Havana Nights: Dirty Dancing 2 (2004)
Havana Nights: Dirty Dancing 2 (2004)
Oder: Schmutziges Tanzen vs. La Revolucion
November 1958 in Kuba. Die Revolution gegen den amtierenden Präsidenten Batista ist am ausbrechen. Revoluzzer Castro leistet ganze Arbeit. Das Volk ist unruhig und Fremde werden nicht mehr gern gesehen.
Zu dieser Zeit reist die junge Katey Miller (Romoa Garaj) mit ihrer Familie eben nach Kuba. Ihr Vater hat einen neuen Job in der lokalen Ford-Unternehmung bekommen und so wird die ganze Familie aus ihrem amerikanischen Umfeld gerissen und in ein kubanisches Hotel verfrachtet. Dort sind die Amis unter sich. Eine Gesellschaft von reichen, oberflächlichen Leuten, die die einheimischen Bediensteten unter deren Würde behandeln. Das bekommt vor allem der junge Kellner Javier (Diego Luna) zu spüren.
Als Katey eines Tages den Schulbus verpasst, wird sie gezwungen den Heimweg zu Fuss in Angriff zu nehmen. Per Zufall trifft sie auf einem Dorfplatz auf den tanzenden Javier. Verzaubert von seinem Charme und seinen Tanzkünsten verabreden sich die beiden in einem kubanischen Club. Obwohl sich Katey bereits mit dem aufdringlichen James (Jonathan Jackson) verabredet hat, enden diese beiden schlussendlich im pulsierenden Club. Und nachdem James mehr will, als nur fröhlich plaudernd im Auto sitzen, findet Katey Trost in den Armen von Javier, der sie gleichzeitig in die Kunst des "Dirty Dancing" einzuführen versucht.
Nun kommt es wie es kommen muss. Beide verlieben sich, dürfen sich aber nicht mehr sehen. Und da beide begnadete Tanzfüdlis sind, kommt ihnen der lokale Tanzwettbewerb gerade richtig. Doch wie verknüpft man heissen, kubanischen, körperbetonten Tanz mit den Standarttänzen, die man in besserer Gesellschaft tanzt? Mit Hilfe des Hotel-internen Tanzlehrers (Patrick Swayze) gelingt es Katey immer besser, ihre Bewegungen mit ihrem Partner abzustimmen und das Team Katey/Javier ist bereit, für den Wettbewerb.
Ganz nebenbei ist aber die grosse kubanische Revolution im Gange und Javier, respektive seine Brüder, haben für genau diesen Tanzabend etwas grosses geplant...
Kinofilm-Rating
Wer kennt ihn nicht. Dirty Dancing aus dem Jahr 1987. Patrick Swayze und Jennifer Grey tanzten sich damals in die Herzen der Teenies, deren Zimmer mit den Posters der beiden Stars tapeziert waren. Nun kommt ein Film in die Kinos, der auf einer wahren Geschichte basieren soll und wohl gleichzeitig für einen neuen Boom in den Tanzschulen sorgen könnte.
Die Geschichte von Havana Nights ist grundsätzlich die gleiche wie in Dirty Dancing. Ein Mädchen aus gutem Haus verliebt sich in einen Tänzer, der von ihrer Familie keinesfalls als Umgang für's Töchterlein gebilligt wird. Die beiden raufen sich, allen Hindernissen zum Trotz, zusammen und schlussendlich geht's drum, nebst dem obligaten Tanzwettbewerb auch noch die Akzeptanz der jeweiligen Gesellschaftsschichten zu sichern. Grundsätzlich also nichts neues. Da müsste schon gewaltig gut getanzt werden und die Musik müsste auch recht fetzig sein, damit man da was rausholen kann...
Und siehe da... Genau das sind die grossen Überraschungen an diesem Film. Denn wenn man die altbackene und bekannte Geschichte beiseite lässt, kriegt man überzeugende Tänzereien und geniale Latinomusik geboten. Und die Tatsache, dass die Schauspieler mehr oder weniger unbekannt sind, verleiht dem Film einen Charme und eine Überzeugungskraft, die mich wirklich überrascht hat. Gut, der Auftritt von Patrick Swayze als Tanzlehrer wird wohl so eine Art Verbindung zwischen den beiden Filmen gewesen sein, aber auch er erstaunt mit sehr gutem Tanztalent.
Fazit: Wer auf Lateinische Musik steht und gerne schwitzende Körper sieht, die sich gegenseitig aneinander reiben, der kommt hier auf seine Kosten. Der Soundtrack dürfte für die kommenden Sommermonate ein Renner werden und die verschiedenen Tanzstudios dürfen sich schon jetzt die Hände reiben. Zwar wird Havana Nights kaum den Status seines Vorgängers erreichen, aber tanz- und musiktechnisch überzeugen tut er allemal. Sogar einen Tanzmuffel wie mich...
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3.9 Sterne (50 Bewertungen) | 17 Kommentare




