El Habitante Incierto (2004)
El Habitante Incierto (2004)
Oder: Ist da wer?
Architekt Félix (Andoni Gracia) lebt in einem Haus, das eigentlich viel zu gross ist für eine allein stehende Person. Doch er hat es selber umgebaut und denkt deshalb trotz nerviger Nachbarin aus deutschen Landen inklusive sabberndem Hund erstmal nicht daran auszuziehen. Zu allem Übel plagt ihn noch der Liebeskummer wegen seiner Ex (Mónica López), die immer noch Kistenweise Ware bei ihm rumstehen hat.
Richtig nervenaufreibend wird es aber erst, als im Haus unergründliche Geräusche zu ertönen beginnen. Felix entwickelt Verfolgungswahn. Ein mysteriöser nächtlicher Besucher, der nur mal kurz telefonieren will, ist wie vom Parkettboden verschluckt. Da kennt Felix' Paranoia keine Grenzen mehr. Die Ex muss ihn trösten und alleine schlafen geht in solchen Situationen auch nicht mehr...
Kinofilm-Rating
Wie so oft bei einem Debutfilm will auch Guillem Morales ein bisschen viele Genres aufs Mal in seinen Film packen. Mit dem Resultat, dass Anfang und Ende und vieles dazwischen nicht wirklich zusammen passen. Der Spanier hat sich David Fincher und die Hitchcock-Klassiker gut angeschaut. Ein Mensch im Rollstuhl (Rear Window), dieselbe Frau in einer Doppelrolle (Vertigo) und eine Handlung, die sich über sieben Tage zieht (Se7en) sind nette Hommagen an die Meister, wirken aber allzu konstruiert. Die Suspense-Tricksereien funktionieren wohl nur bei von Spukhausfilmen weitgehend unbescholtenen Zusehern.
Das knarrende Haus ist jedoch nur die halbe Miete. Denn El habitante incierto nimmt etwa ab Tag fünf der Handlung eine überraschende Wendung, wechselt die Gemäuer und wird prompt zur Komödie(!) Sowas geschieht bei Teenieschockern jeweils nicht. Nur kratzt der Film so leider auch hart an der Glaubwürdigkeit. Einiges wirkt reichlich seltsam: Darunter die beiden strub motivierten Sexszenen. Am allertragischsten für den Film ist aber das Fehlen einer Identifikationsfigur. Andoni Gracia mag ein Adonis sein, der nur mit einer samtenen Pijamahose bekleidet, gerne die Mukis zeigt. Sein Wechseln zwischen weinerlicher Trotteligkeit und unbekümmertem Portraitmalen mag vielleicht künstlerisch angehauchte Personen überzeugen, aber als Horrorfilmheld taugt er nicht wirklich was.
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2.8 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare


