Home On The Range (2004)
Die Kühe sind los!
Home On The Range (2004) Die Kühe sind los!
Oder: Milchbuffet auf wilden Reisen im Westen
Die Farm "Patch of Heaven" von Pearl Gesner (Stimme von Carole Cook) ist ein tierisches Paradies. Da hats Kühe, die herrliche Milch geben und keine Angst vor dem Schlachtmesser haben müssen. Schweinchen, die den Ziegenbock ärgern und kleine "Bibis", die ihren Vater, den Hahn, mit ihrer Wecklautstärke schon mächtig stolz machen. Halt so richtig schön. Und wenn mal wieder der streitsüchtige Ziegenbock Jeb (Stimme von Joe Flaherty) seine Stimme erhebt, wird er rigoros vom der Leitkuh Mrs. Caloway (Stimme von Judy Dench) beruhigt und in seine Schranken verwiesen. Ach, das Leben könnte so schön sein.....
Wenn da nicht just an einem einzigen Tag zwei Sachen passieren würden, die den ganzen Ablauf, die ganze Stimmung und den ganzen Frieden so ziemlich durcheinander rütteln würden. Fangen wir mit dem kleineren Übel an. Maggie (Stimme von Roseanne Barr), eine mehrfach ausgezeichnete Show-Kuh ist die neue Mitbewohnerin des Kuhstalls. Sie, frech und grosse Auftritte liebend, schindet sofort Eindruck. Vor allem bei der naiven Grace (Stimme von Jennifer Tilly) hat sie damit Erfolgt und von den Ferkeln ganz zu schweigen. Maggie ist die einzige Kuh einer benachbarten Farm, die nicht auf geheimnisvolle Weise gestohlen wurde. Und da die Farm mit nur einer einzigen Kuh nicht rentiert, kommt sie jetzt halt nach "Patch of Heaven".
Doch das ist nur der erste "Schock", den die Tiere der Farm über sich ergehen lassen müssen. Der richtige Hammer ist drohende Zwangsversteigerung der Farm, wenn deren Besitzerin nicht innert dreit Tagen ihre Schulden von 750 Dollar bezahlen kann. Ja, was tun? Die Kühe stecken ihre Köpfe zusammen und bemerken einen Steckbrief. Ein Gangster namens Alameda Slim (Stimme von Randy Quaid) wird gesucht. Belohnung: 750 Dollar.....
So machen sich also unsere Kühe auf, den schlimmen Finger zu fassen. Allerdings sind sie nicht die einzigen. Denn der Star-Kopfgeldjäger Rico will sich ebenfalls die Prämie schnappen. Zuerst schnappt er sich aber Buck (Stimme von Cuba Gooding Jr), den tollpatschigen, aber schnellen und kampfsporterprobten Gaul des Sherrifs. Dieser erfüllt sich damit den Traum, endlich einmal Westernheld zu sein. Doch auch er muss feststellen, dass Helden auch nicht mehr das sind, was sie mal waren
Werden die Kühe den Viehdieb schnappen? Wird Buck den Milchviechern die Beute wegschnappen oder zählt am Schluss wiedermal nur das Teamwork? Und wird "Patch of Heaven" gerettet? Es scheint aussichtslos, denn immerhin reden wir hier von Kühen, die einen Western-Bösewicht fangen wollen. Aber hey, noch ist nicht aller Tage abend, oder?
Kinofilm-Rating
Um eins mal vorneweg zu nehmen. Der Film ist das Letzte! Und zwar das letzte handgemachte Trickfilmvergnügen aus den Disneystudios, dass wir wohl im Kino sehen werden. Die Studios wurden geschlossen, die Zeichner entlassen und man setzt künftig auf die Karte Computeranimation. Ob das nach der Trennung von Pixar eine lohnende Angelegenheit wird, muss sich erst noch zeigen. Auf alle Fälle soll nichts mehr handgemachtes, klassisches aus den Studios kommen. *grummel*
Und wenn man schon eine Tradition beendet, die Jahrzehnte lang Kinder- und Erwachsenenaugen befeuchtet haben, Generationen zum träumen, zum lachen oder zum schwärmen gebracht haben, dann hofft man natürlich auf den absoluten Oberhammer. Nur leider schafft es Disney dieses Mal nicht, aus zwar witzigen Charakteren und lustigen Figuren, eine Geschichte zu basteln, die auch 100% überzeugen kann.
Home on the Range ist Fast-Food-Spass, der das ganze Kinopublikum zum lachen bringen konnte, dem aber schlussendlich die Klasse, die Rasse und der Witz fehlt, um es mit The Emperors New Groove oder Lilo + Stitch aufnehmen zu können. Zwar ist die Geschichte zugegebenermassen recht abgedreht und man hört (glücklicherweise) hauptsächlich Tiere reden und dumme Sprüche reissen, allerdings sind die Momente, in denen es hauptsächlich Action auf der Leinwand zu sehen gibt, recht kindlich gehalten und werden wohl die älteren Zuschauer kaum von den Kinositzen reissen.
Man sieht zwar, dass Disney deutlich vom klassischen Herz-Schmerz-Sing-Sang-Sung wegkommen wollte, allerdings geht's auch in diesem Fall hier nicht ohne Gesinge. Allerdings beschränkt es sich auf ein paar schöne Hintergrundlieder und wenn mal ein Tier "live" singt, dann gibt's auch gleichzeitig was zum lachen. Von dem her also alles paletti. Was halt einfach fehlte, war der Witz. Diesen bekommt man zwar in Art von derben Sprüchen der Kühe, Hasen, Pferde und Ochsen teilweise zu hören, aber man bekommt den Eindruck, dass auf einen "bösen" Spruch als Ausgleich grad wieder fünf kindgerechte folgen müssen.
Fazit: Trotz allem Wenn und Aber, ist Home of the Range ein schöner Disneyfilm, der vor allem in den Startminuten seine Stärken hat und in dem es mehr als eine Figur zum heimlichen Liebling des Filmes schafft. Sei es Buck, das Cowboyross oder die kleinen Hühnchen, die so richtig schön schräg daherkommen. Und auch wenn dieser Abschlussfilm sein durchaus vorhandenes, humoristisches Potenzial nicht recht ausschöpfen konnte, wird ein jeder Fan der Mäuse von der recht einfachen Geschichte sicherlich bezaubert sein.
Dieses Review stützt sich auf die Visionierung der Deutsch synchronisierten Fassung, welche (zu meiner Überraschung) für einmal als richtig gelungen eingestuft werden kann. Ich denke, in der originalen Fassung wird man den Film noch höher bewerten.
![]()
3.3 Sterne (21 Bewertungen) | 3 Kommentare




