Hellboy (2004)

Hellboy (2004)

Oder: Anung Un Rama

Hellboy

*scheibenwisch*

Wir schreiben das Jahr 1944. Adolf Hitler und seine Schergen sind verzweifelt und greifen zum äussersten Mittel, um den Sieg im Krieg zu sichern. Mit Hilfe des russischen Zauberers Grigory Rasputin (Karel Roden) versuchen Hitlers Meuchelmörder Karl Ruprect Kroenen (Ladislav Beran) und Rasputins Geliebte Ilsa (Brigdet Hodson) ein Portal zu einer fernen, diabolischen Welt zu öffnen, um somit Monster anzulocken, die den Sieg des Regimes sichern sollen. Sie werden vom jungen Professor Broom (Kevin Trainor) daran gehindert, können flüchten und zurück bleibt ein kleines rotes Teufelchen, das Schokoriegel mag und auch sonst ganz nett zu sein scheint: Hellboy.

60 Jahre später ist Hellboy (Ron Perlman) ein Kämpfer für das Gute. Im Auftrag vom paranormalen Verteidigungsbüro bekämpft er Monster, üble Kreaturen und schleimiges Zeugs, das immer wieder aufzutauchen scheint. Sein "Vater" Prof. Broom (jetzt gespielt von John Hurt) hat ihn grossgezogen, füttert ihn mit Unmengen von Chilli und Pfannkuchen und das Team besteht noch aus zwei weiteren "Freaks". Liz Shermann (Selma Blair), der "feurige" Schwarm von Hellboy und der Kiemenmann Abraham Sapiens (Doug Jones).

Hellboy

"Du, Roter, Du hast da was am Rücken"

Ihnen zugeteilt wird der frisch ab der Universität abberufene FBI-Agent John Myers (Rupert Evans). Dieser sieht sich mit Dingen konfrontiert, die er noch nie gesehen hat und die "offiziell" gar nicht existieren.

Der erste Fall des Teams bringt sie auf die Spuren eines Höllenhundes, der unzerstörbar ist und immer wieder aufersteht. Und zwar immer in der doppelten Menge des jeweils getöteten Exemplars. Aus 1 mach 2, aus 2 mach 4. Dieser Höllenhund ist natürlich nicht von alleine aufgetaucht. Alte Feinde melden sich zurück. Rasputin, der maskierte und mechanische Kroenen und Ilsa wollen Hellboy auf ihre böse Seite ziehen, damit dieser die Erfüllung der Prophezeihung vorantreiben kann. Denn Hellboy ist der Schlüssel zum Chaos. Und die Bösen haben einige Druckmittel in der Hand, die dem roten Höllenjungen praktisch keine Alternativen lassen....


Kinofilm-Rating

Hellboy ist ein toller Kerl. Mit stoisch, humorvoll und human lässt sich das Wesen dieses stinknormalen roten Typen mit Gorillabrustkorb und abgeschmirgelten Hörnern nennen. Im Gegensatz zu Catwoman, die in ihrer neusten Inkarnation die Mädels begeistert ist dieser Comic-Held für den Buben in uns. Scheu im Umgang mit dem anderen Geschlecht und vernarrt in Pfannkuchen hockt er im Zimmer, das mal wieder eine Aufräumaktion nötig hätte. Pubertär im engen Sinne ist er auch, wenn er mit "Papa" Broom auf Konfrontationskurs geht und im Gesicht Dinge wachsen, die da nicht hingehören. Ok, es sind Hörner statt Pickel, aber die kann man lärmiger abschleifen, was dann für Lacher im Kino sorgt.

Der in Europa wenig bekannte Monsterjäger Hellboy kam 1994 auf den amerikanischen Comicmarkt und wurde schnell zu einem Untergrundphänomen. Als Mitglied der Paranormalienjäger der B.P.R.D. surfte er gerade richtig auf der Zeitgeistwelle, die damals auch die X-Akten warfen. Autor Mike Mignola vermischte Monstergeschichten und Geistersagen aus Osteuropa mit Nazimythen ohne das Ganze allzu ernst zu nehmen und schuf sich so eine kleine aber feine Fangemeinde. Und da bald alle Klassiker der US-Comics den Weg auf die Leinwand bereits fanden, griff das immer nach neuen Stoffen dürstende Hollywood nach nur 10 Jahren schon auf den Höllenknaben zurück.

Guillermo del Toro, das mexikanische Pendant zu Peter Jackson, hat schlauerweise Mignola mit an Bord genommen bei der Verfilmung des Stoffes. Das Resultat ist eine überdurchschnittlich lustige Comic-Adaption, die mit dem rotierenden Jeep auch coole Action bietet und interessante Querverweise für Filmfreaks liefert. (Das Nazigirl heisst "Ilsa").

Zu bemängeln ist alles Amphibische im Film. Abe Sapien ist ein müder Abklatsch der Creature of the Black Lagoon mit telepatischen Fähigkeiten und Hellboy kämpft eigentlich dreimal gegen den selben leichenden Lurch. Der Nazischerge Kroenen ist eher lachhaft hinter seiner Gasmaske und erinnert an eine schwarze Ausgabe des Laborgehilfen Beaker aus der Muppetshow. Der Kinderfreundlichkeit wegen ist er auch ständig hinter irgendwelche Plastikplachen versteckt. Und was sollte der mumifizierte Russe? Das soll das Vergnügen aber nicht weiter trüben. Fans können sich schon auf Hellboy 2 freuen. del Toro plant den Release für 2006.

4.2 Sterne
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01.08.2004 / muri (Inhalt), rm (Rating)