The Football Factory (2004)
The Football Factory (2004)
Oder: Nach dem Spiel ist vor dem Kampf
Tommy (Danny Dyer) ist ein normaler Engländer. Er geht gerne in den Pub, trifft sich mit Freunden und interessiert sich für Fussball. Aber vor allem interessiert er sich für Gewalt. Danny ist Anhänger von Chelsea London und Hooligan. Er lebt nur für das Wochenende. Denn dann kann er endlich das machen, was ihm am meisten Spass macht: andere Menschen krankenhausreif schlagen.
Doch das Leben voll Gewalt und Drogen geht nicht spurlos an ihm vorbei. Danny bekommt Albträume. Auf einer Fahrt zu einem Auswärtsspiel wird er wegen einer Parkplatzschlägerei verhaftet, zusammen mit seinem besten Freund Rod (Neil Maskell) und Billy Bright (Frank Harper). Bright ist der Radikalste in der Gruppe. Keine Auseinandersetzung in der er nicht in der ersten Reihe steht. Trotzdem hat er keine Probleme mit dem Anführer der Millwall Hooligans, dem grössten Rivalen von Chelsea, seine Drogengeschäfte abzuwickeln.
Obwohl sich die Hooligans nicht für die Fussballspiele selber interessieren, sind die Spielpaarungen sehr wichtig für sie. Denn diese geben legen nicht nur das Zusammentreffen der Mannschaften fest, sondern auch das der jeweiligen Hooligangruppen. Leider spielt Millwall nicht in derselben Liga wie Chelsea. Aber die Pokalauslosung erfüllt Tommy und seinen Freunden ihren grössten Wunsch. Es geht gegen Millwall.
DVD-Rating
Der Titel des Filmes suggeriert, dass es sich hier um einen Fussballfilm handelt. Dies ist richtig und falsch. Fussball ist zwar der Aufhänger der Story, aber es gibt im gesamten Film keinen einzigen Ball zu sehen. Das ist aber auch nicht nötig, denn es dreht sich ja um die Hooligans. Und diese begleitet der Film durch England und durch ihren Alltag. Regisseur Nick Love versucht über die Figuren, die Motivation der Hooligans und den Reiz der Gewalt zu erklären. Dass das nicht ohne Gewaltdarstellung auskommt, ist keine Überraschung. Allerdings schafft es Love diese Szenen sehr realitätsnah und nicht verherrlichend darzustellen. Dazu wurden extra für die Kampfszenen ehemalige und aktive Hooligans angeheuert. Und die sollten schliesslich wissen wie so was geht.
Überzeugt haben mich die Schauspieler. Zwar sind keine allzu bekannten Gesichter dabei, einzig Frank Harper kannte ich aus Bend it like Beckham. Aber trotzdem passen die Darsteller auf ihre Rollen, wie die Faust aufs Auge, um mal bildlich zu sprechen. Besonders Danny Dyer und eben Frank Harper überzeugen mit der Darstellung ihrer Charaktere. Dabei kann es natürlich nicht schaden, wenn man sich den Film im Originalton anschaut, denn erst dann entfaltet sich durch die Ausdrucksweise der Darsteller eine Atmosphäre, in der man direkt mitfluchen möchte.
Sehr sehenswert sind die Extras auf der DVD. Neben den verschiedenen Trailern und Teasern, den deutschen und englischen Untertiteln, ist vor allem das Making Of sehr gut gelungen. Ebenfalls sehr empfehlenswert sind die Audiokommentare von Philipp Köster und Trevor Jones. Köster ist Chefredaktor des Fussball- und Kulturmagazins "11 Freunde". Jones ist Ex-Radiomoderator und betreibt ebenfalls eine Fussballzeitschrift (www.FC45.de). Die Beiden sind selber leidenschaftliche Fussballfans und haben wirklich Ahnung von dem, über das sie reden. Wer etwas über moderne und traditionelle Hooligans wissen möchte, bekommt hier Informationen aus erster Hand präsentiert.
Insgesamt sind die Extras auf der DVD ebenso zahlreich wie interessant. Der Film ist sehr spannend und hat abgesehen von der Nebenstory mit den beiden Senioren, keine überflüssigen Passagen. Es gibt natürlich die ein oder andere Actionsequenz, die auch durchaus gut gemacht ist. Aber das Beste am Film ist die mit Liebe zum Detail beschriebene Hierarchie innerhalb der Hooligangruppe und die daraus resultierenden Ereignisse. Allerdings sollte man sich schon für Fussball und das Phänomen der Gewalt beim Fussball interessieren. Denn eines ist der Film auf alle Fälle nicht: Mainstream.
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4.4 Sterne (21 Bewertungen) | 7 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 09.05.2005
- Bildformat: 2.35:1 (Anamporphic Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch
- Extras: Trailer und Teaser, Audiokommentare von Philipp Köster und Trevor Jones, Audiokommentare von Nick Love (Director) und Danny Dyer, Making Of, Alternativer Anfang, Kurzfilm von Nick Love Titel: Love Story, Original Production Design Concept, Diashow mit Bilder von Schlägereien aus dem Film, Musikvideo: "The Streets – Fit but you know it", Deleted Scenes, weitere Trailers


