr (wer ist denn nun der König?!?), um schlussendlich aber immer wieder auf den richtigen Pfad zu kommen. Spätestens da wird klar, dass der Film nur bedingt fürs jüngere Publikum gemacht ist.
Eins steht aber fest: Die bunten Bildern sprechen jung und alt an. Mit viel Liebe zum Detail und einigem Witz - den kleinen Feuerdämonen Calcifer MUSS man einfach mögen! - mag Miyazakis Team auch dieses Mal überzeugen. Mir persönlich hat jedoch der Stil, der für die Armeen, Soldaten aber auch Hauro verwendet wurde, nicht gefallen - zu kitschig wirkte so mehr als eine Szene. Dennoch hab ich das Kino zufrieden und irgendwie ein bisschen verzaubert verlassen.
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4.9 Sterne (63 Bewertungen) | 12 Kommentare




