Exorcist: The Beginning (2004)
Exorzist: Der Anfang
Exorcist: The Beginning (2004) Exorzist: Der Anfang
Oder: Alle gegen Luzifer
Im Filmklassiker The Exorcist lernten wir vor einiger Zeit den Vater Merrin (damals von Max von Sydow verkörpert) kennen. Dieser trieb in einem Haus den Teufel aus dem kleinen Mädchen Regan (damals von Linda Blair gespielt) aus und sprach dabei immer von "jener Zeit in Afrika", die ihn zum Glauben zurückfinden liess und die ihn so verändert hat. Und genau diese Vorfälle werden nun erstmals filmisch präsentiert.
Aus "Vater" Merrin (Stellan Skarsgard) ist ein normaler "Mister" Merrin geworden Der Krieg hat ihn verändert. Er musste damals Unbeschreibliches durchmachen und die Worte "God is not here today" reissen ihn regelmässig und schweissgebadet aus dem Schlaf. Er schwor der Kirche ab und beschäftigte sich seither als Archäologe. In Kairo wird er von einem Mann kontaktiert. Man habe in der kenyanischen Region Turkana eine Kirche entdeckt, die sich mit dem Christentum befasst, obwohl dieser zur damaligen Zeit noch weit entfernt von afrikanischen Gefilden war. Ebenfalls sei sie unversehrt und in bestem Zustand. Und das seit dem 5. Jahrhundert. Möglich? Oder gar etwa gespenstisch?
Mister Merrin macht sich (nachdem die Bezahlung geklärt worden ist) auf den Weg in die Wüste. Dort trifft er auf den Missionar Father Francis (James D'Arcy) und die Ärztin Sarah (Izabella Scorupco). Diese beiden berichten von Sagen, Mythen und Plagen, die die Eingeborenen vor Jahren und Jahrhunderten dahinrafften. Und der Anfang für eine neuerliche Plage sei bereits erfolgt, als man diese mysteriöse Kirche gefunden hat.
Doch ein Archäologe lässt sich von solchen Mumpitz natürlich nicht hindern und nimmt die Kirche genauer unter die Lupe. Nach und nach stellt er fest, dass die Kirche zwar mysteriös und unheimlich ist, aber dass unter ihr, noch etwas viel unheimlicheres und vor allem abgrundtief Böses weilt. Und genau dieses ultimative Böse fängt an, die Menschen in seiner Umgebung zu vernichten. Einer nach dem anderen. Und nur wenn Mister Merrin zurück zu seinem Glauben findet, kann hier eine Katastrophe abgewendet werden. Denn mit dem Teufel ist nicht gut Kirschen essen... Oder?
Kinofilm-Rating
Wenn Uhrpendel plötzlich aufhören zu schwingen, wenn nette Personen auf einmal mit tiefer Stimme von "ficken" und "vögeln" reden und wenn ein Bett mit grossem Pomp anfängt zu rütteln und sich wie von selbst bewegen, dann muss der Teufel seine Hand im Spiel haben. Und genau so ist es bei der Filmreihe des Exorcist.
Der Anfang des Filmes lässt dann auch nichts gutes vermuten. Leichen, Blut, Raben (oder sinds Krähen?), Menschen verkehrt an die Kreuze genagelt und ein Feld voll toter Menschen. *Grusel* Was da wohl noch kommen mag? Nun, die erste Hälfte (und damit meine ich etwa die ersten 40-50 Minuten) präsentieren gepflegte Langeweile. Man redet, man flüstert, man vermutet, aber passieren tut nicht wirklich was. Okay, ein paar ärgerlich computeranimierte Hyänen sorgen für Unruhe und lassen einem einmal fast das Herz aussetzen. Aber sonst? *gäähn*
Die zweite Hälfte und das Finale waren auf einem guten Weg, diesem Film doch noch eine ansprechend gute Note zu geben. Es wird blutig, man sieht auseinandergenommene Menschen am Kreuz baumeln, es wird schön mit Licht und Musik gespielt (natürlich geht immer das Licht aus, wenns spannend wird) und die Konfrontation Gut gegen Böse findet ihren Höhepunkt. Aber dann... *kopfschüttel und gegen die Tischkante schlag* Warum... Warum... WARUM? Warum wird aus einem ebenbürtigen bösen Gegner eine Lachnummer? Warum klettert die vom Teufel besessene und zu exorzierende Person plötzlich wie Catwoman an den Wänden rum? Hallo? Was soll der Quatsch? Diese eine Szene verdarb mir den ganze Finish. Ich akzeptiere durchaus irgendwelche blöden Fantasieaktionen, aber diese hier ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten und ruiniert den ganzen Film.
Sorry, aber hätte man diese eine Szene weggelassen, hätte man den Film echt noch annähernd als gelungen abstempeln können. Denn die Schauspieler geben sich durchaus Mühe, auch wenn mir die Hauptperson ein bisschen zu cool rüber kam und man natürlich denken kann, wens denn schlussendlich erwischt. Aber so, ist aus einer guten Grundgeschichte ein höchst mässiger und mehr ärgerlich als unterhaltsamer Film geworden.
Fazit: Exorcist-The Beginning reiht sich in die Reihe der Filme ein, die aus einer Franchise etwas herausholen wollen, aber schlussendlich kläglich scheitern. Wie erwähnt, ist die Grundidee nicht mal schlecht und die Voraussetzungen lassen auf einen soliden Schocker hoffen. Das dem nicht so ist, fand ich extrem schade und verliess dementsprechend enttäuscht das Kino. Und dann noch diese eine Szene mit der Felswand... Wer für das verantwortlich ist, gehört literweise mit Meerwasser bespritzt, denn da muss der Teufel seine Hand im Spiel gehabt haben. Schlussendlich reichts ganz, ganz knapp für 2 Sterne.
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2.8 Sterne (39 Bewertungen) | 17 Kommentare



