The House Of The Flying Daggers (2004)
Hero 2
The House Of The Flying Daggers (2004) Hero 2
Oder: So schön kann fliegen sein...
Wir schreiben das Jahr 859 und sind in China. Der Kaiser, und seine schon seit 200 Jahren regierende Dynastie, ist nicht mehr in der Lage, das Land zu führen und der Widerstand macht sich breit. Die grösste dieser Widerstandsbewegungen ist das "Haus der fliegenden Messer". Diese Organisation hilft den Armen und setzt sich gegen die aufkommende Korruption ein. Das Hauptquartier dieses Verbundes ist in der Nähe des kaiserlichen Palasts und stellt eine unmittelbare Bedrohung dar. Der Kaiser hat folglich die Zerstörung dieses Hauses beauftragt.
Jin (Takeshi Kaneshiro) und Leo (Andy Lau) sind zwei Polizei-Offiziere, die sich mit einer List in dieses Haus mogeln wollen. Ein blindes Mädchen, namens Mei (Ziyi Zhang) soll der Schlüssel zum Haus sein. Sie arbeitet als Tänzerin und wird eines Tages wegen unzüchtiger Kleidung verhaftet. Dort befreit sie ein maskierter Mann und macht sich mit ihr auf die Reise zu ihrem Haus. Der Mann ist kein anderer als Polizist Jin, den Mei noch nicht kennt und mit dem sie nun diese Reise antritt.
Mehr als einmal müssen sich die beiden im Kampf gegen die kaiserlichen Garden beweisen, denn ausser den beiden involvierten Offizieren weiss niemand von dem Vorhaben. Und selbst, als Mei und Jin kurz vor dem Tod stehen, kommt ihnen jemand zu Hilfe. Dieser jemand scheint ihnen zu folgen und greift immer dann ein, wenn es eigentlich für das Pärchen keinen Ausweg mehr gibt.
Jin und Mei, und das macht die Geschichte noch interessanter und tragischer, verlieben sich ineinander und finden das "Haus der fliegenden Messer". Dort kommt es zur letzten Konfrontation, in der nicht nur das Geheimnis um Mei gelüftet wird, sondern auch die Identität des geheimen Verfolgers preisgegeben wird.
Kinofilm-Rating
Regisseur Zhang Yimou bringt es gleich selber auf den Punkt: "House of the Flying Daggers mag ein Martial-Arts-Film sein, aber eigentlich ist er vor allem eine Geschichte von Leidenschaft und Liebe."
Zwei Jahre nach Hero beschert uns Yimou ein weiteres Kampfkunstepos und seine Handschrift ist nicht zu verkennen. Yimou setzt seine Filme nicht aus Bildern, sondern viel mehr aus Gemälden zusammen, bei denen Licht und Farben perfekt harmonieren. Die ballettartigen Kampfszenen werden in wunderschöne Märchenlandschaften gebettet, in denen die Darsteller nach Belieben schweben, fliegen und wirbeln. Diese ungeheure Ästhetik und die übernatürlichen Fähigkeiten der Protagonisten machen House of the Flying Daggers zu einem der normalen Welt entrückten Hochglanzprodukt, was aber weiter nicht schlimm ist, denn der Film erhebt nie den Anspruch auf Realitätsnähe. So erinnert Jin mit seinen atemberaubenden Bogenschussfertigkeiten mehr an Legolas aus Herr der Ringe denn an einen einfachen Polizeihauptmann.
Dass der Film nicht nur eine glänzende aber leere Hülle bleibt, dafür sorgt die Story. Im Gegensatz zu Hero ist diese einiges gelungener und vermag der ganzen Bildpracht gerecht zu werden. Sie bleibt immer spannend und komplex, ohne aber den Zuschauer zu verwirren. Die Energie, die sich zwischen Jin, Leo und der wunderschönen Mei entwickelt, hält bis zum Schluss an und findet ihren Höhepunkt im ebenso traurigen wie schönen Finale im Schnee. Nicht wie in anderen Produktionen üblich, sind hier die Martial-Arts-Szenen nicht Haupt-, sondern Nebensache und verleihen dem Film bloss einen zusätzlichen Zauber.
Untermalt werden die Bilder mit klassischer Musik, die den Film noch mehr an eine opulente Oper erinnern lassen. Will man den Film aber in vollen Zügen geniessen, darf man sich von den Kämpfen, in denen die Gesetze der Physik zeitweise vollkommen aufgehoben scheinen, und dem immer latent vorhandenen Pathos nicht abschrecken lassen. Lässt man sich in den Bann ziehen, so sind einem dafür zwei Stunden Magie garantiert.
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4.8 Sterne (110 Bewertungen) | 38 Kommentare



