Godzilla: Final Wars (2004)

Godzilla: Final Wars (2004)

Oder: Rückkehr der Gummimonster

Godzilla: Final Wars

Wecki-Wecki

Die Monster sind los! Immer wieder greifen Furcht einflössende Geschöpfe unseren Planeten an. Die Regierung antwortet mit der Einberufung einer Anti-Viecher Taskforce, genannt "Force M". M steht für Mutanten. Die Superkämpfer sind der nächste Schritt der menschlichen Evolution. Unter ihnen der ehrgeizige Ozaki und sein Kumpel/Rivale Kazama. Ozaki kommt zusammen mit einer UNO-Mitarbeiterin einem ausserirdischen Invasionsplan auf die Spur. Die Extraterrestrischen, die sich einfach nur Xiliens nennen, haben die Monster gerufen, um die Welt zu stören. Da "Force M" offensichtlich überfordert ist mit der Grossoffensive, bleibt der Menschheit nur noch eine Chance: Godzilla. Die mutierte Echse soll aus dem ewigen Eis auferweckt werden, um die Kreaturen zu besiegen und danach wieder beseitigt zu werden.


Kinofilm-Rating

Als ich klein war, hatte ich ein seltsames, drachenähnliches Plastikmonster. Als ich dann einige Jahre später meinen ersten Godzillafilm am Fernsehen bestaunte, wurde mir klar, dass ich dieses Spielzeug wohl besser nicht auf den Flohmarkt geschmissen hätte. Die japanischen Monsterfilme hatten eine erstaunliche Anziehungskraft, waren witzig, actionreich, charmant und spannend. Nachdem ich mir Roland Emmerichs Misshandlung der Kultfigur ansehen musste, war es kein Wunder, dass ich Godzilla - Final Wars, dem angeblich letzten Film der legendären Reihe, entgegenfieberte. In Anwesenheit des Regisseurs Ryuhei Kitamura (Azumi) war es dann am 5. Internationalen Festival des Fantastischen Filmes in Neuchâtel (NIFFF) so weit: Der neuste Godzilla feierte Europapremiere.

Godzilla - Final Wars bietet alles, was das Herz eines Geeks höher schlagen lässt. Städte werden zertrampelt, Godzilla kämpft gegen seine gefürchtesten Gegner wie Gigan, Gidorah und Rhodan und auch auf einen Auftritt von Mothra kann man sich freuen. Die Kampfszenen sind einfallsreich, witzig und ganz im klassischen Stil gehalten. Keine CGI-Orgie, da ringen sich noch Leute in Gummianzügen auf detaillierten Städteminiaturen, dass es eine Freude ist. Es sei hier noch verraten, dass es Godzilla in einer Szene mit einem amerikanisch-schwäbischen Gegner aufnimmt und Godzillas putziger Sohn Minira für einige Lacher sorgt. Überhaupt fehlt es dem Film nicht an Humor. Doch leider wartet Godzilla - Final Wars auch mit einer Post-Matrix Rahmenhandlung auf, komplett mit Bullet-Time Kung-Fu, Pseudo-Philosophie Gebrabbel, Freeway-Verfolgungsjagd, trendiger Musik und Cyberpunk-Kostümen. Diese hippen Sequenzen stören immer wieder den Monsterspass und warten zudem mit konfusen Storyelementen auf, die hier nun wirklich nicht nötig gewesen wären.

Doch es lohnt sich, sich durch diese Elemente hindurchzukämpfen, denn die Auftritte des Kultmonsters sind zahlreich und entschädigen für die Startschwächen und die abstrusen Kung-Fu Szenen mit philosophischem Dialoge. Es ist nicht einmal, dass sie besonders schlecht wären, doch sie passen nicht in einen Godzilla-Film rein. Kitamura ist es also gelungen, absolut grossartige Monster-Smackdowns zu inszenieren, doch der Entscheid, eine hippe und moderne Rahmenhandlung zu integrieren kam bei mir eher weniger an.

Godzilla - Final Wars sollte sich jeder Fan der Reihe auf keinen Fall entgehen lassen. Dem Film folgte am NIFFF Applaus und Wehmut. War dies wirklich der letzte Echsenfilm der Toho Studios? Ich würde es vermissen. Und mein Plastikmonster hab ich auch nicht mehr.

4.2 Sterne
4.2 Sterne (12 Bewertungen) | 7 Kommentare

44
29.06.2005 / ma