A Dirty Shame (2004)

A Dirty Shame (2004)

Oder: Sex in the Suburbia

A Dirty Shame

Wie wär's mit uns beiden?

Die Hartford Road war mal eine Strasse, wo anständige und prüde Bürger von Baltimore lebten. Eine der typischen Vertreterinnen davon ist Sylvia Stickles (Tracey Ullman). Ihr Ehemann hat zwar durchaus das Bedürfnis nach Erfüllung der ehelichen Pflichten, doch für Sylvia ist sicher nicht schon frühmorgens der richtige Zeitpunkt. Umso beschämter ist sie wegen ihrer Tochter Caprice (Selma Blair). Grossbusig ist für die als Ursula Udders stadtbekannte Stripperin gar kein Ausdruck. Ihr ungehemmter Exhibitionismus ist für Caprice blosse Promotion der Tanzkunst, doch wegen mehrfachen Erregens öffentlichen Ärgernisses hat sie nun dauerhaft Hausarrest aufgebrummt bekommen.

A Dirty Shame

Sit on my face!

Caprice/Ursula ist aber nicht der einzige Auswuchs an unziemlicher Sexualität, der an der Hartford Road immer mehr die Überhand nimmt. Dagegen wehren sich die Neuter (die Geschlechtslosen), eine zunehmend militant agierende Bürgerwehr unter der Ägide von Sylvias Mutter (Suzanne Sheperd). Sylvia wäre als Mitglied vorbestimmt, doch nach einem Schädeltrauma infolge eines Verkehrsunfalls wird sie zur Nymphomanin. Ihre unbändige Lust wird als erstes von Ray-Ray (Johnny Knoxville) gestillt, ein Zeuge des Verkehrsunfalls, der das auflodernde Feuer in Sylvia mit Kennerblick erkennt. Ray-Ray ist der Messias des Sex, welche alle Erotomanen der Hartford Road um sich schart und auf der Suche nach einer nie dagewesenen Sexualpraktik ist. Sylvia soll der Schlüssel dazu sein.

Ray-Ray hat die Rechnung aber ohne die Neuters gemacht. Die überlassen eine der Ihren nicht so leicht der Gegenseite. Es kommt zum ultimativen Kampf um Zucht und Sitte an der Hartford Road.


DVD-Rating

John Waters war mir bisher nur durch seine Filme mit dem leider verstorbenen Divine und Cry-Baby ein Begriff. Und beim Zweiten auch nur, weil da ein gewisser Johnny Depp mitspielt. Ansonsten gehören diese Filme (leider) zu denjenigen, die entweder am Kino an mir vorbeilaufen oder die ich dann auf DVD nicht kaufen mag. Hier klang aber die Ausgangslage schon genug schräg und viel versprechend, dass ein Blick hinein wohl kaum schaden konnte.

Und siehe da, ich hab mich anfänglich sogar richtig gut amüsiert. Der Wandel vom biederen Hausmütterchen zum Sex-Vamp war lustig, die Auftritte bekannter Gesichter ebenfalls akzeptabel und den Begriff "Bärenkuscheln" hatte ich mir bisher eigentlich etwas anders vorgestellt. Was aber gut anfängt, muss nicht auch zwangsweise auf dem gleichen Level weitergehen, geschweige denn enden.

Wenn nämlich einmal alle Sextypen vorgestellt sind, die Rollen verteilt und die Geschichte lanciert ist, dreht sich das ganze leider nur noch im Kreis. Die verschiedenen Turns der Figuren (einmal so, dann wieder so) sind mühsam, der Mann in Windeln genau einmal lustig und dann nervend und es kommt leider kein zusätzlicher Schwung in die Story rein, den man nach der gelungenen Startsequenz bitter nötig gehabt hätte.

Die Schauspieler sind in Ordnung. Tracy Ullman hatte schon einige Auftritte in namhaften Kinofilmen und steht hier klar im Mittelpunkt. Sie löst das ganze ordentlich, hat aber in ihrem Charakter auch mit der Ideenlosigkeit des Drehbuchs zu kämpfen. Der ehemalige Jackass und inzwischen etablierte Schauspieler Johnny Knoxville ist soso-lala. Aber immerhin schien es ihm Spass gemacht zu haben, wenn man sein Schauspiel so beurteilen kann. Und bei Selma Blair sollte man wohl auf den nächsten Teil von Hellboy warten, wenn man sie mal wieder richtig gut sehen möchte.

Fazit: A dirty Shame ist ein kleines, dreckiges Filmchen, das zu schockieren versucht und erbärmlich daran scheitert. Zwar mögen einige Szenen aus dem Rahmen fallen, aber so richtig "Aso näi"-Stimmung kommt leider nicht auf. Ausserdem kommt ein grauenhaft animiertes Eichhörnchen vor, das beweist, dass der Regisseur künftig von solchen Animationen besser die Finger lassen soll. Und den Titten von Selma Blair sieht man auch in den Nacktszenen von weitem an, dass sie nicht echt sind. *bäh*

Die vorliegende DVD hat den obligaten Audiokommentar zum anhören, worin der Meister John Waters einige Anekdoten zum Besten gibt. Unterstützt wird er dabei von diversen anderen Personen. 82 Minuten dauern die Featurettes, die den Film von A-Z auseinandernehmen. Vom Start der Produktion, über die Schauspieler und ihre Sextechniken bis zum finalen Erguss. Da wird der Fan des Films optimal bedient. Eine entfernte Szene mit Johnny Knoxville und seiner Schlange in der Hose wurde hier auch noch beigefügt. Der Original-Kinotrailer aus den USA rundet das lauwarme Angebot ab.

1.4 Sterne 3.0 Sterne
1.4 Sterne (15 Bewertungen) | 2 Kommentare

2.0 Sterne2 von 0.0-6.0
31.07.2005 / rm (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 18.07.2005

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: Audiokommentar, Featurettes (Film von A-Z), Trailer, Entfernte Szene